Liebe auf den ersten Blick aus dem Fenster: Maria und Robert Voith feiern Eiserne Hochzeit in Rötz

Das überaus seltene Fest der „Eisernen Hochzeit“, also 65 gemeinsame Ehejahre, konnten am Freitag Robert und Maria Voith aus Wenzenried feiern. Dieses Ehejubiläum haben neben der großen Familie auch Bürgermeister Dr. Stefan Spindler und Pfarrer Alexander Dyadychenko wahrgenommen.
Robert (85) und Maria (84), geborene Greil aus Schönthal, haben am 29. August 1960 in Schönthal standesamtlich geheiratet. Getraut wurden die beiden von Bürgermeister Alois Michl „im Vierfleck“, wie sich die beiden erinnern. Die kirchliche Trauung durch Kaplan Bartolomäus Simbürger fand ein Jahr später in der Stadtpfarrkirche in Rötz statt.
Robert Voith erlernte in der Klosterbrauerei Schönthal den Beruf des Bierbrauers und Mälzers. Nach der Lehrzeit zog Robert Voith von 1959 bis 1962 nach Düsseldorf, wohin ihn auch eine Zeit lang seine Frau begleitet hat. Drei Jahre hielt es sie dort, dann kamen beide wieder zurück in die Oberpfalz. Nach einem Jahr beim Thamerbräu in Rötz fand sich Robert Voith beim Klosterbräu in Schönthal wieder. Dort brachte er als Verkaufsfahrer das Bier unter die Leute bis zur Rente im Alter von 62 im Jahr 2002.
Kennengelernt hat Robert seine Maria bei einem Blick aus dem Brauereifenster. Davor ist die Maria vorbeigegangen. Robert Voith war sofort hingerissen und entschlossen, sie anzusprechen. Kurzerhand hat er sie ins Theater nach Hiltersried eingeladen. „So hat es angefangen“, berichtet Robert. Es hat aber noch ungefähr drei Jahre gedauert, bis sie geheiratet haben. Seine Braut arbeitete in Gauting in einem Haushalt.
1968 überschrieben ihm seine Eltern den Hof in Wenzenried. Der Vater hatte zudem das Wirtshaus „Zum Felsen“ in Wenzenried betrieben. Sechs Jahre später entschieden sie sich, ein Haus zu bauen, erwarben eine Hanglage als Grundstück. Das war so steil, dass man erst auffüllen musste: Der alte abgebrochene Rötzer Pfarrhof wurden dort eingefüllt und Erdreich aus einer Schönthaler Baustelle, erinnert sich der Ehejubilar. 1975 sind sie ins neue Haus eingezogen. Der elterliche Hof wurde verkauft, zum Teil abgetragen und das Wohnhaus renoviert.
In den gemeinsamen Ehejahren bekam Maria sechs Kinder – vier Söhne und zwei Töchter. Mittlerweile zählt die Familie zehn Enkel und zehn Urenkel. 2001 wurde das Anwesen Voith an Sohn Thilo übergeben.
Neben Beruf und Familie hatten Robert und Maria Voith die Zeit, sich ehrenamtlich einzubringen. Beide sind Mitglieder im Kapellenbauverein Wenzenried, ist der Bau der Kapelle doch einer Idee von Robert Voiths entwachsen. Über 27 Jahre war Robert Voith Vorstand der FFW Steegen-Flischbach. Er war Gemeinderat in Steegen-Flischbach von 1972 bis 1978. Solange hat es die Gemeinde nach der Gebietsreform 1972 noch gegeben. Steegen und Wenzenried kamen nach Rötz, Flischbach nach Schönthal.
35 Jahre war Robert Voith Schiedsrichter beim SV Schönthal, den er 1968 mitbegründet hat. Bis heute ist Robert Voith auch Mitglied bei der Soldaten- und Kriegerkameradschaft in Schönthal.
Die Kinder, Enkel und Urenkel besuchen Oma und Opa regelmäßig. Seiner Frau Maria half er im Haushalt, als sie nach Hüftoperationen nicht mehr so gut zu Fuß war. Das Schafkopfen, die Holzarbeit und sein Forellenweiher mussten damals hinten anstehen. Heute sind beide nicht mehr so gut zu Fuß. Bei beiden wird das Augenlicht immer weniger.