Polizeihundeschule Waldmünchen: Ein Jubiläum mit einer großen Baustelle

Von Martin Hladik · 2. September 2025 um 11:00

Am 14. September feiert die Zentrale Diensthundeschule in Herzogau ihr 25-jähriges Bestehen. Die Festrede dazu wird Innenminister Joachim Herrmann halten. Er wird dabei sicher nicht nur auf die Geschichte der Hundeschule eingehen, sondern auch auf ihre Zukunft blicken. Schließlich investiert der Freistaat in Herzogau gerade 8,6 Millionen Euro für ein Lehrsaal-, Sport- und Garagengebäude.

Doch fertig wird das Gebäude bis zum Jubiläum der Hundeschule nicht. Schon beim Richtfest mit Bauminister Christian Bernreiter im Herbst vergangenen Jahres sagte der Minister in seiner Festrede: Fertiggestellt werde das Gebäude Ende 2025, die Übergabe erfolge allerdings erst 2026.

Außenfassade fehlt noch

Derzeit sieht die Erweiterung um das Lehrsaalgebäude von außen schon weit fortgeschritten aus. Allerdings fehlt noch eine Außenfassade. Das sei dem Regen im Juli und der anschließenden Urlaubszeit geschuldet, sagt Josef Bierl. Er ist in seiner Funktion als Sachgebietsleiter im Hochbaubau beim Staatlichen Bauamt in Regensburg für die Hundeschule in Herzogau zuständig. Trotz der noch fehlenden Fassade werde man den Bauabschluss zum Jahresende halten. Ziel sei es, dass die Polizeihundeschule schon im Februar dort einen ersten Kurs halten könne.

Derzeit laufe der Innenausbau, sagt Bierl. Die Rohinstallation sei erfolgt, und die Oberflächen der Innenräume seien geschlossen. In einem nächsten Schritt würden die Böden eingebracht. Dann ginge es schon an die Möblierung.

Am Tag der offenen Tür wird die Diensthundeschule von 13 bis 17.30 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Ein Höhepunkt der Veranstaltung werden die Diensthundevorführungen sein, die auf der Wiese oberhalb der Diensthundeschule stattfinden. Zu sehen sind zwei Vorführungen mit Diensthunden, bei denen verschiedene Einsatzszenarien gezeigt werden. Wie bekannt, werden in Herzogau Hunde für das Aufspüren von Rauschgift, Banknoten, Datenträgern, Sprengstoff und Personen ausgebildet.

Ergänzt wird das Programm des Tages der offenen Tür durch eine Ausstellung polizeilicher Einsatzfahrzeuge, darunter auch das Dienstauto eines Hundeführers, ein Motorrad sowie ein Streifenfahrzeug. Die Besucher haben die Möglichkeit, die Bestandsgebäude, den Neubau sowie die Zwingeranlage der Diensthundeschule zu besichtigen.

An mehreren Infoständen werden unterschiedliche Themenbereiche vorgestellt: Dazu gehören Materialien und Methoden aus der Diensthundeausbildung, Informationen zur Kriminalprävention, zur Einstellungsberatung sowie zur Spitzensportförderung.

Besonders für Kinder wird ein abwechslungsreiches Programm angeboten, unter anderem mit Glitzertattoos, Bastelstation, dem Anfertigen von Fingerabdrücken sowie einem Polizei-Parcours. Auch die Internationale Police Association sowie der Weiße Ring sind mit Informationsständen vertreten.

Eine wichtige Bitte der Hundeschule ist es allerdings, dass keine privaten Hunde zu der Veranstaltung mitgebracht werden sollen.

Der Ursprung des 1936 fertiggestellten Gebäudes der Diensthundeschule war ein Hotel, das von der NSDAP als Erholungsheim genutzt wurde. Bekannt ist, dass Gauleiter Fritz Wächtler durch seinen Stellvertreter Ludwig Ruckdeschel kurz vor Kriegsende in der Nähe des Hotels hingerichtet wurde.

Nach dem Krieg AWO-Heim

Nach dem Krieg wurde das Hotel von der Arbeiterwohlfahrt übernommen. 1974 ging der Komplex in den Besitz des bayerischen Polizei über, die darin ab 1984 eine Polizeischule betrieb. Im Jahr 2000 wurde die Schule die Zentrale Schule der Bayerischen Polizei.

Das Gebäude aus den 30er Jahren wurde von 2007 bis 2010 umfassend renoviert. In diese Zeit fiel auch ein durch ein anonymes Schreiben ausgelöster bundesweiter Presseskandal um „Erstlings-Hundeführertaufen“ und die Nötigung von Beamtinnen. Innenminister Joachim Herrmann hatte nach Abschluss der Ermittlungen 2008 „weder strafrechtliche noch disziplinarrechtliche Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten“ gesehen.

Mit der Bauzeit von 2008 bis Ende 2009 waren 50 neue Einzelzimmer, aber auch Besprechungs- und Trainingsräume geschaffen worden. Die Baukosten beliefen sich damals auf 5,4 Millionen Euro.

Der nächste Erweiterung ist die aktuell laufende Baumaßnahme von 8,6 Millionen Euro für ein Lehrsaal-, Sport- und Garagengebäude. Der Spatenstich war dafür im April 2024. Fertiggestellt soll das Gebäude wie erwähnt Ende des Jahres sein. Die Übergabe erfolgt 2026.