Notfälle machen keinen Urlaub: Bedarf an Blutspenden im Klinikum Neumarkt konstant

Von Nicole Selendt · 31. August 2025 um 11:00

Während sich viele Neumarkter in der Ferienzeit am Strand, in den Bergen oder einfach im heimischen Garten erholen, bleibt im Klinikum Neumarkt der Alltag bestehen – inklusive Notfällen, Operationen und der dringenden Notwendigkeit von Blutkonserven. Doch wie wirkt sich die Urlaubszeit auf die Blutspende-Bereitschaft in der Region aus?

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Laut Julia Scherer von der Abteilung Marketing und Kommunikation des Klinikums Neumarkt ist der Bedarf an Blutkonserven das ganze Jahr über relativ konstant. Zwar sei der Verbrauch maßgeblich von den geplanten Operationen abhängig, doch auch akute Ereignisse wie Unfälle oder schwere Blutungen machten keinen Urlaub. Im Jahr werden in Neumarkt rund 2300 bis 2400 Blutkonserven benötigt.

Die gute Nachricht: Auch wenn die Spendenbereitschaft im Sommer erfahrungsgemäß nachlässt, ist die Patientenversorgung im Klinikum Neumarkt nach Angaben von Scherer sichergestellt. Möglich sei das durch ein vorausschauendes Blutmanagement und den gezielten, sinnvollen Einsatz der vorhandenen Ressourcen.

Die Versorgung ist derzeit gesichert, wir sind mit dem Aufkommen sehr zufrieden.

Jutta Birkl, stellvertretende Kreisgeschäftsführerin des BRK Neumarkt

Auch Jutta Birkl, stellvertretende Kreisgeschäftsführerin des BRK in Neumarkt, zeigt sich aktuell zufrieden mit der Spendenlage: „Die Versorgung ist derzeit gesichert, wir sind mit dem Aufkommen sehr zufrieden.“ Dennoch betont sie, dass die Bereitschaft zur Blutspende im Landkreis Neumarkt noch ausbaufähig sei – vor allem bei Erstspenderinnen und -spendern. Besonders seit der Corona-Pandemie sei ein leichter Rückgang zu verzeichnen.

BRK Neumarkt startet Aktionen für Erstspender

Um diesem Trend entgegenzuwirken, setzt das Bayerische Rote Kreuz im Landkreis vermehrt auf spezielle Aktionen für Erstspenderinnen und Erstspender – mit Erfolg, wie Birkl hofft: „Wir hoffen, dass es auch in der zweiten Ferienhälfte so weitergeht.“ Sollten sich dennoch zu wenige Menschen zur Blutspende bereit erklären, könnten zunächst geplante Operationen verschoben werden. Im schlimmsten Fall drohen lebensbedrohliche Situationen für Patientinnen und Patienten.

Die nächste Möglichkeit, in Neumarkt Blut zu spenden, gibt es am Montag, 1. September, zwischen 14 und 20 Uhr in der Kleinen Jurahalle sowie am Montag, 6. Oktober, zwischen 14 und 20 Uhr im Ostendorfer-Gymnasium. Unter www.drk-blutspende.de/blutspendetermine sollte vorab online ein Termin vereinbart werden.

Potenzielle Spender müssen mindestens 50 Kilogramm Körpergewicht auf die Waage bringen und mindestens 18 Jahre alt sein. Es müssen mindestens 56 Tage seit der letzten Blutspende vergangen sein und in den vergangenen vier Monaten darf der Spender kein Piercing und keine Tätowierung erhalten haben. Innerhalb von zwölf Monaten dürfen Frauen vier Mal und Männer sechs Mal Blut spenden.

So läuft die Spende bei einem Blutspendetermin ab

Darüber hinaus gibt es bestimmte Einschränkungen, wenn sich der Spender zuvor in einem Risikogebiet aufgehalten hat. Dazu gehören vor allem Länder mit Malariarisiko, zum Beispiel Teile Afrikas südlich der Sahara, Teile Zentralafrikas, einige südamerikanische Länder wie zum Beispiel Kolumbien, Bolivien oder Brasilien oder große Teile Südostasiens wie Indien, Vietnam, Thailand sowie Malaysia.

Wer sich für eine Spende entscheidet, sollte zuvor ausreichend essen und trinken (kein Alkohol), gesund sein und sich auch so fühlen und den Personalausweis, Führerschein oderReisepass zur Spende mitbringen. Bei der Spende selbst ist nach der Registrierung ein digitaler, medizinischer Fragebogen auszufüllen. Die Fragen dienen dazu, mögliche Risiken für den Spender und spätere Empfängerinnen und Empfänger der Blutspende auszuschließen.

Es folgt ein kleiner Bluttest, um den Hämoglobinwert zu bestimmen und eine ärztliche Untersuchung. Letzter Schritt vor der eigentlichen Spende ist der vertrauliche Selbstausschluss, der es ermöglicht, die Spende anonym von der Verwendbarkeit auszuschließen – in Situationen, in denen Spendende ein Infektionsrisiko nicht offen zugeben können oder wollen. In einem solchen Fall kann der Spender den Spendenablauf mitmachen, aber vertraulich darauf hinweisen, dass die Blutspende am Ende doch nicht verwendet werden darf.

Die eigentliche Blutspende dauert etwa zehn Minuten. Danach sollten Spender noch etwa zehn bis 15 Minuten ruhen, sie erhalten eine Brotzeit und etwas zu trinken.