Weg mit den Absperrungen: Donaustaufer CSU startet Online-Petition zur Walhalla

Von Thomas Kreissl · 27. August 2025 um 19:00

Es wäre eine Kehrtwende von der Kehrtwende: „Keine Absperrungen auf der Walhalla!“ fordert eine Online-Petition, die der Donaustaufer CSU-Ortsverband auf der Plattform change.org gestartet hat. Rund 590 Personen haben diese Forderung in den ersten knapp 24 Stunden unterstützt.

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Adressat der Petition ist die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen in München. Die Unterzeichner fordern den Erhalt der ursprünglichen Ästhetik der Walhalla und lehnen die Installation von permanenten Absperrungen ab. Mit der Petition reagiert der CSU-Ortsverband auf die Sperrmaßnahmen, die Schlösserverwaltung vor einer Woche veranlasst hatte.

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Rot-weiße Plastikbaken, dicke Metallgitter, zwischen den Säulen hängende weiße Ketten und Piktogramme mit fallenden Strichmännchen zieren seitdem das Baudenkmal. Hintergrund ist das tragische Unglück vor gut einem Monat, als ein junger Mann an einer hohen Stufe der Walhalla in den Tod stürzte. Nachdem die Schlösserverwaltung zunächst auf einen Landtagsbeschluss von 1981 verwies, der sich gegen Schutzgeländer auf der Walhalla ausgesprochen hatte, folgte zuletzt die Kehrtwende. Eine eigens eingesetzte Arbeitsgruppe hatte rückbaubare Maßnahmen vorgeschlagen.

Sicherungsmaßnahmen wirken „wie ein Fremdkörper“

Rückbaubar sind die Absperrungen tatsächlich. Und sie erfüllen wohl auch ihren Zweck, die Besucher vor Gefahren zu warnen. Über ihre optische Wirkung wird allerdings heftig diskutiert. Die Donaustaufer CSU hat sich mit ihrer Online-Petition jetzt klar positioniert. „Wir sind mit der Situation überhaupt nicht zufrieden“, sagt dazu Martin Sendlbeck, der Ortsvorsitzende und Fraktionssprecher der Donaustaufer CSU, die das ursprüngliche architektonische Konzept durch die Sicherungsmaßnahmen zerstört und das Erscheinungsbild des Nationaldenkmals massiv beeinträchtigt sieht. „Sie wirken wie Fremdkörper und nehmen dem Bauwerk seine Leichtigkeit und Eleganz“, heißt es.

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Den freien Zugang zu Treppen und Terrassen ohne visuelle Barrieren werten die CSU-Mitglieder als essenziell für die Wirkung des Bauwerks. Sie setzen hier auf die Eigenverantwortung der Besucher. „Jeder, der hierherkommt, weiß, dass man vorsichtig sein muss“, lautet eines ihrer Argumente. Als trügerisch bewertet Sendlbeck die Sicherheit durch Geländer. Seiner Meinung nach verleiten sie dazu, darüber zu klettern oder sich draufzusetzen.

Akustische Warnsignale als Alternative

Dadurch würden neue Risiken entstehen, warnt der CSU-Ortsvorsitzende, der als Alternative akustische Warnsignale erwähnt. „Da habe ich selbst erst hinzugelernt“, berichtet er. Ihm geht es darum, sich frühzeitig in die Diskussion um die Absperrungen einzubringen. Sendlbeck ist überzeugt, dass ein großer Teil der Donaustaufer und Sulzbacher die Maßnahmen in ihrer jetzigen Form ablehnt. Mit Blick darauf wird im Ortsverband darüber nachgedacht, eine Unterschriftenaktion zu starten.

Tatsächlich handelt es sich bei den jetzigen Absperrungen offenbar nur um eine Übergangsmaßnahme. Nach Auskunft von Pressesprecher Florian Schröter von der Schlösserverwaltung werden langfristige Lösungsansätze in den nächsten Monaten von der Arbeitsgruppe geprüft. „Die Anliegen der Bürger werden hierbei selbstverständlich sehr ernst genommen“, betont er. Auch die Petition werde in die Überlegungen mit einfließen.

Grossmann: Nur eine kurzfristige Lösung

Als „nachvollziehbar“ bewertet Landtagsabgeordneter Patrick Grossmann den Schritt seiner Parteifreunde aus Donaustauf. „Der jetzige Zustand kann nur eine kurzfristige Lösung sein“, betont er und wünscht sich, dass es möglichst schnell zu einem Termin vor Ort kommt. Dabei verspricht er sich Lösungen, die mit dem Denkmal vereinbar sind. Grossmann selbst hat als Alternative eine Stahl-Konstruktion im Kopf, die in den Boden eingelassen ist und auf der eine Art Glasgeländer steht.

Skeptisch ist der Donaustaufer Bürgermeister Jürgen Sommer, ob eine Petition etwas bewirken kann. „Das entscheiden letztlich die Schlösserverwaltung und die Staatsregierung“, erklärt er an seinem Urlaubsort auf telefonische Anfrage der MZ. Selbst ist Sommer nach wie vor gegen Absperrungen und fühlt sich durch einen Urlaubsspaziergang an einer zwei Meter hohen Kaimauer bestätigt: „Hier laufen Unmengen Menschen herum, ohne dass es eine Absperrung gibt.“