Keine Ruhetage und regionales Bier: Schwandorfs neuer Festwirt über seine Volksfest-Pläne

Von Jan Lange · 23. August 2025 um 19:00

Die Entscheidung fiel schon vor einiger Zeit, jüngst wurde sie öffentlich gemacht: Bastian Schuhmann ist der neue Festwirt des Schwandorfer Volksfestes. Der Chef der B. Schuhmann Festzeltbetriebe GmbH aus Kasendorf (Oberfranken) ist bisher unter anderem vom Wiesenfest Kemnath bekannt, wo er heuer zum dritten Mal Festwirt war. Bei dem sechstägigen Event sprach die MZ mit ihm über seine Pläne für Schwandorf.

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Wann ist das nächste Schwandorfer Volksfest?

Bisher hatte sich der Termin des Volksfestes an Pfingsten orientiert und wechselte deshalb jedes Jahr. Das soll unter dem neuen Festwirt anders werden. In den kommenden beiden Jahren – so lange dauert der jetzige Vertrag zwischen der Stadt und Schuhmanns Festzeltbetrieben – soll das Volksfest am ersten Juniwochenende starten und bis Ende des zweiten Juniwochenendes dauern. Das wäre 2026 vom 5. bis 14. Juni. Im darauffolgenden Jahr würde es vom 4. bis 13. Juni steigen. Pfingsten ist in beiden Fällen vorbei: 2026 fällt der Pfingstsonntag auf den 24. Mai, im Folgejahr auf den 16. Mai.

Wird es auch künftig Ruhetage geben?

Heuer ruhte der Volksfestbetrieb drei Tage. Die Pause stieß auf Kritik. Unter dem neuen Festwirt soll es keine Ruhetage mehr geben. Das Volksfest soll durchgängig stattfinden – insgesamt zehn Tage und damit einen Tag länger als in diesem Jahr. Auch wenn der Festbetrieb ruhen würde, würde ihn das Geld kosten, meint Schuhmann. Deshalb soll das Fest nicht unterbrochen werden. Für die Tage nach dem ersten Festwochenende, den bisherigen Ruhetagen, plant er Sonderveranstaltungen und Sonderkonditionen.

So sah es im Kemnather Festzelt etwa eine Stunde nach dem Start des Festbetriebes um 17.30 Uhr aus. - Foto: Jan Lange
Beim Bieranstich kurz vor 20 Uhr hatte sich das Festzelt schon deutlich gefüllt, war aber auch noch nicht ganz voll. - Foto: Jan Lange

Wie groß wird das Festzelt sein?

Wie Bastian Schuhmann ankündigt, wird er das gleiche Zelt wie in Kemnath aufbauen – das ist 28 mal 40 Meter groß. Damit ist es etwas größer wie das bisherige Schwandorfer Festzelt, das zuletzt 30 Meter breit und 35 Meter lang war. Auch bei der Kapazität gibt es kaum Unterschiede. Bislang standen im Bierzelt fast 1600 Plätze zur Verfügung. Mit einer ähnlich hohen Platzanzahl rechnet auch der neue Festwirt Bastian Schuhmann. Dazu soll es noch einen zehn Meter langen Biergarten geben, den Bastian Schuhmann bei gutem Wetter sogar auf 15 Meter verlängern würde.

Woher kommt künftig das Bier?

Bisher galt die Regelung, dass das Festbier aus Schwandorf stammen muss. In der Ausschreibung der Volksfeste 2026 und 2027 wurde dies geändert. „Das Festbier ist von einer Brauerei zu beziehen, die ihren Sitz in Bayern hat und in Bayern braut“, hieß es nun. Trotz dieser Änderung bleibt der Bierlieferant der Gleiche. Bisher kam der Gerstensaft von der Schlossbrauerei Naabeck – und das ist auch künftig so. Die B. Schuhmann Festzeltbetriebe GmbH habe sich gemeinsam mit der Naabecker Brauerei beworben, wie Bastian Schuhmann erklärt. Ihm sei es wichtig, mit einer regionalen Brauerei zusammenzuarbeiten. Beim Wiesenfest Kemnath schenkt er das Bier der örtlichen Klosterbrauerei aus.

Wie viel wird die Maß Bier kosten?

11,60 Euro kostete die Maß beim Wiesenfest Kemnath. Beim diesjährigen Volksfest in Schwandorf lag der Preis bei 11,50 Euro. Er war gegenüber dem Vorjahr um 60 Cent gestiegen. Ob sich an dem Preis der Maß im nächsten Jahr etwas ändert, wird sich erst 2026 zeigen. Bastian Schuhmann wird im Frühjahr vor dem Start in die Volksfest-Saison eine feste Speisekarte erstellen, die bis zum Herbst für alle seine Feste gelten wird, kündigt er an. Das halbe Hendl kostet heuer in Kemnath 12,60 Euro und die halbe Haxn 17,20 Euro.

Ist der Festzug mit Bieranstich wieder am Samstag?

Bisher fand der Festumzug am Samstagnachmittag statt, anschließend erfolgte der Bieranstich im Festzelt – obwohl der Festbetrieb bereits am Freitag startete. Laut Schuhmann stehe noch nicht endgültig fest, ob dies auch künftig so sein wird. „Es gibt auch Stimmen, die den Anstich gern am Freitag machen wollen“, sagt der Festwirt. Beim Wiesenfest in Kemnath waren Festumzug und Bieranstich am ersten Tag. Kurz nach der Ankunft des Zuges im Festzelt wurde das erste Bierfass angestochen. In Schwandorf fand der Bieranstich bisher erst gut eine Stunde nach der Ankunft des Festzuges statt. Das sorgte dafür, dass sich das Zelt schon wieder etwas geleert hatte. Beim Wiesenfest war das Festzelt trotz des sich zügig anschließenden Bieranstichs aber auch nur zu etwa zwei Dritteln gefüllt.

Die Schausteller und Fahrgeschäfte werden von der Firma Uebel & Sachs organisiert – in Kemnath ebenso wie in Schwandorf. - Foto: Jan Lange
Welche Attraktionen es im nächsten Jahr geben wird, entscheidet sich aber erst im Herbst. - Foto: Jan Lange

Welches Programm ist geplant?

Das genaue Programm steht noch nicht fest. Bastian Schuhmann wünscht sich auch ein Feedback aus der Stadt, welche Bands nach Schwandorf geholt werden sollten. In Kemnath setzte er heuer auf einen Genre-Mix – auf der Bühne standen Partybands, Blaskapellen, Country-Musiker und ein Mallorca-Sänger. Bei der Suche nach der richtigen Mischung für Schwandorf müsste er nur nach Neunburg schauen, wo der Festwirt der Wiesn 2025 unter anderem die Kapelle Josef Menzl und die Stoapfälzer Spitzbuam engagiert und damit großen Erfolg hatte. Es steht auch noch nicht fest, welche Schausteller und Fahrgeschäfte zum nächsten Volksfest kommen. Eines ist aber klar: Verantwortlich für den Festplatz ist weiterhin die Firma Uebel & Sachs, mit der Bastian Schuhmann auch beim Wiesenfest zusammenarbeitet.

Wird es auch politische Veranstaltungen geben?

Beim Wiesenfest in Kemnath haben politische Veranstaltungen eine lange Tradition – schon bevor Bastian Schuhmann dort Festwirt wurde. Heuer traten Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bei der CSU, Staatssekretär Tobias Gotthardt bei den Freien Wählern und MdB Tina Winklmann bei den Grünen auf. Schuhmann kann sich vorstellen, beim Schwandorfer Volksfest ebenfalls eine solche Plattform zu bieten, denkbar sei nach seinen Worten beispielsweise ein Politischer Frühschoppen. Ganz ungewöhnlich ist dies für hiesige Volksfeste nicht: In Neunburg feierte die dortige CSU ihr 80. Jubiläum mit einem Politischen Frühschoppen auf der Wiesn. Zu Gast war Klaus Holetschek, CSU-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag.

Kommentar zu den Plänen des neuen Schwandorfer Festwirts

In den vergangenen Jahren gab es viel Kritik am Schwandorfer Volksfest. Festwirt Gerhard Böckl hatte sich nach mehr als 35 Jahren heuer zurückgezogen – neuer Festwirt ist ab 2026 Bastian Schuhmann, der unter anderem Erfahrung als Festwirt beim Wiesenfest in Kemnath hat. MZ-Redakteur Jan Lange ruft in seinem Kommentar die Schwandorfer auf, dem Neuen eine Chance zu geben.