Snackproduktion bei Lorenz in Neunburg auf nächstem Level: Neue Großanlage in Betrieb

Von Jan Lange · 18. August 2025 um 17:00

Es ist ein starkes Zeichen für Neunburg (Landkreis Schwandorf) und für den dortigen Standort der Firma Lorenz: Kürzlich nahm der Snackhersteller eine neue Stapelchips-Linie in Betrieb. Rund zehn Millionen Euro wurden dafür investiert. Auch die Belegschaft wurde erweitert.

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Mit der hochmodernen Produktionsstraße will das Unternehmen die Herstellung von Stapelchips deutlich steigern. Tausende Dosen werden auf den Bändern transportiert. Es ist ein in sich abgeschlossenes System. Vorn laufen die leeren Dosen ein, werden für die Befüllung noch einmal geprüft und anschließend befüllt und in größeren Chargen verpackt.

Über die Produktionsstraße können verschiedene Sorten Stapelchips laufen, wie Werkleiter Florian Dowy erklärt. Spezielle Sprühsysteme verteilen die jeweilige Geschmacksnote auf den Chips – von Paprika bis Sour Cream.

Mehrere Millionen Euro hat die Firma Lorenz in die Produktionserweiterung investiert.

Momentan ist es die Geschmacksrichtung Sour Cream mit ihrer typisch hellgrünen Dose, die übers Band läuft. Je nach Bedarf wird davon eine bestimmte Anzahl Dosen produziert und die Anlage danach auf eine andere Geschmackssorte umgestellt. Dafür ist in der modernen Anlage kein langwieriger Reinigungsprozess mehr erforderlich. Die Produktion kann ohne große Unterbrechung fortgesetzt werden, erklärt der Werkleiter.

Werk in Neunburg gibt es seit 55 Jahren

Dass gerade der Neunburger Standort für die Millioneninvestition ausgewählt wurde, hängt mit der dortigen Geschichte zusammen. In der Pfalzgrafenstadt wird nicht nur seit 55 Jahren für Lorenz produziert, dort liefen früher auch Chipsletten übers Band. Sie sind die Vorgänger der heutigen Stapelchips. Die Produktion der Chipsletten wurde 2019 eingestellt.

Landrat Thomas Ebeling (r.) durfte sich die riesige Produktionsstraße bei einem Betriebsrundgang näher ansehen. - Foto: Kathrin Urbach

Während es sich bei den normalen Chips aus der Tüte um dünne, frittierte Kartoffelscheiben handelt, sind die Stapelchips in Form gepresstes Kartoffelpulver, das in heißem Öl frittiert oder gebacken wird.

Die Neunburger hatten also schon Erfahrung in der Herstellung von Stapelchips. Zudem war die Halle, in der die Chipsletten produziert wurden, bis dato nicht für andere Produktionen genutzt. Die Halle musste also nicht neu gebaut werden. Dies seien laut Pressesprecherin Kathrin Urbach die Gründe gewesen, die Investition im Neunburger Werk vorzunehmen.

Verschiedene Sorten von Stapelchips laufen in der Produktionshalle über die Bänder. - Foto: Kathrin Urbach

Laut dem Werkleiter fanden aber umfangreiche Sanierungsarbeiten vor der Installation der neuen Produktionsstraße statt. Die Halle wurde kernsaniert, so unter anderem der Boden und die Deckenpaneelen erneuert. Anschließend wurden die Maschinen und Anlagen aufgebaut. Es ist eine mehr als 100 Meter lange Produktionsstraße, in der verschiedene Herstellungsprozesse ineinandergreifen.

Moderne Snackproduktion und Nachhaltigkeit gehen bei uns Hand in Hand.

Florian Dowy, Neunburgs Werkleiter

„Für uns in Neunburg ist das weit mehr als nur eine neue Anlage – das ist eine zukunftsweisende Investition von Lorenz in Technologie und Standort“, erklärt Dowy. Es sei laut dem Werkleiter eine innovative Anlage geschaffen worden, die auf die neue, recyclingfähige Verpackung zugeschnitten wurde. „Moderne Snackproduktion und Nachhaltigkeit gehen bei uns Hand in Hand“, fügt er hinzu. Die Produktionsfläche werde nun noch besser ausgenutzt. Der Standort Neunburg stehe innerhalb der Lorenz-Gruppe „echt gut da“, erklärt Pressesprecherin Kathrin Urbach.

Martin Birner (3. von links) sieht in der Millioneninvestition einen „bedeutenden Meilenstein“ für Neunburg. - Foto: Kathrin Urbach

Auch Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU) sieht in der neuen Stapelchips-Linie einen „bedeutenden Meilenstein“. Lorenz unterstreiche laut Birner damit „seine tiefe Verbundenheit mit dem Standort Neunburg“. Er sei auch froh, dass zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen wurden. 20 weitere Mitarbeiter hat Lorenz nach eigenen Angaben im Zuge der neuen Produktionslinie eingestellt – insgesamt gibt es nun knapp 450 Beschäftigte im Neunburger Werk.

Bereits im vergangenen Jahr sei mit der Suche nach Fachkräften begonnen worden, wie Dowy erklärt. Noch vor der Inbetriebnahme seien alle neuen Jobs besetzt worden, um die Mitarbeiter anlernen zu können. „Bei uns darf man sich aber immer bewerben. Gute Mitarbeiter braucht man immer“, betont der Werkleiter.