Spekulationen um Nittenauer Restaurant: Das Thang Long schließt – aber nicht wirklich

Von Bernd Hofmann · 17. August 2025 um 15:00

Eine Nachricht machte kürzlich in Nittenau (Landkreis Schwandorf) die Runde: Das Thang Long am Burghof soll schließen. Das stimmt zwar, aber ganz so, wie es auf den ersten Blick scheint, ist es nicht. Das erklären zumindest Trang und Quynh Vu vom Restaurant genau nebenan.

Video ansehen

Die beiden Restaurants, das Alavu und das Thang Long, gehören beide Familie Vu. Seit 23 Jahren betreiben die Eltern von Trang und Quynh den Imbiss, der vor allem für seine Pizzen beliebt geworden ist. Direkt nebenan hat Trang Vu mit ihrem Restaurant seit sieben Jahren einen Platz in Nittenau und ist damit auch über die Grenzen der Stadt bekannt. Jetzt soll das Thang Long aber schließen. Warum?

Vor allem der gesundheitliche Zustand ihres 65-jährigen Vaters sei der Grund für die Zusammenlegung, erklärt Trang Vu. Der habe in jüngerer Zeit vieles mitmachen müssen: einen Schlaganfall, einen Herzinfarkt und eine Corona-Erkrankung. „Wir haben gesagt: Es muss eine Veränderung kommen. Falls etwas ist, damit wir das auch selber stemmen können“, sagt Trang Vu.

Die Pizzen mussten weichen

Im November 2024 strichen sie die Pizzen von der Speisekarte, unter anderem weil ihr Vater wegen seiner Krankheit nicht so viel leisten konnte. „Die neue Karte ist damals nicht so gut angenommen worden“, erinnert sich Quynh. „Dann haben wir gedacht: Vielleicht macht es Sinn, dass wir die Küchen zusammenfassen.“ Auch Pizzen wird es nach vielen Wünschen jetzt wieder geben, mit einer neuen Rezeptur und auf der Speisekarte des Alavu. Im Hintergrund werden jetzt also immer noch das Essen von Alavu und Thang Long gekocht. Nur passiert das alles in einer Küche, statt davor in zwei getrennten.

Die Innenräume von Alavu: Hinter den Kulissen wurden die Küchen der beiden Restaurants zusammengelegt. - Foto: Bernd Hofmann

„Wir haben jetzt eine Küche und ein Kassensystem“, erklärt Trang Vu. Sie erhofft sich durch die Änderungen auch eine breitere Zielgruppe. Alavu mit seinem Fokus auf vietnamesische Küche spreche Frauen und Vegetarier an. Mit der Zusammenlegung hofft sie, dass auch Männer, die eher Hähnchen süß-sauer und Pizza bevorzugen, im Alavu ein Gericht finden. „Die Umstellungszeit ist für unsere Eltern holprig“, sagt Quynh Vu. Trotzdem, sei es wichtig gewesen, die Küchen zusammenzulegen. „Es ist wichtig, dass wir das jetzt machen, damit wir Kinder die Prozesse kennen.“ Denn für Trang ist klar: „Wenn unsere Eltern könnten, würden sie bis zum Tod hier arbeiten.“

Wenn unsere Eltern könnten, würden sie bis zum Tod hier arbeiten.

Trang Vu, Inhaberin vom Alavu

Das Paar blickt immerhin auf 35 Jahre gemeinsame Gastro-Erfahrung zurück. Angefangen hat für die Familie Vu alles in Regensburg. „Unsere Eltern sind mit großen Plänen nach Regensburg gekommen“, erinnert sich Trang Vu. Zuerst eröffneten sie Top Pizza am Rennweg, dann 2001 ein Restaurant am Minoritenweg. Nach einem Brand im Restaurant zog die Familie dann nach Prüfening in die Killermannstraße.

2003 von Regensburg nach Nittenau umgezogen

2003 kam dann endgültig der Umzug nach Nittenau. „Da haben sie dann alles zusammengebracht, was sie in Regensburg gelernt haben“, sagt Quynh Vu: Vor allem die Erfahrungen einer Pizzeria und die Idee eines kleinen Ladens.

Auch andere Öffnungszeiten gibt es seit dem 1. August beim Alavu. Statt jeden Tag, sieben Tage die Woche, öffnet das vietnamesische Restaurant nur noch Donnerstag bis Sonntag.

Der frühere Eingang zum Imbiss ist seit Corona geschlossen. - Foto: Bernd Hofmann

„Für mich, mit zwei kleinen Kindern, ist es schwierig alles im Blick zu haben“, sagt Trang Vu. Die geänderten Öffnungszeiten sollen da helfen. In der geschlossenen Zeit erledigt sie vor allem die Arbeiten im Hintergrund, wie den Einkauf und den Kontakt mit Azubis. „Das lief davor unterm Tag“, sagt sie.

Die Veränderungen werden angenommen. Wir kriegen gutes Feedback.

Trang Vu über die Resonanz auf die Zusammenlegung der beiden Restaurants

In den Tagen, in denen der Restaurantbetrieb beim Alavu ruht, werden auch verschiedene Workshops angeboten. Yoga-Brunch gibt es hier zum Beispiel etwa einmal im Quartal, aber auch andere kreative Kurse werden angeboten. „Es sind Sachen, die man Zuhause machen kann, aber nicht möchte“, erklärt Quynh Vu.

Seit zwei Wochen sind die Änderungen jetzt in Kraft. Bis jetzt könne man sich nicht beklagen. „Die Veränderungen werden angenommen, wir kriegen gutes Feedback“, freut sich Trang. Auch viele Stammkunden des Thang Long seine noch da. Im Endeffekt hat sich ja nicht viel verändert bei Familie Vu.