Offene Fragen nach Feuer im Burglengenfelder Zementwerk – Bereits 2024 brannte es

Von Martin Kellermeier · 18. August 2025 um 14:24

Nach dem Großbrand am Sonntagnachmittag hat im Burglengenfelder Zementwerk im Landkreis Schwandorf das große Aufräumen begonnen. Während der Betrieb tatsächlich aufrecht erhalten werden konnte, wird fieberhaft nach der Brandursache geforscht. Und nicht nur diese Frage ist offen.

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Wie berichtet, kam es am Sonntag zu einem größeren Brand in einer Halle auf dem Werksgelände von Heidelberg Materials (HM). Dort wurde Kunststoff-Granulat gelagert, das dem Betrieb als Hauptbrennstoff dient. Mehr als 340 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren nötig, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Ein Übergreifen auf weitere Gebäude konnte verhindert werden.

Der Schaden ist dennoch beträchtlich. Laut HM-Werkleiter Bernhard Reindl wird dieser auf jeden Fall in die Hunderttausende gehen. Der 45-Jährige berichtete der MZ, dass die Feuerwehr am Sonntag bis etwa 23 Uhr vor Ort war. Die Aktiven um Einsatzleiter Michael Prehn und Kreisbrandrat Christian Demleitner seien „sehr professionell und souverän“ vorgegangen, lobte Reindl. Anschließend sei der Brandort an HM übergeben worden. Nun würden die Aufräumarbeiten laufen. Die betroffene Halle werde komplett ausgeräumt und das aufgefangene Löschwasser von einer Spezialfirma abgepumpt.

Der HM-Werkleiter kündigte ferner an, dass ein Statiker zeitnah die Hallenkonstruktion überprüfen werde. Schon jetzt stehe wohl fest, dass das Dach zumindest teilweise demontiert werden müsse.

Produktion läuft weiter: Vorerst wird Braunkohle verfeuert

Die Produktion von Zement konnte indes am Montag trotz des Großbrandes weitergehen. Anstatt des Kunststoff-Granulats werde nun Braunkohle verfeuert, hieß es. Die Leistung der Drehofenanlage sei dennoch auf 80 Prozent abgesenkt worden.

Im Zementwerk hofft man, dass möglichst bald wieder das Kunststoff-Granulat verfeuert werden kann. Dieses sei schließlich ein „sehr günstiger Brennstoff“, so der HM-Werkleiter wörtlich. Überhaupt sei es ausgeschlossen, dass Zementwerk über einen längeren Zeitraum mit einem anderen Brennstoff zu betreiben. Das sei „auf Dauer nicht wirtschaftlich“.

Brandursache bleibt weiter ein Rätsel – Polizei ermittelt

Wie es zu dem Feuer in der Lagerhalle kommen konnte, ist weiter unklar. Bernhard Reindl vermutet einen Glimmbrand. Zu einem solchen war es bereits in derselben Halle im Oktober 2024 gekommen. Damals waren die Auswirkungen aber nicht so dramatisch wie jetzt. Das dürfte auch daran liegen, dass sich am vergangenen Sonntag blitzschnell ein offenes Feuer entwickelt hatte. „Das ist sehr untypisch und aktuell nicht erklärbar“, so Reindl. Im Kunststoff-Granulat sehe er dennoch „kein Sicherheitsrisiko“.

Die Polizeiinspektion Burglengenfeld hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Laut Polizeihauptkommissar Christian Allgeier ist eine zeitnahe Begehung des Brandortes mit der Kriminalpolizei geplant. Der neue Vize-Chef der örtlichen Polizei betonte, dass in der betroffenen Halle des Zementwerks keine giftigen Stoffe gelagert waren. „Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung“, erklärte Allgeier.