Regensburger Schmankerl-Laden Frida zieht mitten ins Herz des Welterbes

In der Ostengasse in Regensburg hat sich Kerstin Röhrles Spezialitätengeschäft Frida in kurzer Zeit zum beliebten Treffpunkt entwickelt. Bald heißt es Abschied nehmen – und dann folgt für die junge Mutter ein Neuanfang in noch viel zentralerer Lage.
Mitten hinein in den Trubel! Diesen Schritt geht Kerstin Röhrle im Herbst bereits zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit. Im Mai wurde durch die Geburt von Sohn Lasse zunächst ihr Privatleben turbulenter, im November macht sie einen neuen, doppelt so großen Laden auf. Sie wechselt dabei von der gemächlichen Ostengasse in die quirlige Untere Bachgasse.
Vielen ist Röhrle besser als Frida bekannt. So heißt ihr Geschäft in der Ostengasse, in dem sie seit fünf Jahren Allgäuer Schmankerl aller Art anbietet. Die 40 Quadratmeter Verkaufsfläche sind in dieser Zeit nicht nur ein Ort des guten Geschmacks, sondern auch ein Ort der guten Gemeinschaft geworden. Hier trifft man sich auf einen Ratsch, einen Kaffee oder auch ein Glas Wein – ein ungemein belebender Faktor für den Ostengassen-Kiez.
Viele Tipps nach MZ-Artikel
Umso trauriger war die Frida-Fangemeinde, als Anfang des Jahres der bevorstehende Auszug des Ladens bekannt wurde. Weil Röhrle zusätzlich Mahlzeiten anbieten wollte, sich aber mit dem Vermieter nicht über die dafür notwendigen Umbauten einigen konnte, war das Aus besiegelt. Die entsprechende Berichtererstattung in der Mittelbayerischen hatte aber auch etwas Gutes: „Ich habe zahlreiche Tipps bekommen, wo für mich passende Ladenflächen sein könnten“, erzählt die junge Unternehmerin.
Von gleich zwei Seiten bekam sie dabei den Hinweis, sich einmal die Räume des bald schließenden Geschäfts „Wie im Himmel“ in der Unteren Bachgasse anzuschauen. Prompt ein Volltreffer! „Ein wunderschöner, netter Laden“, schwärmt Röhrle. „Ich bin da rein und hab mich auf Anhieb wohlgefühlt.“ Mit 100 Quadratmetern hat sie hier genug Platz für ihre Vision von einem vielseitigen Genuss-Standort. Neben dem herkömmlichen Einkauf soll man hier frühstücken und Mittag essen, zu Kaffee und Kuchen kommen oder nach Feierabend eine Weinprobe und andere After-Work-Aktionen besuchen können. Nach dem Abschied in der Ostengasse Ende Oktober soll es bereits im November am neuen Standort im innersten Stadtzentrum losgehen. „Das wird sportlich, aber ich bin sicher, dass wir das schaffen.“
Sichtschutz zum Spielzeugladen
Wenn sie „Wir“ sagt, meint sie damit ihren gastronomieerfahreren Ehemann sowie „unsere Mädels“ – das sind drei Aushilfen, die auch nach dem Umzug an Bord bleiben. Aber trotz dieser Unterstützung stellt sich die Frage, ob diese Expansion nicht ein bisschen viel werden könnte mit einem dann gerade mal ein halbes Jahr alten Kind. Kerstin Röhrle lässt derlei Bedenken mit ihrer fröhlich-unbekümmerten Art an sich abtropfen. „Lasse ist total pflegeleicht, ein ideales Anfänger-Baby“, lacht sie und fährt dann eine Spur ernster fort: „Ich liebe es, Mutter zu sein. Und ich liebe auch mein Zuhause. Trotzdem muss ich auch raus unter die Leute. Sogar meine Frauenärztin hat gesagt, dass ich deutlich besser aussehe, wenn ich auch arbeite.“
Ich wäre ja gern dort geblieben. Aber jetzt freue ich mich schon auf unseren künftigen Standort.
Kerstin Röhrle, Inhaberin von Frida
So hat sie vor dem Standortwechsel nur in einer Hinsicht Bedenken. Der neue Laden befindet sich direkt gegenüber Spielwaren Selmair. „Da müssen wir eine Milchglas-Folie ins Fenster kleben und immer ein Stück höher damit werden, damit Lasse nicht nach drüben schauen kann – sonst werden wir arm.“
Definitiv ärmer könnte nach dem Wegzug von Frida die Ostengasse werden. Die Fläche ist zwar dem Vernehmen nach bereits neu vermietet, doch ob sie ein solch lebendiger Treffpunkt bleibt? In dieser Hinsicht hinterlässt Kerstin Röhrle große Fußstapfen. „Ich wäre ja gern dort geblieben“, versichert sie zumm Abschied noch einmal. „Aber jetzt freue ich mich schon auf unseren künftigen Standort.“