Schwandorfer Stadtarchiv arbeitet bereits im neuen Domizil – Baukosten waren teurer als gedacht

Seit Februar arbeitet das Schwandorfer Stadtarchiv bereits in seinen neuen Räumen. Das alte Krankenhaus, nahe beim historischen Pfleghof gelegen, war zuvor aufwendig kernsaniert worden. Die Baukosten waren am Ende allerdings teurer als geplant – nämlich um fast 900 000 Euro.
Der Umzug vom Rathaus, dem bisherigen Dienstort, in das alte Krankenhaus ist zwischen Ende Oktober und Ende November 2024 erfolgt. Rund 1600 laufende Meter Archivgut wurden dafür bewegt, sagt die stellvertretende Stadt-Sprecherin Lara Schmaus. Das war durchaus eine logistische Herausforderung: Bereits Wochen zuvor mussten Mitarbeiter umfangreiche Listen schreiben. Zudem hatte das Team genau zu überwachen und vorzugeben, „welche Teilbestände zu welchem Zeitpunkt wohin transportiert werden“.
Doch am Ende, sagt Schmaus, sei der Transport „nahezu reibungslos“ verlaufen. Die neuen Räume für das Stadtarchiv waren bitter nötig, denn der bisherige Standort platzte aus allen Nähten. Letztlich fiel die Wahl auf das alte Krankenhaus, das direkt neben der Ger-hardingerschule liegt. Statt das Gebäude abzureißen, wie es zeitweise diskutiert worden war, erfolgte daher eine Kernsanierung.
Vielfältige Ursachen verzögerten die Baumaßnahmen
Seit 2019 liefen die Planungen für das Projekt. Ursprünglich sollten die Bauarbeiten bis Ende 2023 abgeschlossen sein und der Umzug Anfang 2024 starten. Doch dieser Zeitplan ließ sich nicht ganz einhalten: Durch „vielfältige Ursachen“, so die Stadt, kam es nämlich zu „Verzögerungen im Bauverlauf“. Einer der Faktoren waren archäologische Untersuchungen, die unter anderem unterirdische Rauchkanäle ans Licht förderten.
Dazu kamen europaweite Ausschreibungen und mehrfache Wiederholungsausschreibungen, die zu weiteren Verzögerungen geführt haben. Letztere waren nötig, so die Stadt, weil es mangelndes Interesse, Insolvenzen und „wirtschaftlich nicht vertretbare Angebote“ gegeben habe. Auch Terminverschiebungen durch die Baufirmen sowie Lieferschwierigkeiten hätten die Bauzeit verlängert. „Erschwert wurde das gesamte Bauvorhaben zusätzlich durch die allgemein herausfordernde Lage in der Baubranche, bedingt durch die Covid-19-Pandemie und den Krieg in der Ukraine“, sagte Schmaus zu den Hintergründen.
Erschwert wurde das gesamte Bauvorhaben zusätzlich durch die allgemein herausfordernde Lage in der Baubranche, bedingt durch die Covid-19-Pandemie und den Krieg in der Ukraine.
Lara Schmaus, stellvertretende Pressesprecherin der Stadt Schwandorf
Diese Probleme haben auch den Baupreis in die Höhe getrieben. Im Jahr 2020 lagen die geschätzten Gesamtkosten bei rund 3,4 Millionen Euro. Doch nach jetzigem Stand werden sich diese am Ende auf circa 4,3 Millionen Euro belaufen – sie sind also um knapp 900 000 Euro nach oben geklettert. Ein größerer Teil dieser Kosten wird allerdings gefördert. Auch dieser Anstieg sei auf die „schwierige Marktsituation, in der die Baumaßnahme stattfand“, zurückzuführen.
Für das Stadtarchiv haben die neuen Räume viele Vorteile
Nun aber werden die neuen Räume seit mehreren Monaten genutzt. Aus Sicht der Stadt hat der neue Standort viele Vorteile: „Die klimatischen Bedingungen in den neuen Räumlichkeiten erfüllen alle Anforderungen an eine sachgerechte Lagerung und Aufbewahrung von Archivgut“, teilt Schmaus mit. Zudem ist das Archiv dank des Innenaufzugs, der eingebaut wurde, für die Nutzer barrierefrei zugänglich. „Darüber hinaus verfügt das neue Stadtarchiv über einen modernen Multimedia-Raum, der sich ideal für Vorträge sowie die Betreuung ganzer Schulklassen eignet – ein wichtiger Schritt für die zukünftige Öffentlichkeitsarbeit und archivpädagogische Angebote.“
Der Eingang zum neuen Stadtarchiv liegt direkt gegenüber dem Rathaus. Über eine Treppe oder einen gläsernen Aufzug sind die Räume (auch barrierefrei) zu erreichen. Rund um den Bereich waren zuletzt allerdings noch Absperrungen zu sehen. Wie Schmaus mitteilt, betreffen diese nur die Außenanlagen. Wegen einer Insolvenz hätten die dortigen Arbeiten bisher nämlich „nicht fortgeführt werden“ können. „Die Zuwegung wurde deswegen provisorisch hergestellt.“
Die alten Räume im Schwandorfer Rathaus, wo bisher die Geschichte der Großen Kreisstadt ihre Heimat hatte, bleiben übrigens weiterhin als Archiv genutzt. „In diesen Räumlichkeiten“, so Lara Schmaus von der Pressestelle, „lagern weiterhin circa 30 000 Bauakten der Großen Kreisstadt Schwandorf.“ Zudem werde hier ein Zwischenarchiv – eine sogenannte Registratur – „für mehrere zehntausend Aktenordner aus der Verwaltung“ aufgebaut.