Fesselnde Lektüre für den Urlaub: Diese fünf Lesetipps geben Regensburger Buchhändler

Ob verregnete Ferientage oder sonnige Nachmittage im Freibad: Ein gutes Buch zur Hand zu haben, ist nie verkehrt. Welche Urlaubslektüre die Buchhändler in der Regensburger Altstadt in diesem Sommer ihren Kunden empfehlen, die zuhause auf dem Balkon oder im Urlaub am Strand in fremde Welten eintauchen wollen, verraten sie hier.
■ „Der Gott des Waldes“: Feriencamp mit Geheimnissen
Eindrückliche Naturbeschreibungen treffen auf eine fesselnde Story: Für Andrea Kornprobst, Buchhändlerin und Leiterin der Belletristik bei Bücher Pustet in der Gesandtenstraße, ist „Der Gott des Waldes“ der US-amerikanischen Autorin Liz Moore, das Lese-Highlight des Sommers. „Es ist ein sehr vielschichtiger Roman, für den man ein bisschen Zeit einplanen muss“, sagt sie. „Doch wenn man mal im Lesen drin ist, wird er zum echten Pageturner.“
Auf satten 590 Seiten entführt die Autorin ihre Leser in ein Naturreservat, wo die Familie Van Laar ein Feriencamp betreibt – und wo unheilvolle Ereignisse in verschiedenen Zeitebenen Einblicke in eine ebenso verstörende wie tragische Familiengeschichte geben. Gerade für Leser, die keinen Krimi, sondern einen „super spannenden Roman“ suchen, sei das Buch mit seinen detailliert ausgearbeiteten Figuren ein rundum gelungenes Lesevergnügen.

■ „Dunkle Momente“: Lesegenuss nicht nur für Juristen
Wer gerne einmal hinter die Kulissen der Justiz schauen möchte, dem empfiehlt Heinrich Altenbuchner, Inhaber der Buchhandlung am Kohlenmarkt „Dunkle Momente“ von Elisa Hoven. „Die Autorin ist Professorin für Strafrecht in Leipzig, begibt sich aber in diesem Roman in die Rolle einer Strafverteidigerin“, sagt er.
Ein wenig ähnele das Buch den Werken von Ferdinand von Schirach – doch statt einzelner juristischer Fälle sei hier alles miteinander verbunden, „auch mit der Persönlichkeit und mit der Familiengeschichte dieser fiktiven Anwältin.“ Als Lektüre für den Sommer könnte „Dunkle Momente“ alle Leser begeistern, „die gute Sprache lieben und einen Spannungsbogen mögen“. Selbst Jurist sein müsste man dagegen definitiv nicht, um an dem 336 Seiten langen Roman gefallen zu finden, verspricht er.

■ Unverhoffte Wendungen in „Wedding People“
Der Anfang von „Wedding People“ von Alison Espach mag sich zunächst einmal nicht nach leichter Sommerlektüre anhören: Eine Frau im mittleren Alter verfällt nach der Trennung von ihrem Mann in Depressionen und beschließt, ihrem Leben in einem Luxusressort ein Ende zu setzen. „Man kann das Buch jedoch ganz wunderbar im Urlaub lesen“, sagt Johanna Röhrl, die in Buchhandlung Bücherwurm in der Maximilianstraße für Personal- und Projektmanagement zuständig ist.
Denn in eben jenem Hotel am Meer platzt die Protagonistin in dem 480 Seiten langen Roman in eine Hochzeitsgesellschaft – und beginnt, sich mit der Braut ohne Hemmungen über ihr Leben auszutauschen. „Ich will gar nicht zu viel spoilern“, sagt Röhrl, „aber es ist ein Buch, das überhaupt nicht depressiv oder traurig macht, sondern ganz positiv ist – und das zeigt, wie sich Dinge zum Bessern wenden können.“

■ Starke weibliche Stimmen in „Sommersprossen“
Kein dicker Schinken, der sich auf Reisen nicht mitnehmen lässt, sondern eine Reihe kurzer Geschichten von namhaften Autorinnen: Für Lalena Hoffschildt ist „Sommersprossen“, eine Sammlung mit „Geschichten vom Auftauchen des Glücks“ von Elke Heidenreich über Mariana Leky bis hin zu Virginia Woolf nicht nur wegen des Titels ein heißer Sommertipp.
„Die Geschichten ermöglichen es einem, in der Hitze des Sommers kurz in das Buch einzutauchen – und sich dann am Strand wieder zu sonnen oder ins Wasser zu gehen“, sagt die Inhaberin der Buchhandlung Dombrowsky. Das Buch mit 208 Seiten sei ein „Handschmeichler“, erschienen in einem kleinen unabhängigen Verlag, und spreche, durchgehend aus weiblicher Perspektive erzählt, vor allem Leserinnen an. „Es ist perfekt für den Sommermoment“, sagt sie.

■ Ans Meer träumen mit „Die Hummerfrauen“
Um die Geschichte dreier sehr verschiedener Frauen unterschiedlichen Alters dreht sich der Buchtipp von Anna Schiffner, Filialleiterin der Buchhandlung Rupprecht in der Königsstraße: Ihre Empfehlung ist der 400 Seiten lange Roman „Die Hummerfrauen“ von Beatrix Gerstberger. „Die Frauen treffen Anfang der 2000er Jahre in Maine aufeinander“, sagt sie. „Was sie verbindet, ist das Meer und das Hummerfischen, mit dem dort der Lebensunterhalt verdient wird.“
Drei Generationen, mehrere Zeitebenen, ein Geheimnis – das habe man schon oft gehört. „Doch bei diesem Buch musste ich trotzdem zugreifen. Ich habe es selbst in meinem Urlaub gelesen und es hat sich mehr als gelohnt“, sagt sie. Auch das Setting sei perfekt für den Sommer: „Man hat das Gefühl, am Meer zu sein, auch wenn man selbst gar nicht dort ist.“
