BWG-Rat Glötzl bewirbt sich erneut um Bürgermeisteramt in Burglengenfeld

Seit wenigen Tagen ist es fix: Die Burglengenfelder werden sich bei den Kommunalwahlen am 8. März kommenden Jahres zwischen drei Bürgermeisterkandidaten zu entscheiden haben – mindestens. Als dritter Mann hat Gregor Glötzl jetzt offiziell seinen Hut in den Ring geworfen. BWG-Vorsitzender Albin Schreiner bezeichnet den 42-jährigen Diplom-Geographen als „ideale Besetzung“.
Für aufmerksame Beobachter der Lokalpolitik kommt Glötzls Bewerbung nicht besonders überraschend, obwohl er 2020, bei seinem ersten Anlauf, eine herbe Niederlage hatte hinnehmen müssen. Mit 8,1 Prozent der Stimmen hatte er gegen Amtsinhaber Thomas Gesche (CSU) und dem damaligen SPD-Kandidaten Michael Hitzek keine Chance.
Doch nach seinem, beruflich bedingt, verspäteten Einzug in den Stadtrat 2021 zählte Glötzl zu den schärfsten Kritikern von Gesche (CSU). Mindestens zwei Mal forderte er seinen Rücktritt. Auch sonst versuchte er, sich zu profilieren. Besonders auffällig war dies im Ringen um einen tragbaren Kompromiss bei der von Heidelberg Materials beantragten Steinbruch-Erweiterung. Sowohl im Rat als auch in der Bürgerinitiative, die sich gegen das Vorhaben wehrt, brachte er sich mit seiner Expertise ein.
Einstimmiges Votum im Vorstand
Als Bürgermeisterkandidat einstimmig vorgeschlagen wurde Glötzl jetzt in einer Sitzung des BWG-Vorstands, der selbst erst eine Woche zuvor neu gewählt worden war.
Zu den Schwerpunktthemen des 42-jährigen, zweifachen Familienvaters zählt die Stadtentwicklung. Projekte jeder Größe voranzubringen, sei gewissermaßen sein tägliches Brot, sagt Glötzl auf Anfrage der MZ. Denn hauptberuflich arbeitet er in der Abteilung Entwicklungsplanung der Stadt Regensburg. Burglengenfeld habe diesbezüglich dringend neue Impulse nötig. In den vergangenen Jahren sei die Stadt „ideen- und lieblos gewuchert“. Aus fachlicher Sicht seit dies kaum zu ertragen gewesen.
Traditionelle Parteistrukturen hält er für überholt
Sollte er in Burglengenfeld zum neuen Rathauschef gewählt werden, will Glötzl nicht als einsamer Experte glänzen, sondern die Bürger so gut wie möglich in Entscheidungsprozesse einbeziehen. Das beginne mit einer strukturierten Abfrage ihrer Meinungen. Bloße Information zu Projekten, wie das bisher üblich gewesen sei, reiche bei weitem nicht mehr aus.
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Überhaupt hält Glötzl traditionelle Parteistrukturen für überholt. Sie schafften es nicht mehr, Menschen so mitzunehmen, wie diese es erwarten würden. Das Ergebnis sei, dass immer mehr Wähler ihr Kreuz bei „den Faschisten“ machten. Diesem Trend gelte es dringend Einhalt zu gebieten, so der BWG-Kandidat.
Wie die Struktur für eine direkte Beteiligung aussehen könne, sei bereits Teil des Wahlkampfs: Jeder sei eingeladen mitzuwirken, sei es als Mitglied oder nur mit seinem Wissen und seinen Ideen. Die BWG, so Glötzl, biete jedem Bürger die Chance mitzugestalten – „ohne Parteibuch“.
Wird es eine Liste mit 24 Namen geben?
Ob dieser Appell reicht, für den Stadtrat eine Bewerberliste mit 24 Namen zu füllen, steht laut Glötzl noch nicht fest. Man befinde sich in einem dynamischen Prozess. Zuletzt hatte die BWG verkündet, es sei gelungen, einige Neumitglieder zu gewinnen und den Altersdurchschnitt der Gruppe zu senken. Andererseits sind bestimmte Persönlichkeiten verloren gegangen, die vor sechs Jahren als Zugpferde eine größere Rolle gespielt hatten.
Die ehemalige 2. Vorsitzende Evi Vohburger (früher SPD-Rätin) oder Harald Braun waren beispielsweise 2020 in den Stadtrat eingezogen, mussten die Posten aber wieder räumen, nachdem Vorsitzender Schreiner seinen Rücktritt vom Rücktritt verkündet hatte und bei Glötzl der Hinderungsgrund für den direkten Einzug durch eine berufliche Neuorientierung entfallen war.
Reaktionen der politischen Gegner
Glötzls Gegenkandidaten reagierten auf die Bekanntgabe seiner neuerlichen Ambitionen gelassen. „Auf der BWG liegt nicht mein Augenmerk“, sagte CSU-Kandidat Michael Schaller. Glötzls Bewerbung habe er aber geahnt.
„Das war vorhersehbar“, sagte auch Martin Antretter (SPD) Allerdings räumte er ein, dass es ihm lieber gewesen wäre, wenn die BWG auf einen eigenen Bürgermeister-Kandidaten verzichtet und sich bereit erklärt hätte, von Anfang an den Mann der SPD, also ihn, zu unterstützen. Antretter bestätigte, dass es vor Monaten Bemühungen gegeben habe, entsprechende Gespräche zu führen. Geglückt sei das nicht.
Mit Glötzls Kandidatur ist schon jetzt ziemlich sicher, dass am 8. März keine Entscheidung fällt, wer der künftige Rathauschef sein wird. Alles deutet auf eine Stichwahl hin.