Diebe klauen Kartoffeln direkt vom Feld – Bauer aus Altlandkreis Roding macht seinem Ärger Luft

Schon seit ein paar Jahren wird auf deutschen Felder immer mehr geklaut. Landwirte in ganz Deutschland berichten immer wieder, dass ihnen Kürbisse, Beeren, Obst oder Kartoffeln direkt ab Feld gestohlen werden. Jetzt hat der Trend auch den Landkreis Cham erreicht. Ein Bauer aus dem Altlandkreis Roding schimpft über die sozialen Medien über den dreisten Diebstahl, der ihn kürzlich einige Reihen Erdäpfel gekostet hat.
Der rein materielle Schaden dürfte sich dabei noch halbwegs in Grenzen halten. Doch schon der zeitliche Aufwand, den der Diebstahl den Bauern kostet, macht ihn wütend:. Denn die Diebe haben nicht etwa sauber geerntet, sondern nur oberflächlich die Feldfrüchte ausgebuddelt. Dem Landwirt bleibt es nun, die Kartoffelreihen sauber abzuernten – und das Feld wieder herzurichten.
Solche A....löcher soll der Blitz treffen. Im Hals sollen ihnen die Kartoffeln stecken bleiben.
Bestohlener Landwirt
Das muss er mit der Hand erledigen, weil: „zu schön waren sie sich, die Hände richtig dreckig zu machen. Haben nur schnell oben drüber gekratzt und unten die restlichen Knollen drin gelassen. Jetzt darf ich mit der Hand nachgraben und die letzten unreifen Knollen ausgraben.“
Was den Landwirt am meisten ärgert: „wie wenig Respekt manche vor dem Eigentum anderer haben“.

Nur 100 Meter vom Dorf
Nur 100 Meter vom Dorf entfernt waren die Diebe zu Werk – ganz schön dreist, findet der Bauer, der für die Langfinger nur Schimpfwörter übrig hat: „Solche A....löcher soll der Blitz treffen. Im Hals sollen ihnen die Kartoffeln stecken bleiben.“
Ganz schön deutliche Worte – der Früchteklau macht dem Bauern sichtlich zu schaffen. Aber ist er der einzige in der Region den es getroffen hat? Eine Nachfrage beim Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands Cham (BBV) macht deutlich: Bei dem Vorfall handelt es sich wohl – zumindest bisher – um einen Einzelfall. „Das ist das erste Wort, das ich davon höre. Mir ist so etwas noch nicht berichtet worden“, sagt Franz Holzapfel, und fügt grinsend hinzu: „Da sind wir wohl bis dato noch eine Insel der Glückseligkeit. Gott sei Dank.“
Grundsätzlich gilt natürlich: Kartoffeln einfach so ohne Erlaubnis des Besitzers vom Feld abzuklauben, ist rechtlich Diebstahl und damit verboten.
Trotzdem hat anders als unser Bauer beispielsweise ein Landwirt bei Eichstätt die Diebe auf frischer Tat ertappt, wie das landwirtschaftliche Wochenblatt vor einem Jahr berichtete. Für zehn Kartoffeln sei ein Schaden von hundert Euro entstanden, rechnete das Blatt damals den Lesern vor. Die Summe komme durch den Flurschaden und den Mehraufwand bei der Ernte zustande. Die Folgen für das Diebespaar: eine Anzeige wegen versuchten Diebstahls und Sachbeschädigung.
Ein Schweizer Landwirt ertappte eine Frau beim Kartoffelklau und filmte die Diebin dabei – das Video des 29-Jährigen ging viral. In Rheinland Pfalz klauten besonders dreiste Diebe erst vor Kurzem circa 300 Kilo vom Acker – und nicht zum ersten Mal, lässt sich der Landwirt zitieren. Ähnlich im Kreis Ansbach vergangenes Jahr: Auch hier fehlten rund 100 Kilo Erdäpfel, „schönste Speisekartoffeln“, betonte der Bauer gegenüber den Medien.
Im Magazin agrarheute schlagen mehrere Landwirte im benachbarten Österreich Alarm: Kürbisse, Kartoffeln und Äpfel wurden gestohlen.
In Cham winkt ein Vertreter der Polizei ab: Bisher seien keine Anzeigen wegen ähnlicher Vorkommnisse bei der Polizei eingegangen.
Und noch ein Diebstahl
Dem Landwirt aus dem Altlandkreis Roding hilft das wenig, dass er, so scheint es, bisher ein Einzelfall ist. Nur zwei Tage nach dem ersten Diebstahl findet er erneut Hinweise auf Kartoffeldiebe. „Schon wieder ist geklaut worden! Diesmal bei den späten Kartoffelsorten, die noch voll im Laub stehen“, ärgert er sich. „Da weißt nimmer ob du wütend oder traurig sein sollst.“
