Hotel-Neubau am Klausensee in Schwandorf lässt weiter auf sich warten

Von Jan Lange · 10. August 2025 um 19:00

Die kühlen Temperaturen der zurückliegenden Wochen waren nicht unbedingt optimal fürs Baden im Klausensee. Aber sie wären wahrscheinlich gut gewesen, um den geplanten Hotelbau voranzutreiben. Gebaggert und gebaut wird aber nach wie vor nicht – obwohl der Investor, die AIM Projekt 50 GmbH, den Baustart bereits für den Sommer 2024 angekündigt hatte.

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Lauscht man den Badegästen, die sich an schönen Tagen am Klausensee tummeln, sind manche froh, dass es das Naturbad immer noch gibt. Aber auch das Hotelprojekt ist Gesprächsthema. Schließlich hatte das Vorhaben seit seinem Bekanntwerden für einigen Wirbel gesorgt.

Euphorie ist verflogen

Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) hatte dem Investor, ohne den Bauausschuss einzubinden, eine Baugenehmigung erteilt und geriet dafür schwer unter Beschuss. Auch bei der Nominierung des CSU-OB-Kandidaten im Mai waren die Vorgänge erneut thematisiert worden.

In der Stadtverwaltung scheint man über das Hotelprojekt nicht mehr so euphorisiert zu sein. In den vergangenen Ausschüssen und Stadtratssitzungen wurde das Bauvorhaben immer wieder angesprochen, ohne dass die Verwaltung eine befriedigende Antwort geben konnte. Auch in der jüngsten Sitzung erkundigte sich UW-Fraktionschef Kurt Mieschala nach dem aktuellen Sachstand beim Klausensee-Hotel. Die Antwort vom OB blieb auch diesmal dürftig.

Offiziell erklärt Schwandorfs Pressesprecher Andreas Hofmeister auf MZ-Anfrage: „Der Stadt Schwandorf ist nichts Gegenteiliges bekannt, dass die Pläne nicht weiterverfolgt werden.“ Wie Rupert Atzberger von der AIM Projekt 50 GmbH bestätigt, werde natürlich an dem Projekt festgehalten , und es soll auch umgesetzt werden. Der anfangs aufgestellte ambitionierte Zeitplan – das Vier-Sterne-Resorts sollte noch im Herbst 2025 eröffnet werden – ist jedoch Geschichte.

Nach der vorschnell erteilten Baugenehmigung im Januar 2024 waren die fehlenden Naturschutz- und Umweltprüfungen einer der größten Kritikpunkte. Später hatte der Investor zugesichert, Umweltprüfungen noch durchzuführen. Dem Landratsamt liegt bisher eine Artenschutzprüfung zum geplanten Feriendorf am Westufer des Klausensees vor, wie Sprecher Manuel Lischka bestätigt. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung für das Hotelprojekt sei dagegen noch nicht eingereicht worden, so Lischka weiter. An einem Umweltgutachten werde noch gearbeitet, hatte der Investor vor kurzem gegenüber Pressevertretern erklärt.

Und so konnte auch die Seeklause heuer wieder normal in die Saison starten. Eigentlich dürfte es sie gar nicht mehr geben, denn besagter Hotelbau sollte längst begonnen haben.

Über die Ferienhaussiedlung am Westufer des Klausensees ist im wahrsten Sinne des Wortes Gras gewachsen. - Foto: Jan Lange

Da dies aber bisher nicht der Fall ist, ist die Seeklause seit Ende Mai an schönen Tagen regulär geöffnet. Am Strand tummeln sich dann zahlreiche Badegäste, genießen die entspannte Atmosphäre am Klausensee und die Imbissangebote der Seeklause. An diesen Tagen scheint es, als würde hier kein großes Hotel geplant sein.

Drei Klagen am VG anhängig

Dabei hat die AIM Großes vor: Am Nordufer soll ein Vier-Sterne-Resort mit gut 90 Zimmern, Gastronomie, Veranstaltungsräumen und Wellnessbereich entstehen. Ein Feriendorf mit 50 Stelzenhäusern sowie Saunahäusern, Bootsverleih und Abenteuerspielplatz ist darüber hinaus am Westufer geplant.

Beim Verwaltungsgericht (VG) Regensburg sind derweil drei Klagen anhängig, wie Pressesprecherin Kristin Benedikt der MZ bestätigte. Zwei dieser Klagen richten sich gegen das geplante Hotel, eine gegen die Ferienhaussiedlung. Einer der Kläger wollte eine Entscheidung im Eilverfahren erreichen. Dies sei vom VG aber abgewiesen worden, so Benedikt. Da es keine Entscheidung zugunsten der Kläger im Eilverfahren gibt, hat das Verfahren auch keine aufschiebende Wirkung für den Bauherren. Die AIM kann ihr Projekt rechtlich gesehen umsetzen, da ihr die Baugenehmigungen vorliegen. Sie würde dann aber auf eigenes Risiko bauen, da es in den Hauptverhandlungen theoretisch auch eine Entscheidung zugunsten der Kläger geben könnte, erklärt die Gerichtssprecherin.

Bisher gibt es laut Benedikt noch keine Termine für die Verhandlungen. Das schließe aber nicht aus, dass es in diesem Jahr noch zu einer Entscheidung kommen könnte.