Um Klausensee-Projekt in Schwandorf ist es ruhig geworden: Artenschutz-Prüfung steht noch aus

Nachdem Schwandorfs OB Andreas Feller (CSU) am 15. Januar 2024 den Bauantrag für ein Hotel am Klausensee unterschrieben hatte, sollte alles ganz schnell gehen. Seit Mai ist auch das benachbarte Naturferiendorf genehmigt. Doch bis auf erste Baumfällungen hat sich auf dem Areal noch nichts getan.
Zuletzt verging kaum eine Ausschusssitzung oder Zusammenkunft des Schwandorfer Stadtrats, in der das 20-Millionen-Vorhaben der Passauer AIM-Gruppe nicht zum Thema geworden wäre. Doch auf die Anfragen der Stadträte hieß es von der Verwaltung in schöner Regelmäßigkeit, dass es „nichts Neues“ gebe.
Überplantes Areal ist über 19 Hektar groß
Bekannt ist, dass die AIM-Gruppe auf einem mehr als 19 Hektar großen Grundstück am Nord- und Nordwestufer des Klausensees ein Vier-Sterne-Resort mit knapp hundert Betten sowie ein Feriendorf mit 50 Gebäuden in Holzbauweise errichten will. Als Betreiber des gesamten Komplexes soll die interSPA-Gruppe aus Stuttgart fungieren.
Noch im März des vergangenen Jahres hatte AIM-Projektleiter Rupert Atzberger einen Baubeginn im Juli oder August in Aussicht gestellt. Das Hotel solle möglichst bis Ende 2025 fertiggestellt sein, das Feriendorf noch eher, hieß es. Doch die genannten Termine dürften sich nicht halten lassen.
Denn nach den Worten Atzbergers rechnet die AIM-Gruppe mit einer Bauzeit von eineinviertel bis eineinhalb Jahren, wie der Projektleiter erklärte. Die Gebäude selbst ließen sich relativ zügig hinstellen, da sie in Modulbauweise errichtet würden. „Den größten Aufwand macht die Herstellung der Infrastruktur“, sagte Atzberger.
Kein neuer Termin für den Baubeginn
Die Verzögerung begründete der Projektleiter gegenüber unserer Zeitung zum einen mit weiteren Abstimmungserfordernissen, zum anderen mit der Tatsache, dass nach wie vor ein Einspruch aus der Nachbarschaft gegen das Projekt anhängig sei. Nähere Details nannte er nicht, auch nicht einen Termin für den möglichen Baubeginn.
Unklar ist unterdessen, wie weit die umwelt- und naturschutzfachlichen Untersuchungen auf dem Gelände inzwischen gediehen sind. Vertreter der Investorenseite hatten entsprechende Gutachten mehrfach in Aussicht gestellt. Nachdem im März des vergangenen Jahres der Bauantrag für Ferienhaussiedlung und Parkplatz eingereicht worden war, hatte die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt eine artenschutzrechtliche Prüfung für diesen Bereich ausdrücklich zur Auflage gemacht. Ein Untersuchungsergebnis liegt derzeit aber noch nicht vor. Auch ein Termin, „wann die Ergebnisse uns vorgelegt werden, wurde uns nicht mitgeteilt“, wie Landkreissprecher Manuel Lischka informierte.
Landratsamt pocht auf Abstimmung beim Artenschutz
Projektleiter Atzberger nannte der MZ auf Nachfrage zur artenschutzrechtlichen Prüfung keine weiteren Details. Er kündigte aber an, dass vor dem Baubeginn im Rahmen einer Umweltprüfung eine Begehung des Geländes geplant sei. Auch begleitende Gutachten während der Bauphase stellte er in Aussicht. Bei Bedarf könnten Maßnahmen für den Artenschutz ergriffen werden, etwa Umsiedlungen.
In diesem Zusammenhang pocht das Landratsamt allerdings auf Absprachen. „Soweit sich natur- oder artenschutzrechtliche Probleme zeigen, sind Lösungen mit der Unteren Naturschutzbehörde abzustimmen“, formuliert es Pressesprecher Lischka.
Auch bei der Stadt Schwandorf übt man sich im Abwarten. Auf Anfrage erklärte Pressesprecher Andreas Hofmeister, es gebe keinen neuen Sachstand. Zuletzt hatte Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) im Interview mit der Mittelbayerischen auf die Frage, ob das Projekt überhaupt noch umgesetzt werde, gesagt: „Ich habe nichts Gegenteiliges gehört. Aktuell laufen dort wohl naturschutzrechtliche Abklärungen.“
