Der neue Easy-Pächter ist in der Chamer Kultdisco groß geworden: „Sind eine Familie“

Von Tanja Fenzl · 8. August 2025 um 18:30

„Zurück zu den Wurzeln“, heißt das Motto für den früheren Stammgast bei der Renovierung des Chamer Kultlokals. Der 36-Jährige hat seinem Verpächter Christian „Bobesch“ Schneider versprochen: Es wird alles wieder so, wie es einmal war.

Video ansehen

„Schreib’, der Hannes macht’s. Den kennen alle aus dem Easy“, sagt Hannes. Johannes „Hannes“ S. ist 36, arbeitet normalerweise am Bau, und ist der neue Easy-Wirt. Der Willmeringer will schaffen, was seine Vorgänger nicht geschafft haben: Dem Easy wieder zu altem Glanz verhelfen, die Kult-Disco/Kneipe wieder so zu führen, wie zu Zeiten von Christian „Bobesch“ Schneider, der als Wirt des Easy Ende 2023 nach 27 Jahren in Rente gegangen ist.

Ich mag es nicht, in der Öffentlichkeit zu stehenHannes S., demnächst neuer Easy-Wirt

Auch, wenn Hannes als neuer Easy-Pächter jetzt irgendwie in der Öffentlichkeit steht, will er den Ball flach halten. „Ich mag es nicht, in der Öffentlichkeit zu stehen und meinen Namen oder mein Bild in der Zeitung zu sehen“, sagt er. Auch wenn viele schon die Spatzen auf den Dächern pfeifen hörten – vor allem etliche Easy-Gäste wissen längst, wer ihr Stammlokal wiedereröffnen wird –, „ein bisschen will ich das ganze einfach noch unter Verschluss halten.“ Auch ein bisschen Taktik ist dabei. „Viele fragen sich natürlich, wer der neue Wirt ist“, ist ihm bewusst.

Aktuell im Netz: Am Unfallort an Julia erinnern: Freunde organisieren am 23. August Sternfahrt in Cham

Wichtig ist ihm aber nicht, dass alle wissen, wer hinter der Wiedereröffnung des Chamer Kult-Lokals steckt. Wichtig ist ihm vor allem eines: dass alle wissen, dass das neue Easy wie das alte Easy werden soll.

Begeisterung ist groß

„Ich hab’s dem Christian versprochen, dass ich das alte Easy wiederauferstehen lasse“, sagt Hannes, „und so wird das auch durchgezogen.“ Die Resonanz in den sozialen Medien gibt ihm recht: Die Follower-Zahlen der Facebook-Seite sind noch einmal nach oben geschossen, die Kommentare der Gäste überschlagen sich. Jeder Post sorgt für neue Begeisterungsstürme. Die „Easy Bar“, wie sie künftig heißen soll, sorgt schon jetzt für Furore.

Innen ist noch einiges zu tun. Der Hannes hat aber schon die alten Balken wieder zum Vorschein gebracht. - Foto: Tanja Fenzl

„Ich bin mir sicher, dass das am 13. September bei der Eröffnung durch dir Decke geht“, sagt Hannes, der fünf Minuten zuvor mit Helfern das neue riesige Namensschild über den Eingang montiert hat. „Das schaut Mega aus“, ist er selbst ganz begeistert. „Die Leute haben einfach nichts mehr zum Weggehen“, sagt er. „Das wollen wir wieder ändern.“

Auch das Team ist vom alten Easy

Drinnen im Club wartet dagegen noch jede Menge Arbeit auf ihn und sein Team, das bereits jetzt aus früheren Easy-Bedienungen besteht. „Die habe ich unbedingt wieder holen wollen, weil die wissen, auf was es ankommt“, sagt der Hannes. Seit Wochen helfen alle zusammen, um das Innere der Kellerräume zurückzubauen, damit alles auch optisch wieder nach Easy schreit. Die Vorgänger hatten vor ziemlich genau einem Jahr das Easy aufgegeben und versucht, ein neues Lokal zu etablieren. Die Lions’s Bar erinnerte innen an einen Dschungel. „Das Grünzeug überall, da muss ich für mich einfach sagen: Nein, danke. Das müssen wir jetzt natürlich alles wieder auf Easy trimmen“, sagt Hannes.

Arbeiten bei Schwarzlicht – auf der alten Tanzfläche sind Bretter und Arbeitsgeräte. - Foto: Tanja Fenzl

Zum Thema:Sensation in Cham: Ein Stammgast macht das Easy nach früherem Vorbild wieder auf

In den letzten fünf, sechs Wochen wurden alle Oberflächen abgeschliffen, die Bar wieder verbrettert, die originalen Balken zum Vorschein gebracht.

Restarbeiten bis September

Schleifen und Streichen steht jetzt in den kommenden Wochen bis zur Eröffnung auch noch hauptsächlich an, dann natürlich putzen und saubermachen. Alles in Eigenleistung. Als Handwerker kann Hannes sich selbst gut helfen. Die Getränkebestellungen wird er nächste Woche vornehmen. Auch da heißt es: Zurück zum Bewährten.

„Wir werden wieder die bekannten Getränkemarken anbieten, Augustiner, Corona, Bikers Farm...“ Alles aus der Flasche, „die Schankanlage braucht’s nicht, das war früher schon so“, sagt Hannes. Sein Verpächter Christian Schneider verfolge aus seiner Wahlheimat Paraguay, was er aus seinem Kultlokal macht. „Der war begeistert bisher von dem, was ich ihm geschickt habe“, verrät Hannes.

Willkommen: Bald werden über diesen Eingang wieder die Easy-Fans ins Kultlokal strömen, hofft der neue Wirt, der von sich selber sagt: „Ich bin hier groß geworden.“ - Foto: Tanja Fenzl

Über vier Jahre läuft der Pachtvertrag, den er mit Bobesch abgeschlossen hat – erst einmal. Hannes ist wie sein Team optimistisch. Und auch in Sachen Öffnungszeiten will er keine Kompromisse eingehen. „Die Leute müssen wissen, dass sie sich an bestimmten Tagen darauf verlassen können, dass das Easy offen ist. Es darf nicht vorkommen, dass sie vor verschlossenen Türen stehen, weil kurzfristig doch nicht geöffnet ist.“

Die neuen Öffnungszeiten sollen verlässlich sein

Deshalb wird die Easy Bar zunächst wohl auch nur sicher an den Samstagen öffnen. „Wir überlegen noch, ob wir dazu auch noch jeden Freitag oder jeden zweiten Freitag aufmachen, aber das werden wir dann bis zur Eröffnung im September wissen“, sagt Hannes, ehe er sich mit einer früheren Easy-Bedienung wieder an die Arbeit macht. „Das ist auch so eine Sache. Das Team vom Easy, das sind nicht nur Freunde, wir sagen, wir sind Familie.“

■ Am 13. September öffnet die Easy Bar um 21 Uhr mit DJ Andix: „Der Sound der Gitarre. Der Duft von Whiskey. Der Herzschlag echter Rockmusik. Auch Ex-Wirt Christian Bobesch Schneider hat sich dazu aus Übersee angekündigt.