Am Unfallort an Julia erinnern: Freunde organisieren am 23. August Sternfahrt in Cham

Von Tanja Fenzl · 8. August 2025 um 15:00

„Wir wollen halt nicht, dass die Julia komplett vergessen wird“, sagt Alexander Wutz. Der 22-Jährige aus der Gemeinde Pemfling war ein guter Freund von Julia Lankes, die 2022 mit 17 Jahren bei einem Unfall bei Pitzling ums Leben kam, als ihr ein Autofahrer die Vorfahrt nahm. Julia war mit ihrem 125er-Motorrad unterwegs und prallte frontal gegen das mit vier Personen besetzte Auto, das vor ihr die Straße queren wollte.

Alexander und Marie Paulus, die beide zum engsten Freundeskreis von Julia gehörten und in der Clique fest verankert waren, organisieren heuer zum dritten Mal eine Sternfahrt zum Gedenken an Julia. Bei Alex zuhause befindet sich auch der Grafenkirchner Kammerl, in dem sich Julias Clique, rund 20 Leute, regelmäßig trifft.

Samstag, 23. Juli

Los geht es am Samstag, 23. August, einen Tag nach Julias Todestag, um 13 Uhr in Vilzing beim Dorfweiher. Von dort fahren die Teilnehmer dann wie in den letzten Jahren gemeinsam im Konvoi die letzte Fahrt von Julia nach bis zur Unfallkreuzung bei Großbergerdorf. „Letztes Jahr haben dann manche halt mit den Bikes Runden gedreht, andere haben mit Kreide Bilder auf die Straße gemalt“, beschreibt Marie ihre Eindrücke von der Sternfahrt im vergangenen Jahr. Neben zahlreichen Freunden seien auch Julias Eltern dabei gewesen.

Sternfahrt zum Gedenken: In Vilzing treffen sich auch heuer wieder alle, die gemeinsam zum Unfallort von Julia fahren wollen. <?ZE?> - Foto: Maria Paulus

Weit über 50 Teilnehmer waren in den letzten beiden Jahren dabei, erinnert sich die 20-Jährige; die meisten seien dabei mit Autos gefahren, aber einige seien auch mit Motorrädern unterwegs gewesen. „Das ist schon ein komisches Gefühl eigentlich, wenn man weiß, dass Juli ja mit ihrem Motorrad verunglückt ist“, sagt Alexander, der selbst Motorradfahrer ist. „Ich kenne viele, die jetzt deutlich weniger mit ihrem Bike fahren als vorher, oder die sogar ganz aufhören wollen, wegen Julias Unfall“, sagt der Elektriker.

Am Unfallort direkt bei der Kreuzung malten Freunde beim letzten Gedenktag Bilder und Herzen auf die Straße. - Foto: Marie Paulus

„Wenigstens einmal im Jahr wollen wir halt gerne ihr Andenken aufrecht halten“, sagt Marie. „Irgendwie hätte ich sonst das Gefühl, dass sie zu schnell vergessen wird, das Jahr über sind ja viele mit anderem Dingen beschäftigt.“

Da passt auch dazu, dass die Freunde schon seit einer Weile an einer Aktion basteln, mit der sie Julia posthum um die Welt schicken wollen. „Die Idee ist, dass wir Bilder und Sticker von Julia verteilen und die Leute nehmen sie mit in den Urlaub.“

Dort sollten dann Fotos von Julias Foto gemacht und auf einer speziellen Seite gepostet werden. „Geplant ist vielleicht ein eigener Instagram-Kanal. Ein Video haben wir schon von Julias Fotos am Gardasee“, sagt Marie.

Fußball-Ausnahmetalent

Der Tod der 17-Jährigen hatte in der Öffentlichkeit hohe Wellen geschlagen. Die Sportlerin war vor allem durch ihre Fußballkarriere – sie spielte unter anderem für Aurich in der B-Juniorinnen-Bundesliga, zuletzt beim SV Thenried – über die Landkreisgrenzen hinweg bekannt. Auch im Handball hatte sich Julia viele Jahre in der Jugend einen Namen gemacht. Zuletzt spielte sie beim ASV Cham und beim ESV Regensburg.

Am Unfallabend, dem 22. August 2022, war Julia mit ihrem Motorrad der Marke Aprilia auf der Staatsstraße 2151 in Richtung Pemfling gefahren, auf dem Weg zu Sportfreunden. Der 50-jährige Autofahrer war von Elsing nach Großbergerdorf unterwegs. An der Kreuzung beider Straßen galt für den Autofahrer ein Stoppschild.