Nach tödlichem Unfall vor zwei Jahren: Freunde der verstorbenen Julia organisieren eine Sternfahrt

Von David Salimi · 22. August 2024 um 19:00

„Hätte unsere Liebe dich retten können, hättest du ewig gelebt“ heißt es im Nachruf, den die Angehörigen der vor zwei Jahren verunglückten Julia aus Vilzing bei Cham zu ihrem Todestag veröffentlicht haben.

Gut zwei Jahre nach dem Unfall bei Großbergerdorf, bei dem die damals 17-Jährige unverschuldet aus dem Leben gerissen wurde, wollen ihre Freunde zeigen, dass Julia unvergessen bleibt. Mit einer Sternfahrt möchten die jungen Leute den letzten Weg ihrer Freundin im August 2022 nachzeichnen.

Julia, die als Sportlerin vor allem durch ihre Fußballkarriere – sie spielte unter anderem für Aurich in der B-Juniorinnen-Bundesliga, zuletzt beim SV Thenried – weitum bekannt war, starb am Abend des 22. August, als sie mit ihrem Motorrad auf dem Weg zu Freunden war und bei Großbergerdorf nahe Pemfling mit einem Auto kollidierte. Der Fahrer hatte die Vorfahrt missachtet. Noch an der Unfallstelle erlag die junge Frau ihren Verletzungen.

Enger Kontakt zu den Eltern

Dass Julia unvergessen bleibt, davon zeugt unter anderem die Sternfahrt am kommenden Samstag. Die Idee, den letzten Weg der jungen Frau nachzufahren, hatte ihre Clique, erzählt Julias Mutter Karin Lankes. Bereits im vergangenen Jahr machten sich die Freunde mit weiteren Teilnehmern aus Julias Familien- und Bekanntenkreis von Julias Elternhaus in Vilzing aus auf den Weg in Richtung Großbergerdorf, wo sich die Unglücksstelle befindet. Dort haben sie einen Kranz niedergelegt.

Im Vorfeld der ersten Sternfahrt haben Julias Eltern den Freunden noch bei der Organisation der ersten Sternfahrt geholfen. „Da gibt es ja einiges zu beachten“, weiß Julias Mutter, die noch immer in engem Kontakt mit den Freunden ihrer Tochter steht.

Das Engagement der jungen Menschen rührt sie. „Julia hatte einfach tolle Freunde“, sagt sie und erzählt: „Wir werden noch heute auf alle Geburtstage eingeladen und regelmäßig besucht.“ Sogar zu Julias 19. Geburtstag standen ihre Freunde unangekündigt plötzlich vor der Haustür von Familie Lankes. „Es tut gut zu sehen, dass unsere Tochter noch so präsent ist“, sagt die Mutter.

Von Autos über Mopeds bis Motorräder

Für sie und ihren Mann ist es daher eine Selbstverständlichkeit auch bei der diesjährigen Sternfahrt am Samstag mit dabei zu sein. „Wir sind bereits letztes Jahr mit der ganzen Familie mitgefahren“, erzählt sie. An die hundert Teilnehmer seien im Korso unterwegs gewesen: von Julias engsten Freunden, über Verwandte und Bekannte bis hin zu den Fahrlehrern, die sich druntermischten – und das mit Fahrzeugen aller Art: „Autos, Mopeds oder Motorräder“, zählt Karin Lankes auf.

Mit etwa genauso viel Teilnehmern rechnet Organisator Alexander Wutz auch am Samstag. Er hat bereits die Sternfahrt im vergangenen Jahr mit auf die Beine gestellt. „Daher ist es dieses Jahr etwas leichter mit den Formalitäten“, sagt der 21-jährige Grafenkirchener, der Julia seit Jugendtagen kannte. Für den Samstag habe er eine Bestätigung vom Landratsamt eingeholt und die Polizei in Kenntnis gesetzt. Eine Versicherung habe er bereits vor der ersten Sternfahrt abgeschlossen.

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Um 14 Uhr wollen sich die Teilnehmer in Vilzing zur Abfahrt treffen. Von dort geht es im Korso auf die Bundesstraße. Über Willmering fahren die Teilnehmer dann weiter zur Unglücksstelle bei Großbergerdorf. Gut 13 Kilometer zählt die Länge der angepeilten Strecke.

Blumen für die Gedenkstelle

Am Unfallort wollen die Teilnehmer innehalten und frische Blumen niederlegen. Anschließend setzen sich die Freunde im „Kammerl“ in Grafenkirchen, einem beliebten Treffpunkt von Julias Clique, zusammen, um gemeinsam an vergangene Zeiten mit ihrer Freundin zurückzudenken.

An der Unfallstelle nahe Großbergerdorf bei Pemfling wollen die Teilnehmer der Sternfahrt Blumen für Julia niederlegen.
Von Vilzing bis zur Gedenkstelle bei Großbergerdorf verläuft die Route der Sternfahrt.
Wie im vergangenen Jahr wollen die Teilnehmer an der Unfallstelle Blumen niederlegen und innehalten.