Sensation in Cham: Ein Stammgast macht das Easy nach früherem Vorbild wieder auf

Totgesagte leben länger. Nachdem die Lions Bar im Frühjahr nach knapp einem halben Jahr geschlossen wurde, stand die traditionsreiche Kellerbar in Cham leer. Jetzt die sensationelle Kehrtwende: Die Kultdisko Easy soll wiederbelebt werden. Verpächter und früherer Besitzer Christian „Bobesch“ Schneider bestätigt Umbauarbeiten und eine baldige Eröffnung der „Easy Bar“.
Den 13. September sollten sich alle Chamer Nachteulen fett im Kalender anstreichen: Dann öffnet das Easy wieder seine Pforten. Wie der frühere Betreiber der Kultdisco, Christian „Bobesch“ Schneider, bekanntgibt, wird die „Easy Bar“ mit altbewährtem Konzept zurückkehren.
Ein neuer Betreiber
Die Fangemeinde feiert Schneider in den sozialen Medien bereits dafür, dass er der Stadt ein Stück Rockgeschichte zurückgeben will. Bobesch, der vor Jahren seinen Lebensmittelpunkt nach Südamerika verlegt hat, ist aber immer noch genau da: tausende Kilometer und fünf Stunden Zeitunterschied entfernt von der Kultbar, in der Generationen von Chamern quasi großgeworden sind. Und er sagt auch: „Ich selber werde nicht wieder hinter der Theke stehen.“ Er kündigt einen neuen Betreiber an, der aber den lang vermissten früheren Easy-Geist wiederbeleben will. „Wir sind zurück & wollen mit euch die Nächte wieder durchstarten. Mit neuem Pächter, dem altbewährten Konzept und – ja, wirklich – euren Lieblingsbarkeepern von früher“, heißt es auf der Facebookseite des Easy.
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Beim Telefonat ist es bei Bobesch gerade einmal 10 Uhr vormittags, er ist gerade mit dem Gießen in seinem großen Garten fertig geworden. „Jetzt gibt’s dann Frühstück“, sagt er. Zum neuen Besitzer des Easy sagt er soviel: „Das ist ein langjähriger Stammgast, der ist 20 Jahre lange quasi groß geworden im Easy.“ Von vier Bewerbern habe er sich für ihn entschieden, der das Easy wieder zu alter Form bringen will.
Der Umbau in der Kultdisco läuft bereits
Und: Es wird auch schon umgebaut! Denn es soll mit frischem Look und altbekanntem Charme weitergehen. „Zurück zu den Wurzeln“ wird als Motto ausgegeben. Und auch Schneider sagt: „Da erfolgt gerade so eine Art Rückbau , weil ja für die Lions Bar die Einrichtung ziemlich verändert wurde.“ Zur Eröffnung der neuen Easy Bar wird Bobesch übrigens extra aus Paraguay anreisen. Schneider hatte bereits nach dem Aus der Lions Bar bedauert, dass die kultigen Räume künftig leerstehen sollten.
Schnell suchte er einen neuen Pächter oder sogar Käufer, gerne gleich für die gesamte Immobilie. Jetzt verpachtet er das Easy wieder, das er selbst 27 Jahre lang geführt hatte. Sein halbes Leben hat der gelernte Kfz-Mechaniker als Wirt zugebracht – völlig unerwartet, weil, wie er früher einmal sagte: „Als wir das Easy übernommen haben, hat keiner gedacht, dass wir das so lange machen“. Wir, das waren damals Schneiders Frau Johanna und er, die das Easy 1996 übernommen hatten, als der frühere Besitzer schließen wollte. Die beiden hatten sich auch in ihrem Stammlokal kennengelernt.
Doch dann kam die Pandemie, und Schneider war eineinhalb Jahre lang in Südamerika unterwegs, hauptsächlich in Paraguay. Der Kontinent hat ihn seither nicht mehr losgelassen. „Ich habe mich verändert. Ich dachte erst, ich bin derselbe, aber das bin ich nicht.“
Rock, Bier und harte Riffs
Er selbst habe sich durch die Pandemie verändert, aber auch seine Gäste. Es gehen weniger Leute weg, und es habe sich eine Art Event-Fortgehen etabliert. „Ich glaube aber, dass die Größe vom Easy, ein kleiner Club wie das Easy, auch in der heutigen Zeit noch zu handeln ist. Große bekommen langsam alle Schwierigkeiten“, ist Schneider überzeugt.
Derweil haben die Kellerräume in der Gerhochstraße auf der Schanze allein in den letzten zwei Jahren eine wechselvolle Geschichte hinter sich. So wurde aus dem Free&Easy von Bobesch im Januar 2024 das Easy Rebel. Zehn Monate später sollte die Lions Bar wieder mehr Gäste anlocken, ehe die letzten Pächter Samantha und Tobia Orlandini im Mai das Handtuch warfen. Jetzt wird das Easy zur „Easy Bar“. Und das erwartet die Besucher ab Mitte September: „Rock’n’Roll, kaltes Bier, starke Drinks & laute Nächte. Harte Riffs. Flammende Stimmung. Ehrliche Drinks.“