Nach Rossini-Aus: Wer übernimmt jetzt das Rhaner Bräustüberl in Cham?

Das Rossini im Rhaner Bräustüberl hat geschlossen. Sechs Jahre nach der Übernahme des alteingesessenen Restaurants in Cham durch Natmir Bafqari bleibt die italienisch geprägte Küche kalt. Für die Familie Plößl, Besitzer der Rhaner Brauerei und Verpächter der etablierten Gaststätte in Cham, hat bereits die Suche nach einem Nachpächter begonnen. Stefanie Plößl gibt sich im Gespräch aber bereits recht zuversichtlich, was eine Nachfolge anbelangt.
Seit Anfang Juni ist das Licht im Rossini im früheren Rhaner Bräustüberl schon aus. „Das tut uns natürlich schon besonders weh, dass unser Bräustüberl geschlossen hat“, sagt die Rhaner Bräu-Chefin. Denn die Brauerei aus Rhan beliefere zwar zahlreiche Restaurants und Gaststätte, „aber das Bräustüberl ist eben eine unserer wenigen wirklich eigenen Gaststätten.“ Doch die Familie Bafqari hat es 30 Kilometer weiter nach Waldmünchen gezogen.
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Dort betreibt Natmir Bafqaris jüngerer Sohn Argjent seit Ende vergangenen Jahres die Perlse-Wirtschaft. Und die ganze Familie hilft mit. Immerhin waren die Bafqaris, die übrigens mazedonische Wurzeln haben, aus Berlin in die Oberpfalz gezogen, um sich hier in der Gastronomie selbständig zu machen. So halfen alle in Cham zusammen, als das Rossini eröffnet wurde, und helfen jetzt alle am Perlsee mit. Auch der älteste Sohn der Familie Armend, der erst 2023 das Rossini vom Vater übernommen und eigentlich einen Fünfjahresvertrag mit den Plößls abgeschlossen hatte, mit Option auf Verlängerung.
Pächter plant keine Wiedereröffnung im Herbst
Weil sommers am Perlsee mehr Betrieb ist als in Cham, „und weil wohl doch nicht so viel aus der Verwandtschaft zum Arbeiten nachgezogen sind, wie Argjent sich erhofft hatte“, weiß Plößl, wollte Argjent seinem kleinen Bruder aushelfen. Das bestätigt Argjent Bafqari auch im Gespräch mit unserem Medienhaus. Im Herbst, so sah es der ursprüngliche Plan vor, wollte er das Rossini wieder öffnen. Doch daraus wird jetzt nichts. „Er hat sich entschieden, das Rossini nicht mehr weiterzuführen“, sagt Plößl zwar etwas enttäuscht, doch ohne Groll. Auch aus den Reihen der Bafqaris ist zu hören: „Armend wird im September nicht mehr öffnen.“
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Denn die Plößls arbeiten mit der Großfamilie Bafqari nicht nur in Cham und am Perlsee – die Wirtschaft gehört ebenso zur Rhaner Brauerei – seit Jahren gut zusammen, sondern auch in Amberg und Schwandorf.
Familie hat erst groß in Chamer Traditionshaus investiert
Überraschend kommt das Aus dennoch, hatten Vater und Sohn Bafqari in Cham doch nach der Übernahme des Restaurants nach eineinhalb Jahren Leerstand noch groß investiert. Unter anderem in einen Holzofen zum Pizzabacken, und erst in der vergangenen Saison in eine Erweiterung des Freisitzes hinter dem Haus zum Bahngleis hin.

Für die Bafqaris als langjährige Geschäftspartner war das Ehepaar Plößl 2019 sogar vom langjährigen Credo abgerückt, dass ins Rhaner Bräustüberl nach dem Weggang des langjährigen Pächter Benedikt Hierl unbedingt wieder ein bayerische geprägtes Restaurant einziehen muss. Der Chef des Schwandorfer Rossini, das seit Jahren einen weitum guten Ruf in Sachen gehobener italienischer Küche genießt, hatte den Plößls seinen Cousin empfohlen. Da habe man nicht lange überlegen müssen, betonte Alois Plößl seinerzeit bei der Vorstellung des neuen Pächters der Chamer Immobilie.
Das Rhaner Bräustüberl gibt es seit 1904 in Cham, zunächst als Postbräustüberl der Brauerei Raab. Plößls Urgroßeltern kauften das Anwesen mit dem Ziel, mit der ganzen Brauerei von Rhan nach Cham zu ziehen – bis sie entdeckten, warum der Raab-Bräu verkaufte: Im Sommer war das Wasser knapp. Die Anekdote erzählt Alois Plößl gern, wen er erklären will, wieso ihm gerade dieses – übrigens denkmalgeschützte – Haus so am Herzen liegt.
Rhaner Brauerei-Chefin verrät: Leerstand nicht von Dauer?
Umso dankbarer ist Stefanie Plößl, dass der Leerstand möglicherweise nur von kurzer Dauer ist. Sie sei zuversichtlich, dass es schon bald einen neuen Pächter geben werde. Wer, dazu hält Plößl sich noch bedeckt, damit nur ja nicht noch etwas schief läuft auf der Zielgeraden. Doch Plößl lässt sich optimistisch zitieren: „Ab 1. September geht’s wieder weiter!“