Further Landesgartenschau ist auch sein Verdienst: Was in Siegfried Ehrnböcks Leben so los war

Dass wir heute ein Glas Wein am Stand der Landesgartenschau trinken dürfen, ist auch ein Verdienst von Siegfried Ehrnböck, der das Projekt als Stadtrat der SPD von Anfang an positiv begleitet hat. Im Gespräch erzählt der sympathische 73-Jährige, was in seinem Leben so los war, seit er 1979 nach Furth im Wald gezogen ist. „Bereut“, sagt er, „habe ich das nie.“
Erste Frage: „Sigi oder Siegi?“ Ersteres ist für ihn schon immer richtig. Seit November 2022 schreibe ich für das Bayerwald Echo in Furth im Wald. Meine erste Erinnerung an den langjährigen Stadtrat ist, dass er im Januar 2023 freiwillig aus dem Stadtrat ausgeschieden ist. Hauptgrund, bestätigt er, war damals, dass er die ständigen, nicht enden wollenden Diskussionen nicht länger ertragen hat.
Positive Stadtentwicklung
„Ich wollte die Landesgartenschau eigentlich als Stadtrat erleben, aber die letzten zwei Jahre waren einfach extrem belastend. Ich hatte das Gefühl, dass man nicht voran kommt.“ Offensichtlich haben die Räte den berühmten Schuss gehört. Als Berichterstatter kann ich seither nicht behaupten, dass ewige Debatten Entscheidungen verhindern. Ehrnböck würde sich jetzt sicher wieder wohl fühlen im Gremium. Auch er selbst sagt: „Mir wurde schon mehrfach bestätigt, dass es jetzt reibungslos verläuft.“ Vor zwei Jahren sei es aber eine Erleichterung gewesen, als es dann vorbei war. „Man schnauft durch, es befreit und ich war wieder mehr Herr über mich selbst.“ Trotzdem denkt er gern und ohne Groll an die Zeit.
Was mich aber noch mehr freut, ist, dass alles so schön geworden ist und die Stadt ein anderes Gesicht bekommen hat.
Siegfried Ehrnböck über die Auswirkungen der Landesgartenschau
Zumal er ja auch einiges bewegt hat. Beispielsweise mit Blick auf die Landesgartenschau. Als es 2017 so langsam los ging, hat Michael Mühlbauer, dritter Bürgermeister und langjähriger Begleiter zahlreicher Landesgartenschauen, in dem SPD-Mann sofort einen Verbündeten gehabt.
Wie man jetzt sehen kann, hat sich das Engagement gelohnt, er findet toll, dass jeder begeistert ist. „Was mich aber noch mehr freut, ist, dass alles so schön geworden ist und die Stadt ein anderes Gesicht bekommen hat.“ Gemeinhin würden die Further ja häufig als Zweifler und Zauderer gelten, denen eine gewisse Schwarzseherei nachgesagt wird. „Mir fällt auf, dass sie jetzt auf ihre Stadt stolz sind, es herrscht ein angenehmes Lebensgefühl. Am Stammtisch stelle ich fest, dass alle viel freundlicher geworden sind. Furth hat sich zum Positiven verändert.“ Gefragt nach seinem Lieblingsplatz auf der LGS, grinst er und hebt sein Glas mit süffigem Riesling. „Schon der Weinstand, auch weil man hier immer Freunde und Bekannte trifft.“ Besonders schön findet er auch das Leonhardi-Eck. Am derzeit wegen des Cave Gladiums geschlossenen Ein- und Ausgang hat er häufig Dienst und genießt die Ruhe und Beschaulichkeit. Wenn er nicht ehrenamtliche Aufgaben bei der LGS übernimmt, ist er auch beim Drachenstich aktiv. Seit 30 Jahren macht er mit. Zuerst bei der Jägergruppe und seit Alexander Etzel-Ragusa den Taktstock schwingt, ist er Ratsherr.
1979 hat den Deggendorfer seine berufliche Laufbahn in die Grenzstadt geführt. „Ich habe das nie bereut“, sagt der Erdkunde- und Mathematiklehrer, der es schließlich zum stellvertretenden Schulleiter gebracht hat. Sein erster Chef war Siegfried Eisenreich. „Der war sehr streng und gefürchtet“, erinnert sich Ehrnböck. Nach zwei Jahren Schuldienst hat ihn Eisenreich zu sich ins Büro gerufen und ihn gefragt, warum er sich eigentlich nicht weg bewirbt? Da hat wohl einer um seinen Ruf gewusst. Um so mehr muss ihn die Antwort überrascht haben: „Weil es mir hier sehr gut gefällt.“ Seitdem hatte er freie Hand, vor allem was das neu geschaffene Fach Informatik betraf, um das sich Ehrnböck angenommen hatte. „Es war eine spannende Zeit. Ich habe den Stein, den ich beim Chef im Brett hatte, ausgenutzt und in Sachen Computer alles bekommen, was ich wollte. Eine ganze Zeit waren wir die am besten ausgestattete Schule im Landkreis.“
Aktiv bei den Kings of Live
Seine politische Heimat in der SPD hat er im Jahr 2006 gefunden, auf seine Initiative geht auch die Bürgersolaranlage zurück, die auf der ehemaligen Festhalle montiert war. Er war Geschäftsführer der Gesellschaft. „Wir müssen aufpassen, dass die erneuerbaren Energien einen Stellenwert haben“, ist er überzeugt.
Eine große Leidenschaft ist die Musik. Aktiv, wie passiv. Schon in der Schule hat er Bass gespielt und gesungen. Rock natürlich. Später hat er sich mit Tanzmusik das Studium finanziert. In Furth kennt man ihn als Bandmitglied der Kings of Live, wo er mit Rudi Wild und Franz Pfeffer zusammengespielt hat. In den 2000ern war Schluss, später hat er es noch mit Country probiert. „Guido Aigner, eine Musikikone im Landkreis, war da dabei.“
Wenn der stolze Opa Musik hört, dann Sachen wie Pink Floyd. Im vergangenen Jahr hat er ein Konzert von Steve Hackett gesehen, Gitarrist bei Genesis. Davon zehrt er heute noch. Prost Sigi, man sieht sich am Weinstand.