Wer wird Bürgermeister? Der Kampf um das Rathaus in Berching beginnt

Von Bernhard Neumayer · 10. August 2025 um 11:00

Peter Hollweck (CSU), Lothar Bierschneider (FW) und Dietmar Zeller (Bürgerliste) sind für die Wahl am 8. März nominiert. Die Kandidaten erklären, wie sie ihre Chancen sehen und ob sie noch mit einem Überraschungskandidaten rechnen. Denn von den anderen beiden Fraktionen im Stadtrat – SPD und DFB – hat man noch nichts gehört. Bis jetzt.

Zeller, Hollweck und Bierschneider rechnen sich Chancen aus, den Platz von Amtsinhaber Ludwig Eisenreich einzunehmen. Der CSU-Bürgermeister kandidiert nach dann 18 Jahren im Amt nicht mehr.

CSU Berching schickt Peter Hollweck ins Rennen

Auf Erfahrung in der Kommunalpolitik setzt auch Eisenreichs potenzieller Nachfolger aus den Reihen der CSU: Peter Hollweck. Seit 23 Jahren sitzt er im Gemeinderat in Deining, betont er. Dort ist er auch Dritter Bürgermeister. Zudem ist er im Kreistag vertreten.

Er weiß aber auch, dass die anderen beiden Kandidaten aus Berching stammen. Hollweck hingegen aus Deining. Ein Nachteil? Hollweck ist entspannt, wie er sagt. „Wenn ich zweifeln würde, könnte ich die Kandidatur gleich sein lassen.“ Er arbeite derzeit an einem Programm, um „etwas Leistungsfähiges für Berching“ auf die Beine zu stellen.

Bürgermeister-Wahl in Berching: Bleibt es bei drei Kandidaten?

Mit einem vierten Kandidaten rechnet Hollweck wie Zeller derweil nicht. Aber auszuschließen sei nichts. Unabhängig davon sieht Zeller von der neu formierten Bürgerliste sehr gute Chancen für sich, den Bürgeremeister-Stuhl zu erobern. „Wir wollen uns dieses Amt holen“, sagt Zeller, der eine partei-unabhängige Politik betreiben wolle. „Eine Politik für Berching, die nah am Bürger dran ist“, sagt Zeller.

Ein Vorteil ist seiner Ansicht, dass er fest verwurzelt in der Gemeinde ist. Zeller kommt aus Pollanten, ist in Vereinen aktiv und betreibt sein Planungsbüro im Bauwesen in der Gemeinde. Darin sieht er auch ein großes Plus für ihn. „Bauausgaben sind die größten Ausgaben in der Gemeinde“, sagt Zeller. Durch seinen Beruf bringe er viel Erfahrung in der Baubranche mit, was in Bezug auf die anstehenden Projekte (unter anderem Schule, Kita, Europahalle und Berle-Bad) wichtig werde.

Dietmar Zeller tritt für die Bürgerliste an

Zudem sieht sich Zeller mit seinen 44 Jahren in einem „sehr passenden Alter“ für das Bürgermeisteramt. „Ich habe eine gewisse Erfahrung, aber auch noch die nötige Power in meinem Alter“, sagt Zeller, der bald seinen 45. Geburtstag feiert. Ende August werde die Bürgerliste intern festzurren, mit welchem Programm sie punkten will. „Wir wollen mit Inhalten glänzen, nicht nur mit Präsenz“, sagt Zeller.

Der Kandidat der Freien Wähler, Lothar Bierschneider, hofft auf einen fairen Wahlkampf, der sich auf Sachebene abspielt. Für ihn stehe Berching im Vordergrund, betont er. Für „sein Dahoam“ werde er sich mit all seiner Kraft einsetzen.

Lothar Bierschneider ist der Kandidat der Freien Wähler

Punkten möchte Bierschneider mit seiner Erfahrung aus dem Stadtrat und als Jugendbeauftragter (seit 2020), seinem Beruf als Soldat und seinem Netzwerk. Der Sollngriesbacher kennt als Einheimischer die Gegebenheiten, Abläufe und Herausforderungen in Berching, wie er sagt. Zudem ist er in vielen Vereinen aktiv und wolle sich den Sorgen der Bürger annehmen.

Durch die Bundeswehr habe er zudem Kontakt zu staatlichen Behörden und gelernt, Entscheidungen zu treffen. „Ich fühle mich der Herausforderung gewappnet“, sagt Bierschneider. Einen Favoriten unter den drei nominierten Kandidaten sehe er nicht. Alle hätten die gleichen Chancen. Mit einem zusätzlichen Überraschungskandidaten rechnet er indes nicht mehr.

Kommunalwahl 2026: Was machen SPD und DFB?

Auch Franz Donhauser vom Demokratischen Forum Berching (DFB) ist nichts bekannt, dass noch ein weiterer Kandidat seinen Hut in den Ring wirft. Sein Fraktionskollege im Stadtrat, Werner Stork, ist zur neuen Bürgerliste gewechselt. Für Donhauser ist das aber kein Grund, warum es mit dem DFB nicht weitergehen sollte. „Der Plan ist, eine Liste für die Kommunalwahl aufzustellen“, sagt Donhauser. Derzeit hat das DFB keinen Bürgermeister-Kandidaten. Schickt es noch einen ins Rennen? Donhauser möchte das noch offen lassen, sagt er.

Von der SPD ist nach aktuellem Stand mit keinem Bürgermeister-Kandidaten zu rechnen, sagt Ortsvorsitzender Benedikt Rupp. „Wir werden auch keine Liste aufstellen“, sagt der SPD-Chef, der sich im Hintergrund schon für die neue Bürgerliste engagiert. Ob er auf deren Liste für den Stadtrat kandidiert? Rupp lässt diese Frage offen. „Ich weiß es noch nicht.“