Freie Wähler nominieren einstimmig ihren Bürgermeister-Kandidaten für Berching

Mit 17 von 17 Stimmen küren die Freien Wähler Lothar Bierschneider zu ihrem Mann im Kampf um das Rathaus in Berching. Der 55-Jährige stellt vor, was er als neuer Bürgermeister anders machen würde als der CSU-Amtsinhaber.
L wie leistungsstark und liebevoll. O wie offenes Ohr. T wie tatkräftig (und pragmatisch). H wie hilfsbereit. A wie Allrounder. R wie reflektiert: So charakterisiert Gerhard Binder (FW) den Bürgermeisterkandidaten Lothar Bierschneider anhand dessen Vornamens. Was der 55-Jährige als Berchinger Bürgermeister anpacken würde, zeigte er am Donnerstagabend in einer 31-minütigen Rede auf.

Die Freien Wähler hatten alle Interessierten zur Nominierungsversammlung in den Brauereigasthof Winkler geladen. Und mit der Resonanz waren sie sehr zufrieden. Etwa 40 Gäste waren gekommen. 17 davon waren stimmberechtigt. Alle sprachen sich für den Sollngriesbacher als Kandidaten aus – auch Stadträtin Petra Merkert.
FW: Petra Merkert beendet Spekulationen in Berching


Sie hatte Bierschneider vorgeschlagen und setzte damit – wie alle anderen Freien Wähler – ein Zeichen der Geschlossenheit. „Ich schlage Lothar vor, um die Gerüchte um meine Person zu entkräften“, sagte Merkert. Manch einer hatte spekuliert, ob die Dritte Bürgermeisterin nicht selbst Ambitionen hätte. „Ich hatte nie die Option zu kandidieren“, betonte Merkert. „Lothar ist der richtige Mann. Sieglinde (Hollweck) und ich unterstützen ihn voll und ganz.“
Für Bierschneider sei es eine große Ehre, zu kandidieren. Er sei stolz, in der Gemeinde zu leben. Denn: „Berching ist der geilste Ort der Welt“, sagte der gebürtige Hermannsberger in Anspielung auf ein T-Shirt, das er von der Patengemeinde aus Obernberg geschenkt bekommen hat. Gemeinsam mit den Bürgern, betonte Bierschneider, wolle er Berching gestalten und die Innenstadt beleben.

Er plane Bürgerversammlungen auch in den Ortsteilen und Sprechstunden im Rathaus. Dort sieht er sich als Berater, Ansprechpartner, Unterstützer und Partner, sagte der Berufssoldat, der mit seiner Sieglinde seit 34 Jahren verheiratet ist. Gemeinsam haben sie drei Kinder: Nico (24 Jahre), Annalena (22) und Felix (15). Der Jüngste gratulierte seinem Papa am Donnerstagabend noch bei der Versammlung.
Apropos Jugendliche: Für die Jugend möchte Bierschneider einen Treffpunkt schaffen, für die Kinderbetreuung ein Konzept, das langfristig ausgelegt sei. Vereine, Kultur und Ehrenamtliche wolle er unterstützen, ebenso junge Bauherren aus der Gemeinde, Senioren, Landwirte und Unternehmen. Dazu müsse man Gewerbeflächen schaffen, auch in den Ortsteilen. „Die Betriebe müssen hier bleiben, sie dürfen nicht abwanden.“
Berching ist der geilste Ort der Welt.
Lothar Bierschneider (FW)
Bierschneider weiß um die finanzielle Herausforderung. Er sieht ein, dass die Stadt sparen müsse. Aber nicht um jeden Preis. Statt schwarz zu malen, gehe er positiv an die Aufgabe heran. Mit Wille, Freude und Herzblut lebe er den Spirit für eine neue Zeit vor. „Mir geht es um Berching. Denn Berching ist der geilste Ort der Welt.“

Kreisvorsitzender Bernd Mayr betonte, dass die Freien Wähler mit Bierschneider einen Berchinger ins Rennen schicken, keinen Auswärtigen. Er spielte damit auf die CSU an, die Peter Hollweck aus Deining nominiert hat.
Der Kreisvorsitzende sprach wie Landratskandidat Martin Meier von einem noch nie dagewesenen Zusammenhalt innerhalb der FW. „Wir haben die Kraft und die Leidenschaft, die bevorstehenden Aufgaben zu meistern“, sagte Meier. „Meine 100-prozentige Unterstützung hast du, Lothar.“