Das EVW-Kraftwerk in Wenzenbach gibt es jetzt bei Kleinanzeigen zu kaufen

Von Rainer Wendl · 6. August 2025 um 17:00

Vom Vorzeigeprojekt in Sachen Energiewende zum Schnäppchen im Internet? Die Energiezentrale des insolventen Wenzenbacher Unternehmens im Landkreis Regensburg sorgt mit einer ungewöhnlichen Medienpräsenz für Aufmerksamkeit.

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Seit es dank vielfachem Wärmepumpen-Einbau wieder warm geworden ist in den Häusern am Roither Berg, ist es in den Kontroversen rund um die Energieversorgung Wenzenbach (EVW) ruhig geworden. Seit gut zwei Wochen aber sorgt eine ungewöhnliche Medienpräsenz mit Bezug zu dem in Insolvenz befindlichen Unternehmen für neue Aufmerksamkeit: Auf dem Internetportal kleinanzeigen.de steht das am Fuß des Neubaugebiets gelegene Grundstück mit der stillgelegten EVW-Energiezentrale zum Verkauf.

Keine Angaben zum Preis

Das Angebot ist unter dem Stichwort „Spezialimmobilie zur Wärmelieferung und Stromerzeugung“ zu finden, bei der Nennung der Objektart steht „Lager, Hallen und Produktion“. In der ausführlichen Beschreibung ist von einem Grundstück mit einer Gesamtfläche von 1223 Quadratmetern mit 440 Quadratmetern Lagerfläche und einem „massiv errichteten Gewerbeobjekt“ die Rede. Zu dessen technischer Ausstattung heißt es: „Im Untergeschoss findet sich Platz für mehrere Blockheizkraftwerke zur effizienten Wärmeerzeugung. Zusätzlich vorhandene Räume für Trafostationen bieten zudem die Möglichkeit, vor Ort Strom zu erzeugen. Des Weiteren ist eine moderne Glasfaserverteilerstelle verbaut.“

Als wesentlicher Hinweis an etwaige Kaufinteressenten ist vermerkt, dass alle Genehmigungen vorlägen und das Objekt daher grundsätzlich weiter betrieben werden könnte. Eine alternative Nutzung sei „ebenfalls denkbar, aber nur nach vorheriger Rücksprache mit dem Landratsamt umsetzbar“. Eine Preisvorstellung wird nicht genannt, lediglich die Maklerprovision in Höhe von 5,95 Prozent ist erwähnt.

Makler schweigt, Gemeinde bleibt gelassen

Zu zahlen wäre diese an die Immvert GmbH. Das auf Insolvenz- und Bankimmobilien spezialisierte Unternehmen ist an sechs Standorten in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen und Thüringen ansässig, das Wenzenbacher Projekt wird vom Nürnberger Büro betreut. Nachfragen der MZ, welche alternativen Nutzungen für den Käufer konkret vorstellbar wären, ob es bereits Interessenten gibt und in welcher Preisregion diese einst für ihr innovatives Konzept ausgezeichnete „Spezialimmobilie“ anzusiedeln ist, ließ der zuständige Makler unbeantwortet.

Bei der Gemeinde Wenzenbach sieht man der weiteren Entwicklung nach einem möglichen Verkauf der Energiezentrale gelassen entgegen. „Wie in der Anzeige korrekt erwähnt, ist eine andere Nutzung nach Rücksprache mit dem Landratsamt denkbar“, sagt Anja Schardt von der Leitung der Bauverwaltung, und führt näher aus: „Konkret bräuchte es dafür in der Regel einen Antrag auf Nutzungsänderung, über den zur gebotenen Zeit zunächst die Gemeinde und abschließend das Landratsamt befinden würde.“