Nur auf den ersten Blick fertig: Regensburger Spielplatz-Projekt bleibt Hängepartie

Länger als ein Jahrzehnt zieht sich bereits die Wartezeit auf die Spiel- und Freizeitfläche bei der Nibelungenbrücke in Regensburg. Jetzt ist sie fertig – aber nur dem Anschein nach.
Dem Augenschein nach wäre alles angerichtet: Die Garten-und Landschaftsbauer sind seit Wochen abgezogen, die Beton-Elemente und Balancierstangen der Parkour-Anlage warten auf geschickte Benutzer, die Infotafel mit der Gebrauchsanweisung steht, das Bodentrampolin ist bereit, drum herum gedeiht üppiges Grün, zum Entspannen laden Holzliegen und eine Sitzbank mit Tisch ein und für die dauerhafte Sauberkeit des Ensembles sind Abfalleimer und Spender für Hundekotbeutel aufgestellt.
Die ursprünglich für Mitte des Jahres angepeilte Eröffnung des gut 4700 Quadratmeter großen Freizeitareals unweit der Nibelungenbrücke lässt allerdings weiter auf sich warten, der gesamte Bereich ist nach wie vor mit Gitterzäunen abgesperrt.
„Sicherheitsrelevante Restarbeiten“ stehen noch aus
Warum ist das so? Weil der beschriebene Augenschein täuscht. „Der Jugendspielplatz ist noch nicht fertiggestellt“, stellt die Stadt auf Anfrage klar und schiebt als Begründung nach: „Es fehlen noch sicherheitsrelevante Restarbeiten sowie die sicherheitstechnische Abnahme.“ Wenn diese Punkte erledigt sind, neigen sich die gerade erst gestarteten Sommerferien schon wieder ihrem Ende zu. „Die Öffnung der Spielflächen wird voraussichtlich bis Ende August erfolgen“, lautet die aktuelle Vorhersage der Stadt.

Ganz verschwunden sein werden die Zäune aber auch dann noch nicht. Das erwähnte Grün ist nämlich nicht das, das sich die Planer für den endgültigen Zustand der Anlage vorstellen. Die Pflanz- und Ansaatarbeiten für die tatsächliche Landschaftsgestaltung werden erst im Herbst stattfinden, weshalb es für einen großen Teil der Fläche noch längere Zeit „Betreten verboten“ heißen wird. Der Zeitpunkt der vollständigen Fertigstellung steht daher in den Sternen, sicher sagen kann die Stadt Stand heute nur eines: „Es wird eine offizielle Eröffnung stattfinden.“
Dieser Status einer Hängepartie klebt seit Beginn an an diesem Projekt (siehe Info-Kasten). Die vor allem für Benutzer im Alter von 13 bis 17 Jahren konzipierten Jugend- und Freizeitflächen wurden als Herzstück der öffentlichen Grünanlage zeitgleich mit dem benachbarten Marina-Quartier geplant. Doch während dies längst ein etabliertes Wohnviertel ist, steuert die Vollendung der Naherholungsfläche an der Donau erst jetzt ihrer Vollendung entgegen. Einen milden Herbst vorausgesetzt, kann sie noch heuer teilgenutzt werden – bis sie ihre komplette Wirkung entfaltet, wird es aber wohl 2026 sein.
Die Kosten bleiben wohl im Rahmen
Zwei wesentliche Aspekte der Planung behielten trotz des Verzugs ihre Gültigkeit: So sah ein städtebaulicher Vertrag zwischen der Stadt und dem Investor CA Immo eine Kosten- und Aufgabenteilung vor, wonach auf 1000 Quadratmetern der Spielplatzfläche der Investor Anlagen errichten und anschließend an die Stadt abtreten sollte. Für den Rest des Areals war die Stadt selbst zuständig.

Diese Vereinbarung mündete nun tatsächlich in einen paritätischen finanziellen Aufwand. „Die Kosten für die Garten- und Landschaftsbauarbeiten belaufen sich zum aktuellen Stand für die Stadt auf etwa 301.000 Euro und für CA Immo auf rund 316.000 Euro“, beziffert die städtische Pressestelle die Ausgaben, die damit im Rahmen der letzten im Stadtrat vorgelegten Prognose bleiben.