Später Start, schneller Fortschritt: Grünanlage an Donau in Regensburg nimmt Gestalt an

Von Rainer Wendl · 14. November 2024 um 17:00

Seit über einem Jahrzehnt wird die Grünanlage samt Jugendspielplatz bereits geplant – jetzt geht es sichtbar voran im Bereich östlich der Nibelungenbrücke.

Für den Laien mag es ungewöhnlich erscheinen, mit einem derart umfangreichen Garten- und Landschaftsbauprojekt erst kurz vor der Frostperiode zu beginnen. Doch die im Oktober gestarteten Arbeiten für die 4250 Quadratmeter große Grünfläche samt Jugend- und Freizeitareal östlich der Nibelungenbrücke sind binnen weniger Wochen für jedermann sichtbar weit fortgeschritten. Es wurde und wird massig Erde bewegt, auch gepflastert wurde schon zum Teil.

„So lang das Wetter noch mitmacht, können wir weiterarbeiten“, sagte gestern Vormittag einer der beteiligten Landschaftsbauer und machte klar: Sollte es dauerhaft gefrieren, geht das Vorhaben in die Winterpause.

Seit zwölf Jahren geplant

Dieser aktuelle Wettlauf gegen den Frost und die Zeit mutet allerdings wie eine völlige Lappalie an, wenn man auf die Entstehungsgeschichte des Projekts blickt. Denn die ist lang. Sehr lang.

Bereits im Oktober 2012 wurde im Bebauungsplan fürs Marina-Quartier die Schaffung der Grünfläche festgezurrt. Mittels eines städtebaulichen Vertrags wurde vereinbart, dass in diesem Bereich auf 1700 Quadratmetern ein Jugendspielplatz errichtet wird. Die Kosten für 1000 Quadratmeter davon übernimmt der Investor des Marina-Quartiers, den Rest zahlt die Stadt.

Warum es trotz dieser klaren Regelung ganze zwölf Jahre bis zum Beginn der Umsetzung dauerte, liegt an erster Linie am Hochwasserschutz. Die diesbezüglichen Maßnahmen im Abschnitt Ostenvorstadt/ Westhafen wurden vor genau zwei Jahren abgeschlossen – erst anschließend konnte die konkrete Ausführungsplanung für die Grünfläche in Angriff genommen werden. Bis zum tatsächlichen Beginn des Baus vergingen dann noch einmal 22 Monate.

Doch so sichtbar die Fortschritte mittlerweile sind: Die Fertigstellung wird sich noch hinziehen, ganz unabhängig von der Winterpause. „Die Bauarbeiten werden voraussichtlich Mitte nächsten Jahres abgeschossen“, informiert die städtische Pressestelle und nennt als Grund für die noch stattliche Restdauer die besonderen Einbauten auf der künftigen Freizeitanlage: „Da die Elemente für die Parcour-Anlage eine Produktionsvorlaufzeit von sechs Monaten haben und erst im Frühjahr bei entsprechenden Temperaturen eingebaut werden können, ist derzeit ein Einbau im April geplant.“

Eröffnung im Sommer 2025

Neben einer Slackline, einem Trampolin, einer Hängematte oder auch einem Treffpunkt zum Chillen gehört besagte Parcour-Anlage zu den Attraktionen des Jugendspielplatzes. Sie bestimmt auch den Gesamt-Zeitplan, denn erst nach ihrer Fertigstellung können ganz zum Schluss die Pflanzarbeiten erfolgen. „Voraussichtlich im Sommer 2025 kann dann die Eröffnung stattfinden“, so die Prognose der Stadt.

Was die Kosten angeht, werden nur geringfügige Steigerungen erwartet. Als das Projekt Ende September 2023 vom Stadtrat auf den Weg gebracht wurde, war der städtische Finanzierungsanteil mit 380 000 Euro veranschlagt. Laut aktueller Berechnung steigt dieser Betrag auf 407 000 Euro.

Mit der Fertigstellung der Grünanlage wird nicht nur ein weiterer Mosaikstein der Neugestaltung des Uferbereichs vom Donaumarkt bis zum Westhafen gesetzt, auch das Marina-Quartier ist damit quasi vollendet. Als hier vor bald zehn Jahren die ersten Bewohner einzogen, waren darunter zahlreiche junge Familien mit Kindern im Kindergartenalter. Der Jugendspielplatz mit 13-bis 17-Jährigen als hauptsächliche Zielgruppe kommt für sie also gerade noch rechtzeitig.

Bis es dauerhaft gefriert, laufen die Erdarbeiten weiter.