Marina Quartier: An der Donau entstehen Grünareal und Spielflächen

Von Marion Koller · 7. August 2024 um 13:25

Bisher kommt die junge Generation in dem östlichen Regensburger Stadtviertel zu kurz – Nun können sich Kinder und Jugendliche bald an der Donau austoben.

Zwischen den Wohnhäusern in der Babostraße bauen Eltern mit ihren Kindern ein Haus aus Paletten. Die einen halten die Holzteile, die anderen schlagen Nägel rein. Die Jüngsten schlüpfen schon mal ins Erdgeschoss rein und erkunden das Spielhaus. Die Familien im Marina Quartier freuen sich, dass bis zum Frühjahr ein Grün- und Spielareal an der Donau entstehen wird. Denn im Wohngebiet müssen die Kinder und Jugendlichen ständig auf Beschwerden gefasst sein.

„Das ist ein Familienviertel. Aber nicht alle hier sind glücklich darüber, dass Kinder spielen und Lärm machen“, sagt Markus E., dessen Sohn (14) und Tochter (7) am Palettenhaus mitbauen. Der 37-jährige Selbstständige ärgert sich über die Intoleranz. Auch Paul K.(40) konstruiert beim Holzhaus mit. Wegen der Beschwerden bei der Stadt seien Spielgeräte abgebaut worden, zum Beispiel ein Klettergerüst, sagt er.

Wieder Beschwerden?

„Die Grünfläche darf nicht als Bolzplatz genutzt werden“, schreibt ein Schild vor. Ein anderes verbietet auf dem „privaten Spielplatz Babostraße“ das Spielen zwischen 12 und 14Uhr. Auch ab 20 Uhr darf die Fläche, die sich für Kinder bis zu einem Alter von zwölf Jahren eignet, nicht mehr genutzt werden. Markus E. begrüßt die geplanten Grün- und Spielflächen, fragt sich aber, ob es nicht auch dort Beschwerden geben wird.

Die beinahe 5000 Quadratmeter liegen zwischen Donau, IT-Speicher, Nibelungenbrücke und Babostraße. Die Flächen gehören dem Bayernhafen. Es liegt ein Gestattungsvertrag mit der Stadt vor.

In die Grünfläche mit Rasen, Pflanzflächen und neuen sowie den wertvollen alten Bäumen wird der Jugendspielplatz mit einer Größe von 1700 Quadratmetern eingebettet. Davon muss der Investor des Marina Quartiers 1000 Quadratmeter errichten und an die Stadt abtreten. 700 Quadratmeter gestaltet die Stadt Regensburg. Der Jugendspielplatz ist über die Uferpromenade und die Babostraße erreichbar.

Sitz- und Liegemöglichkeiten mit Blick zur Donau

Die öffentliche Fläche wird unterschiedliche Sitz- und Liegemöglichkeiten mit Blick zur Donau bieten. Der Jugendspielplatz richtet sich vor allem an ältere Kinder und Jugendliche von 13 bis 17 Jahren. Die Inhalte wurden mit Jugendbeteiligung erarbeitet. Geplant ist eine Parkour-Anlage mit unterschiedlichsten Trainingsmöglichkeiten, eine Slackline, Hängematte, Trampolin und ein Treffpunkt zum Entspannen.

Die Stadt rechnet mit Kosten von mehr als 400000 Euro. Der Investor des Marina Quartiers übernimmt weitere 305000Euro.

Die Planung ist laut städtischer Pressestelle abgeschlossen, alle notwendigen Bescheide liegen vor. Die Ausschreibung für die Garten- und Landschaftsbauarbeiten soll noch im August erfolgen. Den Start der Bauarbeiten kündigt Pressesprecherin Juliane von Roenne-Styra für Anfang Oktober an. Im späten Frühjahr soll die Jugendspielfläche eröffnet werden.

Übergang zum Hafengebiet

Den Uferweg hat der Bayernhafen fertiggestellt. Jogger drehen dort ihre Runden, Hundebesitzer führen ihre Vierbeiner Gassi und Gäste des Hampton by Hilton nutzen die Verbindung in die Stadt.

Als nächstes wird der Bayernhafen den Übergang zum Hafengebiet an der Donaulände gestalten. Der östliche Bereich soll für den Güterumschlag genutzt werden, der westliche für die Personenschifffahrt. Als Pufferzone wird eine gewerbliche Nutzung dienen, deren Ausgestaltung erst noch in einem Bebauungsplanverfahren geregelt werden muss. Die betrifft auch den Bau eines Terminals für die Personenschifffahrt. Die beiden historischen Gebäude der Donau-Dampfschiffahrtsgesellschaft hat inzwischen der Bayernhafen vom Investor des Marina Quartiers, Ca Immo, gekauft. Was damit geschieht, steht noch nicht fest.

Promenade wird fortgeführt

Bayernhafen-Sprecherin Karin Moro kündigt an, das Unternehmen als Grundstückseigentümer werde die Donaupromenade zwischen Babostraße und Österreicherstadel fortführen. Mehrere Bauabschnitte sind geplant. Von der Babostraße bis zur Museumskranbahn sind die Asphaltierung und das Pflastern abgeschlossen. Ziel ist, die Ausweichliegestellen für Kreuzfahrtschiffe im weiteren Bauabschnitt bis zum Österreicherstadel zu integrieren. Wann die Donaupromenade fertig sein wird, ist noch unklar.

Streng geregelt ist das Spielen und Kicken im Marina Quartier. Foto: Koller