Neues Leih-Angebot: So will die Stadt Neutraubling fahrradfreundlicher werden

Von Michael Sperger · 3. August 2025 um 15:00

Es soll ein kleiner Baustein sein, um die Mobilität in Neutraubling nachhaltiger zu machen. Bereits ab September bieten die Donau Donkeys im Stadtgebiet die Ausleihe von E-Bikes, Fahrrädern und Lastenrädern an. Wie funktioniert die Ausleihe und wo werden die Räder stehen?

Ulrich Schmack stellte das Konzept nun im Stadtrat vor. Mittels einer App können die Neutraublinger künftig die stationierten Räder mieten und an vorgesehenen Stationen wieder zurückgeben und laden. „Das Konzept hat sich in Regensburg seit fünf Jahren bewährt“, sagt Schmack. Dort sind knapp 200 Räder verfügbar. Außerdem gibt es das Angebot im Landkreis bereits in Regenstauf, Tegernheim und Bernhardswald.

ADFC-Befragung: Neutraubling bei Radlern in der Kritik

Der Radverkehr in Neutraubling stand erst jüngst in der Kritik. Alle zwei Jahre führt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) eine Befragung durch, in der die Fahrradfreundlichkeit vor Ort bewertet wird. Neutraubling hat mit 4,20 abgeschnitten, nur einen Hauch besser als 2022. Damit waren in Bayern nur 14 Kommunen ähnlicher Größe schlechter bewertet. Es werde bemängelt, dass in Neutraubling für Radfahrer nichts passiert, monierte Stadtrat Dr. Edwin Schicker (Aktive Bürger).

Dabei hat der Radverkehr in der Stadt großes Potenzial, finden auch die Donau Donkeys. „Neutraubling ist für ein Leihkonzept gut geeignet, weil es jeden Tag viele Tausend Pendler in und aus der Stadt heraus gibt“, so Schmack. „Mehr Pendlerbewegungen als Einwohner“, betont er. Außerdem seien sowohl Regensburg als auch der Bahnhof in Obertraubling in angenehmer Radeldistanz. Aktuell würden dennoch nur rund elf Prozent der Fahrten in Neutraubling mit dem Rad angetreten. „Diesen Anteil wollen wir erhöhen.“ Damit wolle man eine Entlastung für Straße und Parkplätze erreichen.

Donau Donkeys bringen Leihräder nach Neutraubling

Bereits im September wollen die Donau Donkeys mit einer kleinen Flotte starten. Ab dem kommenden Jahr werden dann 20 Leihräder – fünf Fahrräder, zehn E-Bikes und fünf Lastenräder – verfügbar sein. „Wenn das Angebot gut angenommen wird, können wir es ausbauen“, sagt Bürgermeister Harald Stadler. Die Stadt bezuschusst jedes Leihrad mit 1000 Euro pro Jahr, um die Kosten für den Nutzer geringer zu halten. Außerdem sollen Sponsoren mit ihrer Werbung einen Teil finanzieren.

Ulrich Schmack (Mitte) stellte das Leihrad-Konzept vor. - Foto: Julia Ried, Archiv

Klimamanager Manfred Pfauntsch erklärt, die Stadt sei aktuell dabei, mögliche Standorte für die Leihräder auszuarbeiten. „Wir wollen vor allem in die Wohngebiete gehen“, sagt Pfauntsch. Auf dem Mobilitätstag wurden bereits die Neutraublinger Bürger befragt. Auch mit dem größten Arbeitgeber der Stadt, Krones, wolle man Gespräche führen. Bei Schicker kommt das Konzept naturgemäß gut an. „Das ist eine wirklich tolle Sache. Ich glaube und hoffe, dass dieses Angebot bei Jung und Alt gut ankommt“, sagt der bekennende Radler.

Stellplatzsatzung: Parkplätze für Fahrräder werden Pflicht

Auch an anderer Stelle erhält das Fahrrad in Neutraubling künftig mehr Beachtung. Die Stadt nimmt die Pflicht von Fahrradstellplätzen neben Auto-Parkplätzen in die neue Stellplatzsatzung auf. „Ein guter Schritt – wir gehen mit der Zeit und unterstützen das Fahrradfahren“, freut sich Schicker. Er hofft außerdem, dass sich dadurch die Anzahl „wild“ parkender Räder reduzieren wird.

Für eine Ablöse nötiger Parkplätze zahlen Bauherren künftig 5000 Euro (Kfz) und 700 Euro (Fahrrad). Die Ausweisung eines Mobilitätsangebots – zum Beispiel ein Sharing-Modell – kann die nötigen Stellplätze im Einzelfall für einen Bauherren oder Investor reduzieren.