Zwei Hochrisikospiele innerhalb weniger Tage in Regensburg: So brenzlig wird die Jahn-Saison

Von Philip Hell · 1. August 2025 um 09:00

Es ist ein Neuanfang nach dem Abstieg: Der SSV Jahn Regensburg startet am Samstag in die neue Saison der Dritten Liga. Dabei werden im Laufe der Saison zahlreiche Fußball-Hochkaräter in der Domstadt gastieren – und das kann brenzlig werden.

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Schon die Liga-Generalprobe gegen den TSV 1860 München am vergangenen Samstag wurde von der Polizei als „Risikobegegnung“ gewertet, teilt Markus Reitmeier, Sprecher der Polizeiinspektion Regensburg Süd, mit. Auch wenn das Testspiel zum Stadion-Jubiläum nicht mit einer Ligapartie zu vergleichen sei. Trotzdem zeigte die Polizei am Samstag Präsenz. Insbesondere rund um den Bahnhof waren zahlreiche Beamte im Einsatz. Der Spieltag blieb ruhig, so Reitmeier.

Rostock und die Löwen: Zwei Risikospiele innerhalb von wenigen Tagen

Vor der Saison seien laut Reitmeier zwei Jahn-Heimspiele als Hochrisikospiele eingestuft worden: die Partien gegen die Münchner Löwen und Hansa Rostock. Die beiden Vereine gastieren innerhalb weniger Tage im November im Jahnstadion – das könnte also durchaus zu einem Stresstest für die Polizei werden. Zehn weitere Begegnungen haben den Sicherheitsbehörden zufolge ein erhöhtes Risiko. Mithin ist mehr als die Hälfte aller Heimspiele risikobehaftet. Reitmeier betont, dass das eine vorläufige Einschätzung ist. Sollte sich die Lage in der Saison ändern, könnten weitere Begegnungen des SSV Jahn zu Risikospielen erklärt werden.

Von Seiten des Vereins ist Alexander Hahn für die Sicherheit im Stadion zuständig. Er betont, wie vertrauensvoll die Zusammenarbeit mit den Behörden ist. Gemeinsam habe man die Stadionallianz Regensburg ins Leben gerufen, die für sichere Spieltage sorgen soll.

So läuft ein Risikospieltag im Jahnstadion ab

Bei Risikospielen findet laut Hahn rund anderthalb Wochen vor der Begegnung eine Sicherheitsbesprechung statt. Dabei kommen alle Sicherheitsträger und Vertreter der Gastmannschaft in Regensburg zusammen, um über die Partie zu sprechen. Diese Besprechung ist laut Hahn eine der Grundlagen für die Sicherheitsbeurteilung. Anhand der Informationen werde entschieden, wie viele Ordner der Verein einsetzt und wie viele Beamte die Polizei schickt.

Die Fanhilfe Regensburg, ein Verbund verschiedenster Jahn-Anhänger, betont auf MZ-Anfrage in einem Mitteilung, dass die Heimspiele in der Regel friedlich und ohne besondere Zwischenfälle verlaufen. Aber: „Aus diesem Grund beobachten wir als Fanhilfe Regensburg schon länger kritisch die Entwicklung, dass die Masse an eingesetzten Polizeibeamten an Spieltagen seit Jahren konstant hoch ist, was sich vor allem bei Spielbegegnungen ohne entsprechende Gefährdungsbeurteilung bemerkbar macht.“

Die Fanhilfe führt dabei zwei Beispiele aus den vergangenen Wochen an. Zum einen ein Vorbereitungsspiel gegen die SpVgg Bayreuth in Burglengenfeld. Dabei seien mindestens 30 Beamte im Einsatz gewesen – darunter auch Bereitschaftspolizisten aus Bamberg. Einige Beamte trugen dabei laut Fanhilfe Kamera- und Filmausrüstung, um Straftaten festhalten zu können. Sogar eine Polizeidrohne sei vor Ort gewesen. Beim Testspiel gegen 1860 München sei eine gesamte Polizeihundertschaft im Einsatz gewesen. Auch das Unterstützungskommando (USK) sei in Regensburg vor Ort gewesen. Dabei seien sowohl die Partie in Burglengenfeld als auch das Spiel gegen die Löwen störungsfrei verlaufen, betont die Fanhilfe.

„Eine übermäßige Polizeipräsenz birgt oft mehr Risiken als Nutzen.“

Fanhilfe Regensburg

Die Fanhilfe betont zudem, dass kein einziger Regensburger Fan in der Datei „Easy - GS“ gespeichert ist. Die bayerische Polizei sammelt dort Daten über Menschen, die im Zuge von Sportveranstaltungen auffällig werden. Die Fanhilfe kritisiert darüber hinaus den Umgang mit einer begrenzten Ressource wie den Einsatzstunden der Polizei als auf Dauer verantwortungslos. „Vor allem gegenüber dem Steuerzahler und den eingesetzten Beamten.“ Man hoffe auf ein Umdenken der Verantwortlichen. „Eine übermäßige Polizeipräsenz birgt oft mehr Risiken als Nutzen.“