1860 München ist startklar – der SSV Jahn auch? Stimmen zum deutlichen Ausgang der Generalprobe

Die Generalprobe zwischen dem SSV Jahn Regensburg und 1860 München fand einen deutlichen Ausgang. So bewerten die Löwen und die Regensburger ihr letztes Testspiel.
In den vergangenen Jahren schaute man bei den Sechzgern neidisch nach Regensburg. Still und heimlich waren die erfolgreicher unterwegs als der TSV 1860 München. 2017 hatte der kleine Jahn die eigentlich deutlich größeren Löwen überraschend aus der 2. Liga gekegelt und sie daraufhin sportlich überflügelt. Nun laufen die Oberpfälzer aber wieder Gefahr, im bayerischen Ranking eingefangen zu werden vom Drittliga-Konkurrenten.
Man darf Testspiele zweifelsfrei nicht überbewerten. Die Darbietung der Gäste am Samstag beim 4:0-Sieg im Jahnstadion Regensburg war aber in imposanter Manier. „Das Ergebnis geht auch von der Höhe her in Ordnung“, analysierte 1860-Trainer Patrick Glöckner hinterher treffend.
Wir haben eine komplett neue Mannschaft. Ich glaube, wir sind so wie 2023, wo man sagt, wir müssen uns erst einmal finden.
Andreas Geipl
Kommenden Freitag eröffnen die Münchner mit ihrem Auftritt in Essen die neue Drittliga-Saison. Es spricht viel dafür, dass sie in der kommenden Spielzeit ein gewichtiges Wort um den Aufstieg mitreden dürften. „Wenn man alleine die Namen liest, die sie geholt haben. Die haben den Anspruch, aufsteigen zu müssen beziehungsweise zu wollen“, erklärte Andreas Geipl.
Kaliber wie Florian Niederlechner und Kevin Volland, der in Regensburg als Doppeltorschütze glänzte und dabei einen Treffer Marke „Tor des Monats“ vom Mittelkreis aus präsentierte, finden sich unter den Neuen beim Jahn nicht. „Die haben einen anderen Maßstab als wir“, gab Geipl zu bedenken.
Was ist der Regensburger Anspruch? „Wenn wir eine ordentliche Runde spielen und oben dabei sind, dann sagen wir nicht nein. Dazu haben wir 2023 auch nicht nein gesagt“, sagte Geipl, der wiederum betonte: „Wir haben eine komplett neue Mannschaft. Ich glaube, wir sind so wie 2023, wo man sagt, wir müssen uns erst einmal finden.“
1860 und Jahn sorgen für unterhaltsamen Beginn
Bei der Generalprobe der beiden Drittligisten sahen die 9270 Zuschauer beim Jubiläums-Testspiel auf neuem Rasen im Jahnstadion zwei Klubs auf dem Feld, die sich unterschiedlich präsentierten. In der Anfangsphase war es unterhaltsam. Beide Seiten hatten ihren Anteil daran. Auch der Jahn. Danach zeigten aber die Löwen, wer der Chef auf dem Platz ist.
Volland (26./38.), Jesper Verlaat (67.) und Soichiro Kozuki (90.) sorgten für den klaren Erfolg der Gäste. Die wurden angeführt von Niederlechner (kam von Hertha BSC) und Volland. Der Offensivmann, der von Union Berlin zu seinen Löwen zurückgekehrt ist, ist herausragend bei einem Drittligisten. Mit seinem Fernschuss ließ er Jahn-Keeper Felix Gebhardt, der zu weit vor seinem Tor gestanden hatte, alt aussehen. „Daran sieht man seine Klasse. Er hat das Auge“, lobte Glöckner den Stareinkauf.
Viel Arbeit für Jahn-Coach Michael Wimmer
Jahn-Coach Michael Wimmer fand hinterher bei den Regensburgern wiederum nicht so viel Positives. „Das Ergebnis haben wir uns natürlich anders vorgestellt. Aber es ist verdient, muss man ehrlich sagen.“ Das Spiel sei ein guter Test gewesen. Es habe vieles aufgedeckt, woran es noch zu arbeiten gelte. Woran? „Es geht nur über Kompaktheit, es geht nur über Intensität, es geht nur über Dynamik und das hat alles so ein bisschen gefehlt heute“, monierte der Regensburger Trainer treffend.
Auf die Frage, ob dieselbe Startelf auch beim Auftakt gegen Ingolstadt auflaufen werde, antwortete er mit einem klaren Nein, auch wenn natürlich ein Gerüst schon mit dabei gewesen sei.
Wir wollten den Zuschauern natürlich ein anderes Ergebnis liefern. Das ist jetzt leider nicht gelungen und von daher haben wir was gutzumachen nächste Woche.
Michael Wimmer
Das trifft beispielsweise auf Christian Kühlwetter zu, der erneut mit Geipl zusammen im zentralen Mittelfeld wirkte. „Wenn man sieht, wer bei Sechzig rumläuft, da sind einige gestandene Spieler dabei. Und bei uns sind einige junge Spieler mit dabei, von denen manche noch nicht in der 3. Liga gespielt haben. Und deswegen muss sich das erstmal ein bisschen finden. Aber ich glaube, wir sind trotzdem richtig gut vorbereitet“, blieb Kühlwetter optimistisch. Dass sie Tore schießen können, das haben die Regensburger, die am Dienstag die Antwort auf die Kapitänsfrage präsentieren wollen, in der Vorbereitung gezeigt.
Die Löwen auch. „Wenn wir so spielen, wird es schwer, uns zu schlagen“, erklärte Sechzig-Coach Glöckner, der auf einen ähnlich couragierten Auftritt seiner Mannschaft in Essen hofft.
Wiedergutmachung erhofft beim Derby in Ingolstadt
Tags darauf gastiert der Jahn zum Donau-Derby in Ingolstadt. „Wir wollten den Zuschauern natürlich ein anderes Ergebnis liefern. Das ist jetzt leider nicht gelungen und von daher haben wir was gutzumachen nächste Woche.“ Die vielen Regensburger Zuschauer, die mit nach Ingolstadt reisen, hoffen auf die Einlösung.
Statistik: Jahn – TSV 1860 0:4 (0:2)
SSV Jahn Regensburg: Gebhardt (45. Pollersbeck) – Wurm, Strauss (70. Ziegele), Mätzler (59. Müller) – Asante (18. Stolze (70. Kieffer)), Oliveira (83. Kharabara) – Geipl (45. Seidel), Kühlwetter – Beckhoff (59. Eichinger), Hermes (83. Ziegler), Forkel (45. Galjen)
TSV 1860 München: Dähne – Dulic, Verlaat, Voet – Danhof (75. Philipp), Deniz (79. Christiansen), Jacobsen (85. Wolfram), Pfeifer (79. Jakob) – Volland (72. Schifferl), Niederlechner (72. Hobsch), Haugen (79. Kozuki);
Schiedsrichter: Fabian Büchner (Arnstorf); Zuschauer: 9270; Tore: 0:1 Volland (26.), 0:2 Volland (38.), 0:3 Verlaat (67.), 0:4 Kozuki (90.)