Generationenprojekt nimmt Fahrt auf: Erweiterung des Familienzentrums gestartet

Nach monatelanger Verzögerung rollen in Langquaid die Bagger: Der Ausbau des Familien- und Bildungszentrums hat begonnen. Entstehen sollen nicht nur 75 neue Betreuungsplätze für Kinder, sondern auch geförderte Wohnungen für Senioren und Pflegebedürftige.
Seit mehr als einem halben Jahr steht ein großer Kran neben der Schulstraße in Langquaid, seit kurzem ist er im Einsatz. Die Arbeiten für die Erweiterung des Familien- und Bildungszentrums haben begonnen. Ursprünglich sollte im Februar Baubeginn sein. Doch es kam zu Verzögerungen.
Anfang des Jahres hat der Freistaat Bayern die sogenannte Einkommensorientierte Förderung (EOF) ausgesetzt, mit Folgen für den Erweiterungsbau in der Schulstraße. Dort sollen neben einem Kinderhaus im Erdgeschoss und einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft für zwölf Senioren im zweiten Obergeschoss auch 18 EOF-geförderte Zwei- und Drei-Zimmer-Appartements für Senioren und Pflegebedürftige entstehen.
Übergang im ersten Stock
Ein solches Projekt sei ohne Förderung nicht möglich, sagt Michael Büchl, Geschäftsführer der ausführenden B+Z Gruppe aus Kelheim. Doch dank des Einsatzes von Bürgermeister Herbert Blascheck und Landtagsabgeordneter Petra Högl habe man noch eine EOF-Förderzusage bekommen – „ein Wunder“, wie Büchl sagt. Darum habe man nun endlich starten können.
Die Baugrube auf dem Grundstück neben dem bestehenden Familien- und Bildungszentrum ist mittlerweile ausgehoben. Nach der Sommerpause sollen die Arbeiten laut Büchl richtig starten. Dann soll auf dem Areal, das vorher als Parkplatz genutzt wurde, der Erweiterungsbau entstehen, der im Erdgeschoss direkt an das bestehende Familienzentrum angebaut wird. Verbunden werden beide Gebäude im ersten Stock. Dort wird es einen direkten Zugang von den Wohnungen zur AWO-Tagespflege im bestehenden Gebäude geben. Die Fertigstellung ist für Ende des Jahres 2026 geplant.

Mit der Erweiterung des Familien- und Bildungszentrums und dem neuen Kinderhaus entstehen in Langquaid dringend erforderliche Betreuungsplätze für Kinder. Die Sorge von Eltern, ihr Kind könne im kommenden Jahr wegen der Bauverzögerung vielleicht keinen Kindergartenplatz bekommen, kann Bürgermeister Herbert Blascheck ausräumen. „Alle unsere Einrichtungen sind eng vernetzt und handeln sehr flexibel. Damit schaffen wir auch bei engen Kindergartenplätzen gute Möglichkeiten.“ So habe jedes Kind, das 2025 drei Jahre alt werde, einen Kindergartenplatz bekommen. Kinder, die erst 2026 drei Jahre alt werden und schon eine Kinderkrippe besuchen, könnten dort länger bleiben. Auch alle Kinder, die einen Platz in einer Kinderkrippe benötigten, seien berücksichtigt worden.
Im Jahr 2019 eröffnet
„Auch im kommenden Jahr werden wir uns auf die gleiche Weise aufstellen und so sicher gut überbrücken, bis die weiteren Plätze im Kinderhaus zur Verfügung stehen“, zeigt sich Blascheck optimistisch. Im Kinderhaus entstehen 75 Kindergarten- und Krippenplätze, die altersgemischt und je nach Bedarf belegt werden können. Träger des neuen Kinderhauses ist der Markt Langquaid.
Das Familien- und Bildungszentrum mit Tagespflege, Volkshochschule und Kindertagesstätte wurde 2019 eröffnet. Die Angebote seien ein „wichtiger Versorgungsbaustein für alle Generationen und bedeuten auch eine Qualität in Betreuung, Bildung und sozialem Miteinander von Jung und Alt“, sagt Blascheck. Diese Vielfalt werde mit dem nächsten Bauabschnitt weiter ausgebaut.
Kinderbetreuung in Zahlen
Langquaid hat rund 400 Betreuungsplätze für Krippen- und Kindergartenkinder sowie für Schüler. Im Detail sind es 69 Krippenplätze, 258 Kindergartenplätze und 56 Hortplätze, sagt Bürgermeister Blascheck. Durch das neue Kinderhaus kommen weitere 75 Plätze dazu. Außerdem wird der Kinderhort um 25 Plätze erweitert.