Langquaid braucht dringend Betreuungsplätze für Kinder

Im Frühjahr 2019 wurde das Familien- und Bildungszentrum in der Schulstraße in Langquaid eröffnet. Die Erweiterung war seit längerem geplant, im Dezember wurde dafür der erste Spatenstich gesetzt. Und der wurde von vielen Eltern sehnsüchtig erwartet. Auch eine Sanierung kündigt sich in diesem Jahr an.
Aktuell hat Langquaid rund 400 Betreuungsplätze. „Aber die reichen nicht.“ Kinderbetreuung sei eine herausfordernde Aufgabe für die Kommunen, sagt Langquaids Bürgermeister Herbert Blascheck, vor allem die Suche nach qualifiziertem Personal sei eine Herausforderung. Doch hier sei Langquaid sehr gut aufgestellt.
Mit dem neuen Kinderhaus mit Kindergarten- und Krippengruppen im Erweiterungsbau des Familienzentrums kommen rund 70 weitere Betreuungsplätze dazu. Das Kinderhaus ist im Erdgeschoss des Anbaus vorgesehen. Im ersten und zweiten Obergeschoss sind 18 geförderte Appartements für Senioren und Pflegebedürftige als Ergänzung zur Tagespflege geplant.
Ausgleichsparkflächen werden angelegt
Im zweiten Obergeschoss ist zudem eine betreute Wohngemeinschaft für zwölf Senioren vorgesehen. Sie wird vom Freistaat Bayern mit 720.000 Euro unterstützt. Die Wohngemeinschaft ergänze die bereits bestehenden beiden Wohngemeinschaften im Seniorenservicehaus ideal, sagt Blascheck.
Der Kran steht schon neben dem Familienzentrum bereit, je nach Witterung soll spätestens Ende Februar mit den Arbeiten begonnen werden. Dann wird der Markt auch Ausweichparkplätze in einer Wiese an der Schulstraße Richtung Herrnwahlthanner Straße anlegen, denn die geschotterten Parkflächen werden mit Baubeginn nicht mehr zur Verfügung stehen. 2026 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
„Mit der Erweiterung unseres Familien- und Bildungszentrums setzen wir ein weiteres positives Zeichen für die Zukunft unseres Marktes“, sagte Blascheck beim Spatenstich und verweist neben den Angeboten für Seniorenwohnen und im Pflegebereich auch auf die „dringend erforderlichen“ Krippen- und Kindergartenplätze.
Keine freien Plätze im Hort
Der Markt bietet aktuell alle gängigen Betreuungsformen, von Krippen über Kindergärten, Kinderhort bis zum gebundenen und offenen Ganztag, an. 235 Mädchen und Buben besuchen aktuell die Franziska-Obermeier-Grundschule und 122 die Mittelschule. Mehr als die Hälfte von ihnen besucht den Ganztagsunterricht, 55 den Kinderhort. Damit sind alle Plätze in der Einrichtung zwei Jahre nach ihrer Eröffnung belegt. Hier sei eine weitere Gruppe erforderlich, die zwar noch nicht zum neuen Schuljahr, aber doch „relativ zügig“ geschaffen werden soll, sagt Blascheck. Ab Herbst 2026 besteht ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder. Den könne der Markt in Kombination mit den Angeboten der Schule gut erfüllen.
Heizung wird erneuert
Bei den Kindergärten kündigen sich in der Rappelkiste Arbeiten an. Im Oktober 1996 wurde der Neubau an der Rottenburger Straße bezogen. Mittlerweile ist er in die Jahre gekommen und muss saniert werden. 2025 starten die Planungen.
Die energetische Sanierung soll eine neue Heizung und eine neue Beleuchtung umfassen. Ein Energieberater habe sich schon vor Ort umgesehen. Das Herausfordernde an dem Projekt sei, die Bauabschnitte so zu organisieren, dass der Kindergartenbetrieb nicht beeinträchtigt ist, sagt der Bürgermeister.
2025 steht auch wieder ein neuer Spielplatz auf der Agenda des Marktes. 2024 wurde der barrierefreie Spielplatz im Herzogin-Ludmilla-Ring im Wohngebiet „Sindsbuch“ eingeweiht. Für die Kinder stehen hier unter anderem eine Spielekombination mit Sandkran, Schüttrohr und Spieltisch, Viereckturm mit Hängebrücke, Kletternetz sowie Schaukel und Wippe bereit.
Heuer soll der Spielplatz im Baugebiet Huberbräukeller entstehen. Der 15. Spielplatz im Gebiet des Markts soll ein integrativer Spielplatz werden mit Spielgeräten, die von allen Kindern, egal welche Fähigkeiten sie besitzen, gemeinsam genutzt werden können.
Das war – das kommt
Trinkwasserbrunnen: Bis Ende April sollen die Arbeiten für die Brunnenstube, die notwendige Technik und die Leitungen zum Wasserwerk fertiggestellt sein. Dann wird der Brunnen in Betrieb genommen.
Literatur: Im Naherholungsgebiet Marktweiher entstand 2024 der Erzählweg der Marktbücherei für kleine Lesefans. An 13 Stationen können sie immer wieder neue Geschichten entdecken.
Sport: Ebenfalls am Marktweiher entstand 2024 der Disc-Golf-Parcours. Wenn es finanzierbar ist, könnte sich Blascheck vorstellen, 2025 den Bikepark zu erweitern und den Skate-Park aufzupeppen.
Friedhof: Im Herbst wurde der Urnenwandplatz im Waldfriedhof erweitert und ein neuer Garten der Erinnerung angelegt. In den Grabgebühren sind auch die Kosten für die Pflegearbeiten enthalten.


