Mehr Betreuungsplätze für Langquaids Schulkinder: Die „Laberpiraten“ wachsen

Langquaid baut sein Betreuungsangebot weiter aus – diesmal für Schulkinder: Die Markträte beschlossen bei ihrer Sitzung am Dienstagabend das Konzept zur Erweiterung des Kinderhorts „Laberpiraten“. Damit schlägt der Markt zwei Fliegen mit einer Klappe.
Wie Bürgermeister Herbert Blascheck eingangs der Sitzung sagte, sei qualitativ hochwertige Kinderbetreuung ein Markenzeichen Langquaids. Darum sei es wichtig, ausreichend Betreuungsplätze in allen Einrichtungen anzubieten. Mit dem geplanten Kinderhaus im Erweiterungsbau des Familien- und Bildungszentrums habe man weitere Kindergarten- und -krippenplätze auf den Weg gebracht, nun sollen Ganztagsplätze für Schulkinder folgen.
Nachfrage nach Betreuungsplätzen steigt
Denn die Nachfrage nach Ganztagsangeboten nimmt immer weiter zu. Wie Rektor Werner Maier auf Nachfrage sagte, besuchen aktuell 57 der 227 Grundschüler und 41 der 122 Mittelschüler den offenen Ganztag an der Franziska-Obermayr-Schule. Hinzu kommt eine gebundene Ganztagsklasse in der vierten Jahrgangsstufe mit 15 Schülern. Doch laut Maier wünschten sich viele Eltern mehr Flexibilität, was der gebundene Ganztag nicht leisten könne. Anders der offene Ganztag oder der Kinderhort, der 2022 eröffnet wurde. Dafür wurde die Aula der Schule um zwei Etagen aufgestockt. Bei den „Laberpiraten“ werden die Kinder nach Schulschluss in zwei Gruppen betreut. Mittlerweile sind alle 50 Plätze belegt.
Maier sieht im Kinderhort keine Konkurrenz zum offenen Ganztag – im Gegenteil. „Sie ergänzen sich. Wichtig ist, dass die Kinder einen Betreuungsplatz haben – ob im offenen Ganztag oder im Hort, ist egal“, betont er.
Rechtsanspruch ab 2026
Für zusätzlichen Handlungsdruck beim Markt sorgt der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern ab September 2026. Um den zu erfüllen, wird der Kinderhort nun auf 80 Plätze erweitert. Dieses Angebot erfülle alle für den Rechtsanspruch notwendigen Vorgaben. Zudem sei hier der Bedarf sehr hoch, sagte Blascheck, der in der Sitzung das Konzept präsentierte.

Demnach ist vorgesehen, die bisherige Küche und der Speiseraum im ersten Obergeschoss des Kinderhorts zu einem weiteren 60 Quadratmeter großen Gruppen- und Nebenraum umzubauen. Der Verbindungsbau zwischen Mittelschule und Schulsporthalle wird um eine Etage aufgestockt. In dem Neubau sollen dann die neue Küche und ein neuer Speisebereich mit rund 155 Quadratmeter entstehen. Diese Variante sei auch wirtschaftlich sinnvoll, da das Flachdach des Verbindungsbaus undicht sei und saniert werden müsse, sagte Blascheck.
Die Erweiterung soll rund 750.000 Euro kosten. Die Regierung von Niederbayern hat eine Förderung von 700.000 Euro zugesagt.
So ist der Zeitplan
In der anschließenden Diskussion betonten einige Markträte, sie seien aufgrund der finanziellen Lage des Markts anfangs gegen die Investition gewesen, „aber wir wären ungeschickt, es nicht zu machen“, sagte Willi Duschl (UWG) mit Verweis auf die hohe Förderung. Sein Vorschlag, über eine Anpassung der Hortgebühren nachzudenken, stieß jedoch auf Widerspruch.
Sobald der Förderbescheid der Regierung vorliegt, sollen die Pläne fertiggestellt und dann die Arbeiten ausgeschrieben werden. Wie Blascheck auf Nachfrage weiter sagte, soll nächstes Jahr gebaut werden, bis zum Schulstart im September 2026 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
So sieht der Betreuungsanspruch aus
Ab dem Schuljahr 2026/2027 hat jedes Grundschulkind einen Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung in einer Tageseinrichtung. Der Rechtsanspruch wird stufenweise eingeführt, beginnend mit den ersten Klassen. Er umfasst von Montag bis Freitag jeweils acht Stunden und gilt auch für die Ferienzeit. Die offene Ganztagsschule (OGS) in Langquaid deckt den Rechtsanspruch nicht ab. Das Angebot gibt es nur montags bis donnerstags und auch nicht in den Ferien.