Neue Grundschule in Berching: Zeitplan ist bereits vor Baubeginn hinfällig

192 Bohrpfähle, 1650 Meter Kabel und 7500 Kubikmeter Erdaushub: Der Neubau der Grund- und Mittelschule in Berching wird eine gigantische Baustelle. Nun stellt das Bauamt erste Details, Kosten und den zeitlichen Ablauf für das Mega-Projekt vor.
Die Verwaltung hat das erste Vergabepaket weitgehend vorbereitet. Es umfasst fünf Gewerke: Baufeldfreimachung, Baustelleneinrichtung, Spezialtiefbau, Erdarbeiten sowie Baustrom. Die Stadt rechnet allein dafür mit 2,8 Millionen Euro. Bevor das erste Vergabepaket öffentlich bekanntgemacht wird, stellte es Manfred Lang vom Bauamt den Stadträten am Dienstagabend vor.
Wie bereits berichtet, starten die Arbeiten auf dem Hartplatz. Dort entsteht ein Neubau, in dem im Erdgeschoss Fachräume für Werken, Physik und Co. vorgesehen sind. Im Obergeschoss soll vorübergehend die Mittagsbetreuung und der offene Ganztag gewährleistet werden. Im Mai ging die Verwaltung noch davon aus, dass dieses Gebäude Ende 2027 fertig sein soll – sofern alles glatt läuft.
Neue Grund- und Mittelschule: Ein halbes Jahr in Verzug
Diese Hoffnung hat sich mittlerweile zerschlagen: Nach Angaben von Lang kann der angedachte Stichtag, 31. Dezember 2027, nicht eingehalten werden. „Wir haben aktuell eine Diskrepanz von einem halben Jahr“, teilte Lang in der Sitzung mit. Sprich: Vor Mitte des Jahres 2028 wird der erste Baukörper auf dem jetzigen Hartplatz wohl nicht bezugsfertig sein. Die Architekten und Ingenieure feilten aktuell noch an einem aktualisierten Zeitplan.
Lang stellte derweil in der Stadtratssitzung vor, wie die nächsten Schritte aussehen. Mitte, Ende Oktober soll die Baustelle eingerichtet werden. Bei den Parkplätzen an der Schlesierstraße werden mehrere Container (unter anderem für Besprechungen der Planer) und Toiletten aufgestellt. Eine Baustellen-Ampel in der Schlesierstraße soll den Verkehr regeln.
Danach wird das Baufeld rund um den Hartplatz freigemacht. Weil sich dieses in einem Bereich befindet, in dem das Landesamt für Denkmalpflege Bodendenkmäler vermutet, findet der Erdaushub unter Aufsicht von Archäologen statt. Die abgetragene Erde muss nach Angaben des Bauamtes anschließend wieder aufgeschüttet werden, um eine feste Ebene für schwere Geräte zu schaffen.
192 Pfähle werden für neue Schule in Berching gesetzt
Denn ab Dezember soll der Spezialtiefbau starten. Damit der Neubau später auf sicherem Untergrund steht, müssen 192 Bohrpfähle gesetzt werden. Gut drei Monate sind für diese Arbeiten vorgesehen, ehe nach derzeitigem Stand Mitte März die Baugrube ausgehoben wird.
Damit die Baustelle und das Umfeld ausreichend ausgeleuchtet sind, plant die Stadt zunächst mit 43 Lampen. Im späteren Verlauf sollen 37 weitere Leuchten zum Einsatz kommen, um die Sicherheit zu gewährleisten und die Rettungswege auszuleuchten.
47 Millionen Euro für neue Schule in Berching
Das erste Vergabepaket mit den genannten fünf Gewerken ist nur ein erster kleiner Schritt zu der neuen Grund- und Mittelschule. Wie teuer diese letztlich wird, stellt sich noch heraus. Im Mai hatte die Stadt die Kostenberechnung vorgestellt, die laut Lang weiterhin Bestand hat: Für die ersten beiden Bauabschnitte rechnet die Stadt mit 47 Millionen Euro. Der dritte Teil (der Bereich am aktuellen Haupteingang) steht vorerst hinten an und ist somit in dieser Kostenberechnung nicht berücksichtigt.
„Es ist ein Jahrhundert-Bauwerk“, sagte Bürgermeister Ludwig Eisenreich am Dienstagabend. Das größte Bauvorhaben in Berching werde den Stadtrat noch sehr oft beschäftigen. Aber mit der Ausschreibung (mindestens 80 Prozent der Leistungen müssen europaweit ausgeschrieben werden) des ersten Vergabepakets kommt die Stadt ihrem Ziel ein kleines Stück näher. Danach folgen im Laufe der Zeit 50 weitere Vergaben.