47 Millionen Euro: Neubau der Grund- und Mittelschule Berching wird teurer

Die Stadt Berching rechnet mit nun 47 statt 44 Millionen Euro für die ersten zwei Bauabschnitte. Fertig ist die Schule dann aber noch nicht. Warum das Mammutprojekt teurer wird und wie der Zeitplan aussieht, stellt die Architektin vor.
Allein für die Bohrpfähle, die dem neuen Gebäude einen sicheren Stand verleihen sollen, plant Architektin Andrea Fitz vom Berliner Büro sehw mehrere Monate ein. Das teilte sie dem Stadtrat am Dienstagabend in der öffentlichen Sitzung mit.
Ihrem Zeitplan zufolge sollen die Spezialtiefbauarbeiten im Dezember starten. Dabei werden – nach der Freimachung des Geländes im November – zunächst 192 Bohrpfähle gesetzt. Die Architektin geht davon aus, dass die Arbeiter zwei Bohrpfähle pro Tag schaffen. Bei 192 Pfählen wären das 96 Arbeitstage.
Holzfassade für die Schule in Berching
Nach dem Spezialtiefbau soll ab April 2026 der archäologisch begleitete Erdaushub der Baugrube starten. Kommt es dabei nicht zu unvorhersehbaren Verzögerungen, könnte der Rohbau im Oktober 2026 stehen. So sieht es der Plan der Architektin vor. Danach sind die Holzbauarbeiten geplant.
Für die Fassade werden vorvergraute Fichtenlamellen verwendet, die in unterschiedlichen Abständen angebracht werden, mal 77 Zentimeter auseinander, mal 1,12 Meter. Dadurch soll eine „lebendige Fassade“ entstehen, sagte Fitz.

Apropos Holz: Statt auf Holzmassivbauweise setzt die Stadt nun auf eine Holzrahmenbauweise, bei der weniger Holz gebraucht wird, weil nur das Gerippe aus Holz ist. Das komme der Stadt günstiger, sagte Manfred Lang vom Bauamt. Auch beim Dach wolle man einsparen. „Aber drei Millionen Euro können wir nicht ganz kompensieren“, sagte Lang. Denn um knapp drei Millionen Euro werden die ersten beiden Bauteile laut Kostenberechnung teurer als noch bei der Kostenschätzung angenommen.
Statt mit den geschätzten 44,4 Millionen Euro rechnet die Stadt nun mit 47,3 Millionen Euro – für die ersten beiden Bauteile. Der dritte Abschnitt (Haupteingang) steht vorerst hinten an und ist somit in dieser Kostenberechnung auch nicht berücksichtigt. „Die Kostensteigerung hält sich mit sechs Prozent für Bauteil A und B im Rahmen“, befand Lang in der Sitzung und verwies auf die Grundschule in Woffenbach. Dort lag die Kostenschätzung nach einer Machbarkeitsstudie im April 2024 bei 25 Millionen Euro, im Oktober war dann von plus/minus 40 Millionen Euro die Rede.
Bohrpfähle erhöhen Kosten für Neubau der Schule
Schuld an der Kostensteigerung in Berching hat laut Lang vor allem der Spezialtiefbau mit den Bohrpfählen. „Ansonsten sind wir im Rahmen geblieben.“ Künftige, eventuelle Preissteigerungen können in der aktuellen Berechnung natürlich nicht berücksichtigt werden. Da das Mammutprojekt laut Lang „15 bis 20 Jahre“ Zeit in Anspruch nehmen wird, muss man abwarten, wie teuer die Schule letztlich wirklich wird.
Zeitplan für Neubau der Grundschule Berching
Für jeden der drei Bauabschnitte rechnet Lang grob mit drei Jahren Bauzeit. Dazwischen plant die Stadt, ein, zwei Jahre – oder vor dem letzten, aktuell zurückgestellten Bauteil vielleicht auch länger – zu pausieren, um sich finanziell zu erholen. Im ersten Gebäude, das am Hartplatz neu gebaut werden soll, finden im Erdgeschoss Fachräume (Werken, Physik und Co.) Platz, im Obergeschoss soll vorerst die Mittagsbetreuung und der offene Ganztag gewährleistet werden. Geht alles glatt, soll dieses Gebäude Ende 2027 fertig sein. Ab Januar 2028 soll dann der frühere landwirtschaftliche Trakt zur Mensa umgebaut werden.
Sowohl die Planungen als auch die Kostenberechnung wurden den Stadträten vor der öffentlichen Sitzung bereits vorgestellt, weshalb sie am Dienstag nicht mehr groß darüber diskutierten. Sie stimmten der Berechnung und den Entwürfen der Architektin einstimmig zu.