44 Millionen Euro für die neue Schule: So will Berching dieses Mammutprojekt stemmen

2025 will die Stadt Berching mit dem Neubau der Grund- und Mittelschule starten. Allein für den ersten Abschnitt kalkuliert die Verwaltung mit 20 Millionen Euro. Dazu rechnet sie mit 8,5 Millionen Euro für eine neue Kita. Stadträte befürchten, dass deshalb andere Projekte auf der Strecke bleiben.
Wie die Stadt diese beiden Großprojekte finanzieren will, rechnete Bürgermeister Ludwig Eisenreich am Dienstag dem Stadtrat vor. Grundsätzlich sollen der hintere und mittlere Teil der Schule neu gebaut werden, das vordere Gebäude (Haupteingang an der Schulstraße) soll vorerst bestehen bleiben. Bauteil A und B sollen in zwei Abschnitten mit einer Pause dazwischen realisiert werden. Nach Angaben der Verwaltung sollen die archäologischen Untersuchungen im dritten Quartal 2025 starten, der Bau selbst soll im vierten Quartal beginnen.
Der Bürgermeister zeigte auf, wie er sich die Finanzierung vorstellt. Änderungen seien dabei vorbehalten, da die Finanzierung erst von der Rechtsaufsichtsbehörde abgesegnet werden müsse, sagte Eisenreich. Im Dezember wolle er sich mit den Verantwortlichen im Landratsamt besprechen.
Neubau der Schule Berching: 20 Millionen Euro für Abschnitt eins
Die 20 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt gliedert Eisenreich wie folgt auf: Er rechnet mit 6,65 Millionen Euro Förderung. Dann müssten 6,6 Millionen Euro aus den Rücklagen und 4,25 Millionen Euro aus dem laufenden Haushalt entnommen werden. Zudem sei eine Kreditaufnahme von 2,5 Millionen Euro nötig.
Wie sich diese Summen über die Jahre verteilen, zeigte Eisenreich anhand einer kleinen Präsentation. 2025 rechnet er mit 2,5 Millionen Euro für die Schule (davon 850.000 Euro Förderung, 800.000 Euro aus den Rücklagen und 850.000 Euro aus dem Haushalt).
2026 kalkuliert der Bürgermeister mit sieben Millionen Euro für die Schule (davon 2,3 Millionen Euro Förderung, 2,3 Millionen Euro aus den Rücklagen, 1,2 Millionen Euro aus dem Haushalt und 1,2 Millionen Euro Kreditaufnahme).
Im darauffolgenden Jahr rechnet Eisenreich mit 7,5 Millionen Euro (2,5 Millionen Euro Förderung, 2,5 Millionen Euro aus den Rücklagen, 1,2 Millionen Euro aus dem Haushalt und 1,3 Millionen Euro Kredit).
Und 2028 kalkuliert Eisenreich drei Millionen Euro für die Schule ein – je eine Million Euro soll aus Fördermitteln, Rücklagen und dem laufenden Haushalt stammen.
Identisch dröselte Eisenreich die Finanzierung der geplanten Kita an der Südtangente auf. Insgesamt rechnet er mit Kosten in Höhe von 8,5 Millionen Euro, davon könnten 2,7 Millionen Euro gefördert werden. Somit blieben der Stadt 5,8 Millionen Euro, die Eisenreich dem Haushalt entnehmen würde.
Finanzierung der neuen Schule: Bürgermeister ist zuversichtlich
„Wir haben derzeit vier Millionen Euro auf der hohen Kante“, sagte der Bürgermeister, der damit rechnet, zum Ende des Jahres weitere 1,5 Millionen Euro Rücklagen aufzubauen. „Dann bräuchten wir noch knapp 1,5 Millionen Euro Rücklagen“, rechnet Eisenreich. „Ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen.“ Insgesamt seien beide Projekte zu realisieren. Etwas Puffer sei einkalkuliert. „Viel können wir darüber hinaus aber nicht mehr finanzieren.“
Während sich CSU-Stadtrat Manfred Rackl dieses Zahlenwerk von der Verwaltung früher gewünscht hätte, lobte Fraktionskollegin Regina Burger diese für „diese sehr transparente Aufstellung“. „Diesen Weg müssen wir gehen“, sagte Burger und erntete dafür vom Großteil des Stadtrates Applaus. Das Gremium hatte sich bereits vorab in einer internen Klausur mit dem Neubau der Schule auseinandergesetzt.
Die CSU-Stadträte Achim Christl und Roland Meyer gaben zu bedenken, dass bei der vorgestellten Finanzierung über 20 Millionen nur der erste Bauabschnitt einbezogen sei. „Damit ist die Schule noch nicht fertig“, sagte Christl und dachte auch an andere Projekte wie die Europahalle und das Berle-Bad. Meyer sagte im Hinblick auf die Finanzen: „Ich habe schwerste Bedenken, was die Zeit danach angeht.“
Eisenreich sah in der Aufstellung eine Basis, nach einer Verschnaufpause auch den zweiten Abschnitt zu verwirklichen. Danach hatte Lothar Bierschneider Wort: „Lasst uns jetzt endlich eine neue Schule bauen!“
Letztlich stimmten alle Räte, bis auf Manfred Rackl und Franz Donhauser, der vorgestellten Planung zu. Nun sollen die Förderanträge bei der Regierung eingereicht werden.