Gläubige können bei der Renovierung der Berchinger Stadtpfarrkirche unterstützen

Von Bernhard Neumayer · 29. Juli 2025 um 17:00

Für 1,8 Millionen Euro soll die Kirche Mariä Himmelfahrt innen saniert werden. Die ersten Arbeiten sind bereits gestartet. Jetzt stimmt die Diözese Eichstätt darüber ab, ob auch der zweite Bauabschnitt umgesetzt wird. Wie Katholiken diese Entscheidung beeinflussen können, verrät Berchings Kirchenpfleger.

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Wenn Liebhaber barocker Kirche die denkmalgeschützte Stadtpfarrkirche in Berching betreten, sind sie begeistert. Auch jetzt kämen Besucher wohl aus dem Staunen nicht heraus, wenn sie Zutritt in die Kirche hätten – allerdings nicht weil sie fasziniert sind von den Altären und Heiligenfiguren begeistert sind.

Diese sind aktuell kaum oder gar nicht in der Kirche zu sehen. Bis unter die Decke des Kirchenschiffs steht riesiges Gerüst. „Betreten der Baustelle verboten“, heißt es aktuell. Unserer Zeitung hat Kirchenpfleger Jürgen Hillebrand dennoch einen Einblick gewährt.

Ein riesiges Baugerüst steht derzeit in der Berchinger Stadtpfarrkirche. - Foto: Bernhard Neumayer

Auf den ersten Blick erkennt man die Stadtpfarrkirche innen kaum wieder: Sitzbänke sind teilweise herausgenommen beziehungsweise abgedeckt, die Orgel ist eingehaust, unter Planen lagern mobile Gegenstände, andere wurden aus der Kirche geräumt. „Da waren unsere ehrenamtlichen Helfer sehr fleißig“, lobt der Kirchenpfleger.

Berchings Stadtpfarrkirche wird innen neu gestrichen

Anfang Mai haben die Arbeiten in der Kirche begonnen. Mitarbeiter der Firma Restaurierungen Geitner haben mittlerweile den Stuck an der Decke abgewaschen. Als nächstes werden die nicht tragbaren Schichten an den Wand- und Deckenflächen freigelegt. „Das Problem ist, dass bei zurückliegenden Maßnahmen ungeeignete Materialien verwendet wurden, wie Gips und Dispersionen“, sagt Johann Geitner, der Master Professional für Restaurierung im Handwerk aus Nattershofen nahe Lauterhofen. Bevor sich die Restauratoren dessen annehmen, müssen die Seitenaltäre und der Hochaltar noch abgedeckt werden, sagt Geitner.

Die Musterachse (links) zeigt, wie weiß die grau verdreckte Wand später wieder werden soll. - Foto: Bernhard Neumayer

Kirchenpfleger Hillebrand ist mit dem bisherigen Verlauf der Arbeiten sehr zufrieden, auch wenn er weiß, dass bei einer Großbaustelle immer Probleme und Verzögerungen auftreten können. Im ersten Teil der Arbeiten werden „substanzerhaltende Maßnahmen“ erledigt. Die Wände werden gesäubert und neu gestrichen, ebenso das Deckenfresko. Auch schadhafte Stellen am Boden sollen ausgebessert, die Zunftstangen poliert und der Kreuzweg gesäubert werden.

Im zweiten Teil, der von der Diözese Eichstätt noch nicht genehmigt ist, sind Verschönerungsmaßnahmen angedacht: Unter anderem soll der Eingangsbereich aufgewertet werden. Dort soll auch ein zentraler Taufbereich errichtet werden. Im linken vorderen Bereich bei der Gottesmutter Maria soll ein vom Altar abgetrennter Ort der Stille entstehen. Auch ein neues Licht- und Akustikkonzept plant die Kirchenverwaltung.

Kirchenpfleger Jürgen Hillebrand zeigt, wie Berchings Stadtpfarrkirche derzeit aussieht. - Foto: Bernhard Neumayer

Ob diese Wünsche auch umgesetzt werden können und wie viel Zuschuss es aus Eichstätt gib, entscheidet der Vergabeausschuss des Bistums im September, wie die Diözese auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt. Die Kirchenstiftung müsse dafür einen Finanzierungsplan vorlegen.

Denn das gesamte Projekt ist nicht günstig: Die Pfarrei rechnet mit circa 1,8 Millionen Euro für alle Maßnahmen. Den Löwenanteil davon übernimmt das Bistum. Für den ersten Teil der Arbeiten (circa 1,45 Millionen Euro) kalkuliert die Pfarrei mit 93 Prozent Zuschuss der Diözese. Diesen Anteil bestätigt das Bistum zum jetzigen Stand.

Stadt Berching steuert 88.000 Euro für Kirchensanierung bei

Zudem erhält die Kirchenstiftung weitere Finanzspritzen, unter anderem von der Stadt Berching in Höhe von 88 000 Euro. Außerdem ruft die Kirchenstiftung nach wie vor zu Spenden auf. Nach Angaben des Kirchenpflegers sind bisher circa 33.000 Euro eingegangen. Dafür bedankt sich Hillebrand bei allen Spendern. Über jeden Euro, der noch dazukommt, freut er sich. „Wir versuchen, 200.000 Euro an Spenden zu bekommen.“

Die Außenfassade der Berchinger Stadtpfarrkirche wurde 2014 saniert. Deshalb wird außen jetzt nichts gemacht. Innen sieht es dagegen anders aus. Dort ist die letzte Renovierung über 40 Jahre her. - Foto: Bernhard Neumayer

Je mehr Geld die Berchinger Pfarrei selber stemmt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass das laut Hillebrand „stimmige Konzept“ des Neumarkter Ingenieurbüros Lerzer auch in vollen Zügen umgesetzt werden kann.

„Wir freuen uns, wenn es vorangeht und wir möglichst zu dem Zeitfenster wieder in die Stadtpfarrkirche zurückzukehren, wie wir es vorgesehen haben“, sagt Hillebrand. Stadtpfarrer Francesco Benini hofft auf Ostern oder Pfingsten im kommenden Jahr.

Spendenkonto für Sanierung der Berchinger Kirche

• Information: Auf einer eigenen Internetseite unter „Pfarrkirche Berching erhalten“ gibt die Kirchenstiftung Einblicke in die Renovierung der Stadtpfarrkirche.

• Geld: Stadtpfarrer Francesco Benini und Kirchenpfleger Jürgen Hillebrand rufen dort im Namen der Kirchenverwaltung zu Spenden auf.

• Spendenkonto: Die Kirchenstiftung Berching hat ein Spendenkonto eingerichtet. Die IBAN dafür lautet: DE 49 7606 9449 0706 4197 20.