Neapolitanische Sängerin Flo begeistert beim Klangfarbenfestival in Regensburg

Von Ramona Teufel · 28. Juli 2025 um 16:30

Süditalienisches Flair versprühte die neapolitanische Sängerin Flo im Thon-Dittmer-Palais. - Foto: altrofoto.de

Barfuß, in ein schwarzes Satinkleid gehüllt, bewegte sich die Singer-Songwriterin Flo bei Nieselregen sinnlich zur Musik. Die aus Neapel stammende Künstlerin verband am Samstag im Regensburger Arkadenhof Musik und politische Statements. Mit ihrer kraftvollen Stimme, persönlichen Anekdoten und ihrer Bühnenpräsenz zog die 42-Jährige das Publikum beim 16. Klangfarbenfestival in ihren Bann.

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Glücklich konnte sich schätzen, wer im Publikum für das wechselhafte Wetter gerüstet war. Kaum begann das Konzert, das in Kooperation mit dem Jazzclub Regensburg entstand, kehrte der Regen zurück. Flo, bürgerlich Floriana Cangiano, eröffnete ihren Auftritt mit romantischen, leisen Tönen.

Der Song „Tammurriata fulmine e cerasa“ startete mit einem zarten Flötensolo, ehe Gitarrist Ernesto Nobili einsetzte und Flo ihre kraftvolle Stimme erhob. Im ständigen Wechsel zwischen sanften, fast flüsternden Tönen und kraftvollem Gesang offenbarte die Italienerin die Bandbreite ihrer Musik. Spätestens nach dem zweiten Song hatte sie sich eingetanzt und war beim Regensburger Publikum angekommen.

Politisches Statement gesetzt

Mit dem Ruf „Free Palestine“ setzte sie zudem nach einem ihrer ersten Songs ein klares politisches Signal, dem im Laufe des Abends weitere folgen sollten. Musikalisch bot Flo mehr als Gesang in neapolitanischer Sprache: Mediterraner Sound prägte etwa Stücke wie „Furtunata“, bei dem sie von einer Bouzouki, einer griechischen Laute, begleitet wurde.

Mit dem energiegeladenen Song „Oissa“ ließ sie das Publikum in die Atmosphäre eines Fischmarkts eintauchen. In schnellem Sprechgesang beschwor sie dessen hektisches Treiben und den rauen Ton herauf. Zartere Klänge bestimmten „Freva e criscenza“, ein Lied, das sie ihrer Großmutter widmete. Die Sängerin erzählte, wie ihre „Nonna“ mit mythischen Ritualen und Limoncello die bösen Geister vertrieb.

Italienerin widmete Migranten einen Song

Tieftraurig wurde es hingegen bei „Cu ti lu dissi“, ein Stück, das den Schmerz einer verlorenen Liebe thematisiert. „Moru, moru, moru“ – „ich sterbe“ – rief sie und forderte das Publikum auf, mitzusingen.

Den Abschluss des Abends bildete ein weiterer nachdrücklicher Moment: Mit „Connola senza mamma“ erinnerte Flo an die italienische Auswanderungswelle nach Amerika. Sie widmete das Lied allen Migranten weltweit – das Publikum dankte ihr mit langanhaltendem Applaus.

Musik und Kunst beim Markt der Kulturen

Begeistert seien die Zuschauer auch am Freitag beim Konzert von Kumbia Boruka gewesen, das sich zu einer mexikanischen Tanzparty entwickelt habe, sagte Veranstalter Michael Mandl. „Die Stimmung war Bombe.“ Auch abseits der Bühne war kulturelle Vielfalt greifbar. Beim Markt der Kulturen gab es Musik und Kunst aus aller Welt zu entdecken. Eines der Highlights, sei die „K-Pop-Challenge“ gewesen, resümiert Mandl.