In der Weißenburgstraße gilt wieder Tempo 30 – „Entsetzte“ Autofahrerin schildert Vorfall

Von Jonas Raab · 27. Juli 2025 um 05:00

Das ging fix. Vergangene Woche hat der Planungsausschuss beschlossen, in der Weißenburgstraße in Regensburg erneut Tempo 30 einzuführen. Genau sieben Tage später hingen die Schilder – sehr zum Ärger einer Autofahrerin, die eine brenzlige Situation schildert. Auch die CSU kritisiert die Maßnahme scharf.

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„Entsetzt“ habe sie festgestellt, dass auf der Hauptverkehrsader im Stadtosten „heimlich, still und leise“ die zulässige Höchstgeschwindigkeit reduziert worden sei, schreibt eine MZ-Leserin an unsere Redaktion. „Gerade noch rechtzeitig“ habe sie beim Anblick des Schildes abbremsen können. Mit Lichtsignal und Hupen sei sie daraufhin von anderen Autofahrern „attackiert“ und überholt worden. „Niemand wusste davon“, ist sich die Frau sicher. Auch bei Freunden und Bekannten habe die erneute Geschwindigkeitsbegrenzung für ungläubiges Erstaunen gesorgt.

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„Wieso schon wieder diese Sch...?“, fragt sich die Leserin. Schließlich sei die Feinstaubbelastung – der Grund, warum von 2019 bis 2024 schon einmal Tempo 30 galt – zurückgegangen. „Und der Lärm kann’s nicht sein, da die Belastung bei Tempo 30 wesentlich höher ist durch das nervige Stop and Go, da die Ampelschaltung nicht angepasst ist“, schreibt die Frau, die lange Zeit an der Weißenburgstraße gearbeitet hat. „Ich weiß, wovon ich spreche.“

Regensburger CSU kritisiert Tempo 30 in der Weißenburgstraße als „Symbolpolitik“

Tatsächlich war die Lärmbelastung der Grund für die Wiedereinführung der Geschwindigkeitsbegrenzung zwischen Bruderwöhrd- und Greflingerstraße. Die CSU-Stadtratsfraktion, die wie Erhard Brucker (AfD) und Horst Meierhofer (FDP) im Planungsausschuss dagegen gestimmt hat, kritisiert die Maßnahme in einer Pressemitteilung als „planlose Symbolpolitik zulasten der Mobilität und ohne spürbaren Nutzen“.

Das Tempolimit sei nicht mehr als ein „politisches Placebo: billig, schnell umzusetzen, aber weitgehend wirkungslos“, moniert Stadtrat Josef Zimmermann. Aus seiner Sicht wirksame Mittel – etwa Schallschutzfenster oder lärmmindernder Straßenbelag – seien nicht in Erwägung gezogen worden.

Wer Lärm nachhaltig reduzieren will, muss geeignete Maßnahmen ergreifen und nicht den Verkehr behindern und Bürger drangsalieren.

CSU-Fraktionschef Michael Lehner

Fraktionschef Michael Lehner sieht die Maßnahme auch politisch kritisch: „Diese Vorlage wurde zusammen mit dem Paket zur Verkehrsberuhigung der Altstadt auf den Weg gebracht – ganz offensichtlich in der Hoffnung, dass sie so öffentlich weniger auffällt.“

Es sei bezeichnend, dass der zuständige Referent nicht an der Sitzung teilgenommen habe, kritisiert Lehner. „Der Verkehr in einer Großstadt muss fließen – insbesondere auf Bundesstraßen wie der Weißenburgstraße. Wer Lärm nachhaltig reduzieren will, muss geeignete Maßnahmen ergreifen und nicht den Verkehr behindern und Bürger drangsalieren.“