Nach Testphase: Kommt ein begehbarer Brunnen dauerhaft auf dem Neumarkter Rathausplatz?

Kurz vor dem Start der Sommerferien kommt der begehbare Spielbrunnen vor dem Neumarkter Rathaus weg. Das Bedauern, dass die Playfountain nach drei Wochen weiterzieht, scheint aber auch eine der wenigen negativen Reaktionen auf die Aktion der Stadt zu sein. Wie positiv viele Neumarkter die Aktion sehen, zeigt sich auch in der Reaktion auf vereinzelte Kritik.
„So muss das. Herrlich!“, „Sehr schöne Abkühlung für Kids und auch Erwachsene.“ oder „Einfach nur toll. Mehr davon.“: Die Kommentarspalte unter einem Video des Tagblatts zum Spielbrunnen war voll mit derlei Kommentaren. Auch die extrem vielen „Daumen hoch“ zeigen, dass die Playfountain bei vielen Menschen gut ankommt.
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Das lässt sich ebenso an der starken Gegenreaktion auf Kritik an der Aktion ablesen. Einzelne Neumarkter kritisierten die Aktion als Geldverschwendung. Manche befürchteten eine vermeintlich hohe Unfallgefahr und bemängelten die fehlende Barrierefreiheit sowie dass Wasser verschwendet werde. Das Kreischen der spielenden Kinder störte einzelne. Dafür gab es vielfachen Widerspruch.
Auch die Stadt wollte die Kritik nicht unkommentiert lassen. Der Brunnen habe eine gewisse Höhe, um die Technik darunter unterzubringen. Deswegen und wegen des Gefälles des Platzes sei die Playfountain nicht barrierefrei erreichbar. Der Brunnen sei kurzfristig und befristet angemietet worden. Eine sichere Rampe anzubringen, sei in der Kürze der Zeit nicht möglich gewesen. Ein möglicher künftiger fest installierter Brunnen werde Barrierefreiheit berücksichtigen.
30.000 Liter sind laut Stadt für den Betrieb des Brunnens einmalig notwendig. Durch eine Filteranlage habe das Wasser Schwimmbadqualität.
Regensburg zahlt für vier Wochen Playfountain 150.000 Euro
Zum Thema Sicherheit verwies das Rathaus darauf, dass der Brunnen bereits ohne große Vorfälle in vielen Städten stand. Zudem habe es nach dem Aufbau eine sicherheitstechnische Prüfung gegeben.
Zahlen zu den Mietkosten für die Playfountain nennt das Rathaus nicht. Dem Vernehmen nach sollen die Kosten deutlich unter den 150.000 Euro liegen, die Regensburg für vier Wochen zahlt.
Der Spielbrunnen ist Teil einer Testphase mit Rasenflächen, mobilen Pflanzentrögen, Sonnensegeln und Sitzgelegenheiten. Sie hat das Ziel, Ideen mit verhältnismäßig geringem Aufwand zunächst zu testen, bevor die Stadt in eine große, teure Umgestaltung des Rathausplatzes einsteigt.
Der begehbare Brunnen ist in diesem Kontext nicht nur auf Kinder ausgerichtet. Nach Ansicht der Stadt hat die Testphase bestätigt, dass der Brunnen an heißen Sommertagen einen kühlenden Effekt für das Rathausumfeld habe.
Wasser misst auch Christian Eisner eine größer werdende Bedeutung in Zeiten des Klimawandels bei. Der Citymanager ist mit dem Testlauf des Spielbrunnens sehr zufrieden. Dieser habe vielen Menschen einen unmittelbaren Grund gegeben, die Innenstadt zu besuchen. „Das zeigt, in welche Richtung wir uns orientieren müssen“, sagt Eisner, der gemeinsam mit einem Gremium aus Stadträten und Verwaltungsmitarbeitern die getesteten Ideen ersonnen hat.
Kommt begehbarer Brunnen in Neumarkt dauerhaft? Ab Herbst wird diskutiert
Nun soll geprüft werden, was davon für eine dauerhafte Umgestaltung des Rathausplatzes übernommen werden kann. Ab Herbst werde man die Diskussion darüber verwaltungsintern starten, sagt Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn, der ein sehr positives Fazit für die Playfountain zieht.
Einem Comeback eines begehbaren Brunnens in fester Form scheinen die Verantwortlichen nicht abgeneigt. Dass dieser das gleiche Aussehen und die gleichen Funktionen (beispielsweise Licht und Musik) haben und am gleichen Ort stehen wird, davon sollte man jedoch nicht zwangsläufig ausgehen. Es gibt noch viel zu beraten – und das wird dauern.
Eisner kann sich daher vorstellen, in den Sommern bis dahin den mobilen Spielbrunnen wieder befristet nach Neumarkt zu holen. „Aber das ist nicht in meiner Hand“, verweist er auf die Stadt. Aus dem Rathaus heißt es dazu: „Die Playfountain war als Test gedacht.“