Betreten erlaubt, Duschen verboten: Neumarkt testet mobilen Brunnen am Rathausplatz

Fast den kompletten Juli steht ein interaktiver Springbrunnen am Rathausplatz in Neumarkt. Vom sogenannten Playfountain, den Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn am Donnerstag eröffnet hat, erhofft sich die Stadt Neumarkt Erkenntnisse, ob sich ein begehbarer Brunnen auch dauerhaft lohnen würde.
Kinder, die kreischend durch Wasserfontänen rennen, Passanten, die die verschiedenen Formationen der Strahlen beobachten und Neumarkter, die sich beim Picknick an den Bänken am Rathaus eine Abkühlung gönnen. Die Stadt Neumarkt erhofft sich solche Szenen vom sogenannten Playfountain, den Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn am Donnerstag eröffnet hat.
„Ich wurde schon gerügt, dass die Eröffnung heute ist“, sagt Ochsenkühn. Kurz nach der besonders warmen Phase Anfang der Woche. Aber: „Bis zum 27. Juli wird es bestimmt noch viele heiße Tage geben“, sagt Christian Eisner vom Verein Aktives Neumarkt. Bis zu diesem Sonntag steht der interaktive Brunnen.
Von Regensburg abgeschaut
Den Spielbrunnen testweise nach Neumarkt zu holen, war die Idee von Aktives Neumarkt und wurde mit der Stadt durchgesetzt. „Ich habe es in Regensburg schon ausprobiert“, sagt Eisner. Er ist schnell davon überzeugt gewesen, dass das auch für Neumarkt eine gute Idee sei.
Der Playfountain vom gleichnamigen niederländischen Unternehmen läuft in den nächsten Wochen täglich von 10 bis 22 Uhr. Bis 19.30 Uhr ist es in einer Art Spielmodus. Zu fröhlicher Musik können Kinder versuchen, den Strahlen auf der zehn mal zehn Meter großen, bewässerten Fläche zu entkommen. Mal ist nur ein äußerer Ring an Düsen aktiv, und in der Mitte bleibt es trocken, mal wandert eine schräge Linie an Fontänen von einer auf die andere Seite. Die Höhe und Intensität der Strahlen variiert dabei.

„Am Abend ändert sich der Modus“, sagt Eisner. Die Strahlen leuchten in verschiedenen Farben und der Rhythmus der Düsen wechselt. Dadurch soll man mehr zum Schauen als zum Spielen animiert werden.
Eine besondere Aktion im Zusammenhang mit dem begehbaren Brunnen soll am 18. Juli stattfinden. An dem Freitagabend wird ein Saxofonist spielen. Die Stadt hofft auf eine entspannte Stimmung für einen guten Start in eines der letzten Wochenenden vor den Sommerferien. Obwohl der Rathausplatz schräg ist – auf die Länge des Playfountains kommen circa 60 Zentimeter Höhenunterschied – lief der Aufbau schnell und reibungslos. „Am Dienstag haben die Arbeiten begonnen“, sagt Eisner.
Um den interaktiven Brunnen zu betreiben, braucht es 30 000 Liter Wasser. Diese gehen laut Eisner und den Betreibern aber nicht täglich verloren. „Die Umweltfreundlichkeit ist uns wichtig“, sagt Eisner. Das Wasser zirkuliert in einem geschlossenen System. Über Rillen wird es aufgefangen, gefiltert und wiederverwendet. „Wenn ein Kind das Wasser aus Versehen trinkt, passiert durch die Reinigung nichts“, versichert Eisner.
Es passiert immer wieder, dass sich Leute mit Shampoo duschen.
Mitarbeiter der Betreiberfirma
Trinkwasser ist es laut Warnschildern an der großen Stufe zum Brunnen trotzdem nicht. Und auch das Duschen ist verboten. „Es passiert immer wieder, dass sich Leute mit Shampoo duschen“, sagt ein Mitarbeiter der Betreiberfirma. Es habe auch schon eine Gruppe große Mengen an Duschgel in den Playfountain gekippt. Wegen des ganzen Schaums musste die Firma das Wasser komplett austauschen. Um so etwas zu vermeiden, ist der Brunnen laut Schild videoüberwacht.
Stadt Neumarkt plant begehbaren Brunnen für die Zukunft
Eisner berichtet, dass die Stadt Regensburg für einen Monat Playfountain etwa 120 000 Euro ausgegeben habe. Wie hoch die Rechnung für Neumarkt ist, verrät er nicht. Nur so viel: „Wir sind weit darunter.“
Wie gut die Neumarkter den interaktiven Brunnen annehmen und ob sich die Investition gelohnt hat, beobachtet die Stadt in den kommenden Wochen. „Wir planen ja einen begehbaren Brunnen und das wird uns gute Erkenntnisse geben“, sagt Ochsenkühn über die Testphase.
Als der Brunnen am Dienstag aufgebaut wurde, habe ich gedacht: Wow, das wird ja richtig groß.
Markus Ochsenkühn
Mit dem Start des Playfountains ist der Oberbürgermeister zumindest schon mal zufrieden. „Als der Brunnen am Dienstag aufgebaut wurde, habe ich gedacht: Wow, das wird ja richtig groß.“ Tatsächlich sieht man Ochsenkühn am Donnerstag noch eine Stunde nach der Eröffnung mit einem Lächeln im Gesicht aus einem Rathausfenster schauen. Das Bild vom staunenden Bürgermeister im Fenster wird in den kommenden Wochen wohl genauso zum Stadtbild gehören, wie der mobile Spielbrunnen.