Hohe Temperaturen sorgen für Hochbetrieb in den Freibädern im Landkreis Neumarkt

Von Selina Schaefer · 2. Juli 2025 um 05:00

Das Thermometer zeigt über 30 Grad und lockt ins kühlende Nass – am besten draußen. Wie starteten die Naturbadeseen und Freibäder im Landkreis Neumarkt in die Saison – und wie kann bei der Hitze die Wasserqualität gehalten werden? Die Bürgermeister von Deining, Postbauer-Heng und Velburg sowie die Stadtwerke Neumarkt wissen die Antwort.

Dass die Pfingstferien mit den sehr hohen Temperaturen sich dabei in den Besucherzahlen niederschlagen, können die Stadtwerke Neumarkt mit Zahlen belegen: 23 335 Gäste waren es heuer, während 2024 lediglich 3590 und 2023 8636 Besucher in den Ferien gezählt wurden.

Denn in den vergangenen Jahren sei Pfingsten in den Monat Mai gefallen und von Unwettern und Regenfällen geprägt gewesen, erklärt Christina Weber von den Stadtwerken. „Die konstant hohen Temperaturen, insbesondere während der Pfingstferien, spiegeln sich deutlich in den Besucherzahlen wider – und zeigen einen klaren Aufwärtstrend im Vergleich zu den Vorjahren.“

Rund 15 000 Besucher mehr

Die Saison profitiere von dem durchgehend sommerlichen Wetter, so die Stadtwerke. Seit Start der Freibadsaison am 3. Mai bis einschließlich 22. Juni haben laut Stadtwerken rund 34 000 Menschen im Schlossbad im Freien ihre Bahnen gezogen. Im Vorjahr waren es zur gleichen Zeit rund 19 000 und 2023 rund 31 700.

Im Landkreis zeichnet sich ein ähnliches Bild. „Da in unserem Deininger Naturbad kein Eintritt verlangt wird, sind genaue Besucherzahlen nicht zu messen“, erklärt Bürgermeister Peter Meier. „Allerdings kann ich sagen, dass die warmen und sonnigen Ferientage unser Bad wahnsinnig gut gefüllt haben.“ Liegewiese und Badebereich seien jeden Tag voll gewesen. Auch der Kioskbetreiber spreche von einem bisher sehr guten Jahr, berichtet Meier.

Bad in Postbauer-Heng ist täglich voll

Dem schließt sich auch Horst Kratzer, Bürgermeister von Postbauer-Heng, an: „Wie überall ist auch bei uns das Bad voll.“ Ähnlich wie in Deining lasse sich zwar auch bei ihnen mangels Eintritt schwer Genaueres sagen, ebenso wenig von woher die Schwimmer kommen. Aber: „Es ist sehr gut besucht – wir können nicht klagen.“ Außerdem ist das Gelände nicht umzäunt und frei zugänglich, erklärt Kratzer.

Das sei Auflage für eine EU-Förderung gewesen. Nur das Hauptschwimmbecken – nicht jedoch Kinderbecken oder Kiosk – sei seit ein paar Jahren abgesperrt und lediglich unter Badeaufsicht geöffnet.

Sanierung nach der Badesaison

Eintritt verlange man aber weiterhin nicht: Man habe die daraus möglichen Einnahmen gegen die nötigen Personalkosten gegengerechnet und das Ergebnis stünde in keinem Verhältnis zueinander, sagt Kratzer. Der See lebe von der Offenheit: „Das ist einfach ein Magnet bei uns – auch wenn er nur im Sommer nutzbar ist –, der nicht wegzudenken ist.“ Nach der Saison werde das Bad für rund eine Millionen Euro saniert.

Eintrittspreise fließen in den Betrieb des Bades

Im Gegensatz dazu kostet der Naturbadesee Altenveldorf in Velburg Eintritt. Aber: „Wir stecken die Eintrittspreise auch komplett in den Betrieb“, sagt Bürgermeister Christian Schmid. Den Badebetrieb aufrecht zu erhalten, sei schon mit Aufwand und vielen Ausgabenverbunden. Zu stemmen sei es nur, weil viele ehrenamtliche Helfer mit anpacken.

Mit dem Start in diese Saison – in der der Naturbadesee 50. Jubiläum feiern kann – sei die Gemeinde sehr zufrieden: „Wir haben gleich viele, wenn nicht sogar mehr Besucher zu Saisonstart gehabt“, stellt Schmid fest. „An heißen Tagen am Wochenende sind es weit über 2000 Besucher.“ Zudem wurden mehr Saisonkarten als im vergangenen Jahr verkauft. Auch von außerhalb kämen Menschen zum Schwimmen, erklärt Schmid.

Tägliche Tests für Sauberkeit

Über den Zustand des Wasser macht Schmid sich keine Sorgen: „Wir haben von der Wasserqualität her keine Probleme.“ Der Bademeister habe immer ein Auge darauf, teste täglich und der See besitze einen guten Wasserzulauf. Die Wasserqualität werde regelmäßig als „ausgezeichnet“ deklariert. Kritisch und „herausfordernd“ werde es erst, wenn es wochenlang über 40 Grad habe, erläutert der Velburger Bürgermeister.

Auch in Deining werde das Wasser regelmäßig durch das Gesundheitsamt und durch ein von der Gemeinde beauftragtes Labor mittels Wasserproben kontrolliert, um „doppelt auf Nummer sicher zu gehen“, sagt Bürgermeister Meier. Im Naturbad werde die Wasserqualität durch ein ökologisches Aufbereitungssystem garantiert. Über natürliche Filterschichten werde das Wasser ständig umgewälzt und hierdurch auf ökologische Weise gereinigt.

Keine Chemie im Einsatz

Bürgermeister Kratzer hält fest: „Je wärmer das Wasser, desto schwierig.“ Schließlich werde ohne Chemie gesäubert: „Naturbäder sind halt immer eine Herausforderung.“ Aber noch sei auch Postbauer-Heng im grünen Bereich. Im Schlossbad passe die Wasserqualität ebenfalls trotz der Hitze, teilen die Stadtwerke Neumarkt mit. Die Werte würden ständig überwacht und zusätzlich vom Personal mehrmals täglich kontrolliert. Dadurch könne man auch bei einem Besucherandrang schnell reagieren, falls sich etwas verändere.