Sanierung des Freibads in Neumarkt wird zu teuer – jetzt muss abgespeckt werden

Eigentlich sollte die geplante Sanierung des Neumarkter Freibads längst begonnen haben – doch sie hatte sich immer wieder verschoben. Nun hat sich herausgestellt: Es wird einfach zu teuer, die Kosten müssen heruntergeschraubt werden. Die Stadtwerke prüfen derzeit, wo gespart werden kann. Es gibt aber auch gute Nachrichten.
Bereits im Jahr 2021 war für die Sanierung eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden – auf Basis dieser waren im September 2022 Kosten in Höhe von 11,6 Millionen Euro errechnet worden. Doch im März 2023 hieß es bereits: Es werden wohl fünf Millionen mehr, also knapp 17 Millionen Euro, wie die Stadtwerke damals informierten – dafür gebe es fünf Millionen Euro Zuschuss vom Bund.
Im April 2023 war die Rede davon, dass die Bauarbeiten im Jahr 2024 beginnen sollten. In Vorbereitung der Sanierungsarbeiten war das Freibad dann auch Ende Juni 2024 für einen Tag geschlossen, seither passierte aber nichts mehr. Und sicher ist: In dieser Wintersaison wird auch nichts mehr passieren.
Sparen an der Technik: „Alternative Lösungen“ gesucht
Der Grund dafür: „Die Stadtwerke Neumarkt prüfen derzeit eine andere Sanierungsvariante für das Freibad“, wie das Kommunalunternehmen auf Anfrage unseres Medienhauses erklärt. Denn: Die ursprünglich beabsichtigte Umsetzung hätte immer mehr zusätzliche technische und bauliche Maßnahmen erfordert, wodurch die Kostenschätzungen für die Sanierung in die Höhe gestiegen waren. Daher hätten sich die Stadtwerke dazu entschlossen, nach alternativen Lösungen zu suchen, welche insbesondere bei den technischen Einrichtungen geringere Eingriffe und somit Kosten auslösten. Bis das alles geklärt ist, dauert es aber noch.
Doch was wird aus den Planungen, die die Freibad-Besucher direkt betreffen? Also mit der Sanierung des Sprungturms und der geplanten neuen Rutsche? Wird es künftig womöglich nicht mehr möglich sein, vom Drei-Meter-Brett zu hüpfen? Nein, so weit wird es nicht kommen. Die Kosteneinsparungen betreffen laut Stadtwerken vor allem die Technik für die Wasseraufbereitung. „Die für die Badegäste relevanten Bereiche bleiben davon unberührt.“
Das heißt: Die Sanierung des Sprungturms ist nach wie vor in den Planungen vorgesehen. Auch die Sanierung der Becken und Beckenabdeckungen zur Energieeinsparung sind ebenfalls weiterhin Bestandteil der aktuellen Planungen, so die Stadtwerke. Den Plänen zufolge sollen künftig überall Fliesen durch Edelstahl ersetzt werden. Grund dafür: Edelstahlbecken sind im Unterhalt wesentlich günstiger als Fliesen, so die Stadtwerke. Das neue Material macht es aber nötig, die Form des Becken leicht anzupassen: Gerade Linien werden an mancher Stelle die bislang geschwungenen ersetzen.
Kommt die neue Rutsche im Freibad?
Geplant ist eigentlich auch eine neue Wellenbreitrutsche. Theoretisch ist diese weiterhin geplant – „nach Möglichkeit“ soll diese laut Stadtwerken als neue Attraktion bei den Badegästen für Vergnügen sorgen. Sie soll die jetzige Kleinkindrutsche am Erlebnisbecken ersetzen. Die Wasserfläche des Erlebnisbeckens werde sich dadurch zwar auf dem Papier etwas reduzieren, aber die real durch Badegäste genutzte Fläche nicht, erklärten die Stadtwerke bei der Vorstellung der Planungen im April 2023.
Nach aktuellem Stand der Planungen wird mit der Sanierung nun „voraussichtlich frühestens im Herbst/Winter 2025“ begonnen. Das bedeutet für Badegäste: Die Freibadsaison 2025 wird ohne Einschränkungen wie gewohnt stattfinden können.
Und eine zweite gute Nachricht gibt es auch noch für alle Besucherinnen und Besucher: Die Eintrittspreise für das Freibad bleiben nach der Preiserhöhung im vergangenen Jahr in der Sommersaison 2025 stabil. Die letzte Preiserhöhung lag damals 17 Jahre zurück.
Eintrittspreise:
Tageskarten: Erwachsene ab 17 Jahren zahlen fünf Euro, Kinder von sechs bis einschließlich 16 Jahren 2,50 Euro. Familientickets gibt es für zehn Euro. Feierabendkarten für Badegäste, die erst nach 17.30 Uhr ins Bad kommen, kosten 2,50 Euro.
Mehrfachkarten: Die Zehner-Karten für Erwachsene sind für 44 Euro und die für Kinder zum Preis von 22 Euro erhältlich.
Saisonkarten: Saisontickets für Erwachsene kosten in der neuen Sommersaison weiterhin 130 Euro, die für Kinder 80 Euro. Familien zahlen für die ganze Saison 180 Euro und Familien mit Schwerbehinderten 140 Euro.
