Trotz eines finanziellen Defizits entwickelt sich das Schlossbad in Neumarkt in vielerlei Hinsicht positiv

Von Wolfgang Endlein · 28. November 2024 um 19:00

Es sei kein Neuigkeitswert, dass das Schlossbad in Neumarkt mehr kostet als einnimmt, erklärte Stadtwerke-Chef Dominique Kinzkofer. Dennoch gab es im Stadtrat am Donnerstag Neues zum Bad zu erfahren. Positives wie Negatives.

Dass das Schlossbad ein jährliches Defizit haben wird, war schon bei der Planung des damals noch als Ganzjahresbad bezeichneten Projekts klar. Prognosen hatten rund zwei Millionen Euro angesetzt. Eine Mehrheit des Stadtrats hatte das Bad dennoch für wichtig empfunden und beschlossen.

Es gab zudem Prognosen, wie sich die Besucherzahlen in den ersten Jahren entwickeln werden. Laut Kinzkofer hat das Schlossbad diese Prognosen bereits deutlich übertroffen. Die Werte für das laufende und kommende Jahre laufen stramm in Richtung von 150 000 Besucher im Bad und 50 000 in der Sauna. Der Prognosewert lag bei 125 000 bzw. 45 000.

Neumarkter Schlossbad profitiert von sinkenden Energiekosten

Mehr Besucher bedeuten auch mehr Einnahmen. Die Einnahmenseite entwickelt sich positiv nach oben, wovon Kinzkofer auch in den kommenden Jahren ausgeht. Hinzu kommen sinkende Energiekosten und ein zurückgehender Materialaufwand.

Das alles führt zu höheren Erträgen, die in den kommenden Jahren bis auf fast fünf Millionen Euro ansteigen sollen. Das wirkt sich positiv auf das Defizit aus, das die Stadt übernehmen muss. Für 2023 beträgt es rund 2,4 Millionen Euro. 2024 gehen die Stadtwerke davon aus, dass das Defizit knapp über zwei Millionen Euro liegt. 2025 könnte es knapp unter die Marke von zwei Millionen Euro sinken.

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Dass es noch weiter abschmilzt, hält SWN-Geschäftsführer Kinzkofer jedoch für unrealistisch. „Das Defizit bleibt nicht dort“, warnte er die Stadträte und die Öffentlichkeit, sich an die Marke von unter zwei Millionen Euro zu gewöhnen. Langfristig werde es darüber liegen und „nie mehr darunter zurückkehren“.

Vor allem die steigenden Personal- und Lohnkosten sind ein Grund. 2023 mache die Energie 31 Prozent der Kosten des Bades aus, die Personalkosten liegen laut Kinzkofer bei 33 Prozent. Rechne man die in gekauften Dienstleistungen versteckten Lohnkosten dazu, komme man auf 45/50 Prozent.

Stadtwerke-Chef: Kostendeckend wird das Schlossbad nie sein

Wollte man kostendeckend arbeiten, müsste das Schlossbad seine Eintrittspreise massiv erhöhen, erklärte Kinzkofer. Eine wie beispielsweise auch beim Freibad oder dem Stadtbus nur theoretische Überlegung. Schließlich sollen möglichst viele Menschen diese Angebote auch nutzen.

In diesem Sinn bekräftigte eine Reihe von Stadträten, dass das Schlossbad es wert sei, dafür Geld aus der Stadtkasse in die Hand zu nehmen. Das Bad sei bislang ein großer Erfolg und ein Faktor für eine lebenswerte Stadt. Einstimmig beschloss der Stadtrat, das Defizit für 2023 auszugleichen.