Labubu-Hype erreicht Neumarkt: Teures Original und Nachahmung sind extrem vergriffen

Von Kilian Graef · 23. Juli 2025 um 17:00

Viele wollen sie, aber nur die wenigsten bekommen sie: Die sogenannten Labubus sind auch wegen Stars wie Rihanna, Dua Lipa und David Beckham weltweit im Trend, der auch Neumarkt zu spüren ist. Aber warum sind die Puppen und ihre günstigen Kopien, die Lafufus, so beliebt? Auf Spurensuche bei Neumarkter Händlern.

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„Wir bekommen zehn bis 15 Anrufe am Tag mit der Frage, ob wir Labubus haben“, sagt Lena Kuske. Sie ist seit elf Jahren Leiterin der Vedes Kinderwelt. Seit wenigen Tagen hat der Spielzeugladen die hochpreisigen Originale und die Nachahmung im Sortiment.

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Obwohl es die Labubus schon seit 2019 gibt, reißen sich Liebhaber erst seit wenigen Monaten darum. Die Beliebtheit hat Lisa, eine Sängerin der koreanischen Popband Blackpink, ausgelöst. Stars wie die Sängerinnen Rihanna, Dua Lipa oder der Ex-Fußballer David Beckham befeuerten den Trend. Sie zeigten sich vor Millionenpublikum auf sozialen Medien mit den Plüschtieren zum Anhängen.

Viele Erwachsene kaufen in Neumarkt Labubus und Lafufus

„Wenn man es sich anschaut, ist es keine niedliche Schmusekatze. Ich würde es eher als kleinen Dämonen bezeichnen“, sagt Kuske. Die Puppen sehen tatsächlich aus wie kleine Monster. Sie haben spitze Zähne und der Blick wirkt durch die ungewöhnlich geformten Augen mit riesigen Pupillen etwas gruselig. Der Rest – das flauschige Fell und die kurzen Arme und Beine – fallen dann doch eher unter die Kategorie süß. Es ist die Mischung, die laut Kuske Jugendliche und Erwachsene anzieht.

Das teure Labubu-Original hängt rechts, die Lafufu links. - Foto: Kilian Graef

Dass die Kundschaft älter ist, als man bei einem Puppen-Schlüsselanhänger vermutet, könnte auch am Preis liegen. Das Original kostet bei Vedes 49,99 Euro. Die Nachahmung liegt bei 19,99 Euro. Im Internet werden die blickdichten Boxen – der Käufer weiß nicht, welche Farbe seine Puppe hat – für über 70 Euro weiterverkauft.

Wenn das gehen würde, hätte ich wahrscheinlich 400 Stück bestellt.

Lena Kuske, Filialleiterin Vedes Neumarkt

Der Grund: die knappe Verfügbarkeit. „Wenn das gehen würde, hätte ich wahrscheinlich 400 Stück bestellt“, sagt Kuske. Verfügbar waren allerdings nur 30 der Originale. Anders sieht es bei den Lafufus aus. Die verkauft auch Jürgen Heinlein in seinem JB Store im Neuen Markt. „Wir haben vor zwei Wochen die erste Lieferung bekommen“, sagt er. Knapp 160 Puppen. „Nach vier Tagen waren alle weg“, so Heinlein.

Am Montag hat der Lieferant den lang ersehnten Nachschub vorbeigebracht. Dass dieser besonders lange hält, bezweifelt Heinlein aber. „Die Leute stehen auf diese Puppen.“

Nachahmungen werden immer realistischer

Auch Vedes verkauft die Lafufus, weil sie zum einen leichter erhältlich und zum anderen erschwinglicher sind. „Natürlich ist das mit den nachgemachten Sachen nicht so toll“, gibt Kuske zu. Ein Hauptgrund für die Entscheidung auch Lafufus anzubieten, sei, dass Kinder und Jugendliche, die sich so einen Anhänger wünschen, keine 50 Euro dafür zahlen müssen.

Die Augen und Zähne der Labubus leuchten im UV-Licht, auf eine Fußsohle ist das Logo gedruckt und die Arme sind kürzer.

Lena Kuske erklärt den Unterschied zwischen Labubus und Lafufus

Die Labubus findet Kuske allerdings schöner. Man merke den Qualitätsunterschied, obwohl die Nachmache immer näher an das Original der Firma Pop Art herankomme. „Vor kurzem hatten die Lafufus die Ohren noch nach außen geklappt“, sagt sie. Mittlerweile sind sie angepasst und zeigen ebenfalls zueinander. Noch sind die Unterschiede aber erkennbar. „Die Augen und Zähne der Labubus leuchten im UV-Licht, auf eine Fußsohle ist das Logo gedruckt und die Arme sind kürzer“, sagt sie.

Erinnerung an Monchichis – ein Trend von vor 20 Jahren

Neu sind solche Trends nicht. Kuske erinnert sich an eine Figur, die vor etwa 20 Jahren in den meisten Kinderzimmern vertreten war: Monchichis. „Als kleines Mädchen hatte ich auch einen“, erinnert sie sich.

Heutzutage seien die Trends allerdings wesentlich schnelllebiger. „Wenn uns Kunden auf etwas ansprechen, reagieren wir sofort“, sagt Kuske. Denn die Popularität dieser Produkte sinke oft schnell wieder. „Ich denke, das geht jetzt noch ein paar Wochen. Zum Ende der Sommerferien ist es wahrscheinlich schon wieder vergessen“, sagt Kuske. Dann komme schon der nächste Trend – den Familien eventuell in Urlaubsländern entdecken würden - nach Neumarkt.