Veranstaltungsfrei, aber nicht leise: 37 Ruhestörungen an einem Wochenende in Regensburg

Um den Lärm in der Regensburger Altstadt zu reduzieren, hat die Stadt veranstaltungsfreie Wochenenden eingeführt. So eines liegt gerade zwar hinter der Welterbezone. Trotzdem war in dieser Zeit einiges in Regensburg los. Tausende waren bis spät in die Nacht auf den Beinen. Nicht alle davon verhielten sich rücksichtsvoll.
Die veranstaltungsfreien Wochenenden gelten nicht für ganz Regensburg, sondern laut einer Pressemitteilung der Stadt für die Unesco-Kernzone der Altstadt mit Stadtamhof, Jahninsel und Grieser Spitz. Zudem finden in diesem Bereich dann durchaus auch Veranstaltungen statt.
Laue Nächte lockten
Etwa laufen seit Freitag die Schlossfestspiele mit Konzerten auf St. Emmeram. Auch stieg am Samstagabend das legendäre Sommerfest des Griechisch-Deutschen Vereins im Innenhof des Alumneums am Ölberg. Auf den öffentlichen Plätzen der Regensburger Altstadt aber sollen an diesen sieben Wochenenden zwischen April und Oktober keine lärmintensiven Open-Air-Events stattfinden.
Vier dieser Wochenenden gab es in diesem Jahr bereits, zuletzt von 13. bis 15. Juni. An den vier Wochenenden dazwischen fanden unter anderem das Bürgerfest und das Jazzweekend statt – und damit zwei der größten Freiluftveranstaltungen, die Regensburg zu bieten hat. Die nächsten dieser veranstaltungsfreien Wochenenden sind von 29. bis 31. August, von 26. bis 28. September sowie von 24. bis 26. Oktober vorgesehen.

Ob veranstaltungsfreies Wochenende oder nicht: Laue Sommernächte locken die Menschen in Scharen auf die Plätze der Altstadt – zumal sie nun nach einer regnerischen Episode etwas auf derlei Gelegenheiten warten mussten. Und so waren die Gespräche dieser Altstadtbesucher oder auch das Klappern ihrer Gläser und Flaschen an vielen Stellen zu hören. Wie gern die Menschen die Plätze der Stadt auch in der Nacht besuchen, war am Freitagabend etwa auf dem Bismarckplatz zu sehen.
Seit Freitagabend insgesamt 37 Anzeigen von Ruhestörungen
Gegen 22.30 Uhr saßen hier so viele Menschen rund um die beiden Brunnen, dass sich Passanten schon sehr vorsichtig zwischen ihnen durchschieben mussten, um keinem auf die Füße zu treten. Auch in der Gesandtenstraße stiegen Fahrradfahrer lieber ab, weil sich die Menschen auf der Straße drängten. Ebenso hatten sich etliche Altstadtbesucher den Neupfarrplatz, die Steinerne Brücke, die Ufer der Donau, die Jahninsel oder den Grießer Spitz als Treffpunkt für einen Absacker oder auch mehr auserkoren.
Einige schlugen dabei auch an diesem Wochenende über die Stränge. Während manche der 20.000 Altstadtbewohner mit der Lärmbelastung zurechtkommen, raubt sie anderen den letzten Nerv. Wie Anton Hagen von der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberpfalz am Sonntagmorgen Auskunft gibt, war es zu diesem Zeitpunkt seit Freitagabend insgesamt zu 37 Anzeigen von Ruhestörungen im gesamten Stadtgebiet von Regensburg gekommen.
Bei der Polizeiinspektion (PI) Süd hatten sich seinen Angaben zufolge in der Nacht auf Samstag zwölf Menschen gemeldet, weil es ihnen zu laut war, bei der PI Nord immerhin fünf. In der Nacht auf Sonntag seien es bei der PI Süd 14 Anzeigen wegen Ruhestörung gewesen, bei der PI Nord sechs.

Reizthema Lärm
Teilweise arbeite die Polizei diese Ruhestörungen selbst ab. Etwa bei Einsätzen am Grieser Spitz oder wenn jemand seinen Freisitz nicht rechtzeitig zusperrt, bekommen die Beamten aber auch Unterstützung vom Kommunalen Ordnungsservice (KOS) der Stadt. Der bearbeite pro Woche etwa zehn dieser Fälle, gibt Stadt-Sprecherin Juliane von Roenne-Styra Auskunft. Diese Zahl bleibe seit Jahren konstant.