Mit Lyrik und Kanonenschüssen: Die Trenck-Festspielsaison ist feierlich eröffnet

„Das Trenckfestspiel ist für die Waldmünchener Identifikation, Ehrensache und Herzensangelegenheit.“ So beschrieb es Waldmünchens Bürgermeister Markus Ackermann (CSU) beim festlichen Auftakt zur Festspielsaison am Samstagabend. Bei der Veranstaltung vor der eigentlichen Premiere stach wenig später einer der beiden Schirmherren mit einem außergewöhnlichen Beitrag heraus.
Die ersten Worte gehörten vor den zahlreichen Ehrengästen Waldmünchens Bürgermeister Ackermann. Zu seinen Zuhörern zählten neben den Schirmherren Benedikt und Stefan Kulzer und ihren Vorgängern Prof. Dr. Rainer Rupprecht und Landrat Franz Löffler auch etwa MdL Julian Preidl und Chams Bürgermeister Martin Stoiber. Die Gäste hätten die Möglichkeit, „im Festspiel an dieser spannenden und prägenden Episode der Stadtgeschichte teilzuhaben“, so Ackermann. Es sei „das Aushängeschild und das Markenzeichen unserer Stadt und hat uns ein unverwechselbares Gesicht gegeben“ und es sei zudem „das einzige Festspiel in Bayern, das kurz nach dem Krieg geschaffen wurde und seither ohne Unterbrechung bis heute mit großartigem Erfolg aufgeführt wird.“
Ein Teil der Stadtgeschichte
Die hohe Bedeutung der bevorstehenden Wochen machte Ackermann auch daran fest, dass er diese Zeit als „fünfte Jahreszeit“ bezeichnete. Der titelgebende Franziskus Freiherr von der Trenck habe sich, „in unserer Stadt, verewigt und sich in unser Gedächtnis eingebrannt“. Der Rathauschef bezeichnete ihn als eine „charismatische, interessante und identitätsstiftende Persönlichkeit“, die zur Inspiration für das Festspiel wurde.
Lobende Worte hatte Ackermann für die beiden Schirmherren übrig, die sich bei dieser Gelegenheit gleich noch im Goldenen Buch der Stadt verewigen durften. Abseits der Bühne sind sie Geschäftsführer von SK Technology. Benedikt und Stefan Kulzer seien „ideal passende, markante, interessante und menschlich angenehme Persönlichkeiten“, die die „Herzen der Trenckianer im Sturm eroberten“ erklärte Ackermann.


Das sei etwas wert, denn „wer die Herzen der Trenckianer für sich gewonnen hat, der hat das Ziel erreicht, denn er gehört dann zur Familie und genießt mit Recht ihren Respekt, Anerkennung, Schutz und Hilfe“. Lobende Worte, die Benedikt Kulzer in seiner Ansprache zurückgab: „Gepaart mit toller Gegend und tollen Menschen entsteht hier großartige Kultur.“ Davon habe er sich letztes Jahr schon überzeugen können, führte der Geschäftsführer weiter aus.

Doch er beließ es nicht bei der klassischen Rede: Kulzer hatte ein Gedicht vorbereitet, das er vor den Ehrengästen und Darstellern zum Besten gab. „Heut hebt sich der Vorhang, der Lärm wird laut, der Trenck ist bereit, und ihr seid vertraut, mit Säbeln, mit Schießpulver, Leidenschaft pur, denn ohne euch wär‘ hier gar keine Kultur“, heißt es darin. Zudem schlug er eine Brücke zur Stadt selbst mit den Zeilen: „Wir freuen uns sehr, dass der Trenck wieder scheint. Ihr kämpft und ihr liebt, ihr schreit und ihr lacht, aus Waldmünchen wird Bühne, aus Alltag wird Schlacht.“
Donnernder Auftakt
So brandete schon vor dem ersten Hahnenschrei der erste lautstarke Applaus auf. „Einen Schirmherren, der so ein Gedicht geschrieben hat, hatten wir noch nicht“, zeigte sich auch der Vorsitzende des Trenck-Festspielvereins, Martin Frank, beeindruckt. Im Anschluss wurde es laut: Die beiden Schirmherren gaben mit Kanone und Mauerbüchse die ersten Schüsse ab. Bei dem folgenden Knall zuckte so mancher Zuschauer etwas zusammen.
Die letzten Worte hatte der Trenck – verkörpert von Lawrence Gast – selbst: „Durch mich, Franziskus Freiherr von der Trenck, ergeht hiermit folgender Befehl: Lasset die Trenckfestspiele 2025 beginnen!“
