Mit Säbeln und Kanonenschüssen: Trenck-Festspiel feiert gelungene Premiere

Von Johannes Lesser · 13. Juli 2025 um 17:00

Das Licht geht aus. Für einen kurzen Moment herrscht Stille. Ein letztes kurzes Durchatmen. Dann erfüllt minutenlanger tosender Applaus die nahezu ausverkauften Ränge der Waldmünchener Festspielbühne. Die diesjährige Premiere von Trenck der Pandur liefert einmal mehr eine gelungene Zeitreise ins 18. Jahrhundert.

Vor zahlreichen Ehrengästen um die diesjährigen Schirmherren Benedikt und Stefan Kulzer, eröffnete der Vorsitzende des Trenck-Festspielvereins, Martin Frank, die neue Saison. Es werde „ein Teil der Geschichte Waldmünchens lebendig gemacht“, so Frank. Kaum hat er seine Rede beendet, läuten die Fanfarenbläser das Stück ein. Dem merkt man schon in den ersten Szenen den immensen Aufwand hinter den Kulissen an. Unzählige Darsteller in historischen Kostümen stehen auf der Bühne, selbst im Hintergrund des eigentlichen Geschehens spielen sich kleinere Szenen ab.

Historischer Hintergrund

Im Mittelpunkt steht der Österreichische Erbfolgekrieg im Jahr 1742. Franz Freiherr von der Trenck unterstützt darin die Kaiserin Maria Theresia und stellt auf eigene Kosten ein Korps auf. Nachdem Cham von seinen Panduren geplündert und niedergebrannt wurde, stellt sich nun die Frage, ob Waldmünchen dasselbe Schicksal ereilt.

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Das zugrundeliegende, zunächst schwere Thema wird im Festspiel in unterschiedlichen Facetten beleuchtet. Der Ernst der Lage wird etwa deutlich, wenn der Bürgermeister Waldmünchens mitteilt, dass Trenck Cham „in einen Schutthaufen“ verwandelt habe und die Bewohner allen Alters im Anschluss ein Kirchenlied anstimmen. Im Hintergrund läuten derweil die Glocken. Die bedrohliche Stimmung – sie wird in diesen Momenten greifbar.

Die Darsteller geben alles. - Foto: Johannes Lesser

Doch nicht alles ist in diesen beiden Stunden bitterernst. Als sich ein betrunkener Stadt- und Gerichtsschreiber unterhalten und dabei einen schlafenden Nachtwächter finden, bricht im Publikum Gelächter aus. Wenig später sollen die Bürger Waldmünchens bewaffnet werden. Auch in dieser bedrohlichen Situation entsteht der eine oder andere wirklich lustige Moment.

Richtig Dynamik kommt dann aber auf, als der Freiherr von der Trenck auf einem Schimmel und mit seinen Panduren die Bühne betritt. Pferdegalopp, Säbelfechten und das impulsive Auftreten des Freiherren selbst – die Spannung steigt. Zum optischen Höhepunkt wird der Einmarsch in die Stadt. Beim donnernden Knall der Kanone zuckt so mancher im Publikum kurz zusammen. Schauspielerisch liefert das Ensemble einen beachtlichen Auftritt.

Ein besonderer Anblick: Der Einritt der Panduren - Foto: Johannes Lesser

Ob Pandur oder Stadtbewohner: Die Zeilen sitzen und auch in den ruhigen Momenten bleibt die Atmosphäre erhalten. Ganz gleich, ob es sich dabei um Panduren beim Würfelspiel oder die Szenen zwischen der Chamerin Katharina Schwab und dem Freiherrn von der Trenck handelt. „Ihr dürft nicht brennen, dürft nicht morden“, bittet sie ihn dabei etwa, die Stadt Waldmünchen zu verschonen.

Der Angriff auf die Stadt... - Foto: Johannes Lesser
...wird einmal mehr zu einem optischen Spektakel - Foto: Johannes Lesser

Zuschauer beeindruckt

Gut zwei Stunden dauert die Premiere. Als am Ende alle Darsteller die Bühne betreten, wird noch einmal das gesamte Ausmaß der Veranstaltung deutlich. „Wenn die Zuschauer begeistert sind, und es ist durchaus am Applaus zu messen, dann sind wir natürlich auch von der Vorstandschaft zufrieden und sagen: Der Auftakt ist gelungen“, erklärt Martin Frank im Anschluss.

Er steht seit mittlerweile neun Jahren als Vorsitzender in der Verantwortung. Es sei eine „tolle Premiere“ gewesen, so Frank, der weiter ausführt: „Unsere Darsteller sind wieder zur Höchstform aufgelaufen.“ Außerdem habe sich „die Arbeit unserer Regisseurin Yvonne Brosch gemeinsam mit dem Regieassistenten Martin Kowalski absolut gelohnt.“

Nach dem Schicksal Chams... - Foto: Johannes Lesser
...steigt die Sorge der Bewohner Waldmünchens. - Foto: Johannes Lesser

So gebe es im Vergleich zu den Vorjahren kleinere Veränderungen „vor allen Dingen in den Massenszenen mit den Panduren und dem Volk, wo diese Kleingruppenbildung noch intensiver rübergekommen ist.“ 75 Jahre nach der ersten Aufführung werde das Stück stetig weitergegeben. „Wir haben teils Familien, in denen drei Generationen mitspielen“, erzählt Frank, der das Miteinander im Verein hervorhebt: „Unsere ganze Abteilung, unsere Unterabteilungen, die sind alle mit Herzblut und Feuer und Flamme mit dabei. Nur so kann man das mit diesen vielen Darstellern letztendlich auch meistern.“

In den kommenden Wochen wird das Festspiel jeden Samstag um 21 Uhr gezeigt, dazu kommen zwei Donnerstags-Aufführungen am 31. Juli und am 7. August. Am 16. August findet die fünfte Jahreszeit Waldmünchens dann ihren Abschluss.

Weitere Impressionen von der Premiere - Foto: Johannes Lesser
Weitere Impressionen von der Premiere - Foto: Johannes Lesser
Weitere Impressionen von der Premiere - Foto: Johannes Lesser
Weitere Impressionen von der Premiere - Foto: Johannes Lesser
Weitere Impressionen von der Premiere - Foto: Johannes Lesser
Weitere Impressionen von der Premiere - Foto: Johannes Lesser
Weitere Impressionen von der Premiere - Foto: Johannes Lesser