Eine Zeitreise am Rande der Stadt: Waldmünchens Kohlenmeiler feierlich entzündet

Von Johannes Lesser · 11. Juli 2025 um 20:42

Eine jahrhundertealte Tradition lebt – oder besser: schwelt – seit dem gestrigen Freitag wieder auf. Zum mittlerweile 28. Mal wurde der Kohlenmeiler gut zwei Kilometer von Perlhütte entfernt entzündet.

In diesem Jahr übernahm die bayerische Waldkönigin Patricia Vogl aus Tiefenbach gemeinsam mit Bürgermeister Markus Ackermann (CSU) die Aufgabe, vor etwa 150 Zuschauern den Schwelvorgang einzuläuten. Für die musikalische Begleitung sorgten die Jagdhornbläser der Kreisgruppe Waldmünchen des BJV und die Waldmünchner Köhlermusik.

Betrieb beginnt früh

Bereits eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn war vor der Meilerhütte einiges los. Zahlreiche früh angereiste Gäste sammelten sich auf den Bierbänken, musikalisch wurden die ersten Töne angeschlagen und das erste Meterbrot ausgeliefert. „Alles ist bestens vorbereitet“, erklärte Ackermann vor dem offiziellen Beginn. „Das ist sozusagen Kultur in der Natur“, führte der Bürgermeister zur feierlichen Eröffnung weiter aus. In den kommenden Wochen werde der Kohlenmeiler zum „schönsten Biergarten Bayerns“.

Bürgermeister Markus Ackermann und Waldkönigin Patricia Vogel - Foto: Johannes Lesser

Das passiert insbesondere zu den Romantischen Feierabenden am Mittwoch ab 19 Uhr, bei denen es auch Essen und Musik am Meiler geben wird. Abseits davon gebe es für Besucher jederzeit Getränke. Rund um die Uhr ist in der Zeit ein Köhler vor Ort, der den Meiler im Blick behalten wird.

Ein ungewöhnlicher Anblick

Nur auf das Rauchen sollte in der Nähe des Meilers in der Zeit verzichtet werden. Von außen ist der etwas mehr als zwei Meter große Hügel mitten im Wald schon ein ungewöhnlicher Anblick, doch der entscheidende Teil spielt sich in seinem Inneren ab: Dort werden die Holzscheite, die zu Beginn der Woche sorgsam aufgeschichtet wurden, zu Holzkohle. Das Verfahren war in früheren Zeiten ohne Autos und Zugverkehr wichtig, weil sich die deutlich leichtere Holzkohle besser transportieren lassen konnte.

„Man kann längst vergessenes Handwerk präsentieren“, beschrieb Jürgen Köbler während des Aufbaus die Besonderheit des Meilers. Köbler ist Revierleiter der Bayerischen Forstverwaltung, die ein Teil des Teams hinter dem Projekt bildet. Der festliche Abschluss ist dann am 2. August geplant.

Im Laufe der nächsten Wochen wird durchgehend ein Köhler vor Ort sein. - Foto: Johannes Lesser