Verkehrsberuhigung in Regensburgs Altstadt: Unternehmer laufen Sturm

Am Dienstag diskutiert der Regensburger Stadtrat über ein Konzept zur Verkehrsberuhigung, das nicht jedem in der Regensburger Altstadt gefällt. Zahlreiche namhafte Unternehmer melden sich in der Mittelbayerischen zu Wort, um ihren Protest gegen das Konzept vor der Abstimmung kundzutun.
Dass in der Altstadt in Sachen Verkehr etwas geschehen muss, das ist wohl unstrittig. Strittig ist lediglich: Was genau geschehen soll. Am kommenden Dienstag wird im Stadtrat ein Konzept diskutiert und womöglich verabschiedet, das gravierende Einschnitte vor allem für Autofahrer vorsieht. Das gefällt nicht jedem. Jetzt haben sich zahlreiche Geschäftsleute zu Wort gemeldet.
„Für neue, innovative und strategische Entscheidungen ist unsere Oberbürgermeisterin ja leider nicht wirklich bekannt“, sagt der Unternehmer Matthias Klemens. Mit seiner Campus Group entwickelt Klemens derzeit drei Altstadt-Immobilien im Posthorngässchen, in der Schwarzen-Bären-Straße und am Kohlenmarkt. „In den letzten Zügen ihrer Amtszeit aber den ohnehin gebeutelten Altstadtkaufleuten noch einen derartigen Bärendienst zu erweisen, wird den Leerstand weiter erhöhen“, ist sich Klemens sicher.
Die neuen Planungen sind der langsame Tod für attraktive Geschäfte in unserer Innenstadt
Fred Sutor, Unternehmer
„Die neuen Planungen sind der langsame Tod für attraktive Geschäfte in unserer Innenstadt“, sagt auch Fred Sutor vom gleichnamigen Schuhgeschäft. „Der Handel braucht die Touristen und vor allem die vielen Kunden aus dem Umland“, ist er überzeugt. Sutor glaubt aber auch: „Den notwendigen Umsatz bringen diese Autokunden. Das ist unbestritten.“ Fußgängerzonen im Innenstadtkern seien richtig. „Aber man muss den Autofahrern Parkmöglichkeiten geben, um von dort zu Fuß die Innenstadt zu erreichen.“ Von Radfahrern und Fußgängern allein könne der Einzelhandel nicht existieren. „Die vorgelegte Planung ist eine Verschlimmbesserung der bisherigen Planungen“, schließt Sutor.
Sternekoch Maximilian Schmidt vom Roten Hahn ist derselben Auffassung. „Eine weitere Einschränkung der Parkmöglichkeiten ist eine geschäftsschädigende Maßnahme“, sagt Schmidt. „Meine persönliche Meinung wäre, dass wir weitere Parkmöglichkeiten für Mitarbeiter im Allgemeinen bräuchten, Beispiel hierfür wäre ein weiteres Parkhaus am alten Platz des ehemaligen Eisstadions.“ Schmidt und sein Team merkten den Mangel auch bei ihren Kunden. „Wir führen am Tag mehrfach Gespräche mit diversen Gästen über optionale Parkmöglichkeiten in der Stadt.“ Andreas Meier von der Wurstkuchl sagt, dass der Status quo in der Thundorferstraße unhaltbar sei. Die Gelenkbusse hätten „die Dimension von Sattelschleppern, die gewöhnlich auf der Autobahn zu finden sind“. Und weiter: „Was hier an Eindruck bleibt ist, dass diese Riesenbusse in erster Linie ideologisch gesättigte Luft spazieren fahren sollen und zur Umerziehung der Bürger dienen. Sie zerstören die Altstadt.“
„Selbstredend macht es Sinn, die Altstadt von sinnlosem Durchgangsverkehr zum Beispiel durch bewegliche Poller zu schützen, siehe Salzburg“, sagt Bert Wilden, der selbst an Gewerbe vermietet. „Allerdings ist eine zusätzliche Einschränkung der Parkmöglichkeiten für nicht in der Altstadt lebende Bürger eine weitere Bedrohung für Einzelhandel, Kaufleute Gastronomie und Hotellerie sowie für Vermieter der genannten Gewerbe“, schließt Wilden.